Simpler Tiefentladungsschutz für LED-Nachtlicht?

16/02/2016 - 12:28 von Volker Bartheld | Report spam
Hallo!

Ich habe hier ein von außen recht simpel aussehendes Nachtlicht von Reer
[1], das mir vom Hersteller als Trostpflaster für ein vorzeitig defekt
gegangenes Fieberthermometer geschenkt wurde. Vorgesehen sind lt.
Anleitung zwei Primàrzellen. Das hàlt nicht lange und ist auch nicht
besonders umweltfreundlich - in einem Haushalt, wo reichlich Eneloops
herumliegen.

Akkus werden aber leider auf 0V entladen:

Vorsichtige Öffnung des Gehàuses ergab: Es werkelt dort tatsàchlich ein
DC-DC-Wandler ohne Tiefentladungsschutz, der Arbeitsbereich wurde auf 3.0
bis etwa 2.2V festgelegt, darunter làßt die Helligkeit der zwei
"warmweißen" LEDs (je drei COB-Dioden mit 40mA) deutlich nach. Die
U-I-Kennlinie zeigt: Selbst wenn die Beleuchtung unter 1.0V schon ausgeht,
fließt immer noch ein relevanter Strom (wenige mA), bis dann bei 0.35V
endlich Schicht im Schacht ist.

Gut balancierte Eneloops können das einigermaßen ab (ohne umzupolen), toll
ist das allerdings nicht. Eingeschaltet wird das Wunderwerk der Technik
mit einem Mikrotaster, der einen Eingang des DC-DC-Wandlers auf Masse
legt. Test hat ergeben, daß man das auch durch (kurzes!) Brücken mit einem
20k-Widerstand erreichen kann. Der Eingang dürfte also einen internen
Pull-Up-Widerstand dranhaben und mit um die 100uA zufrieden sein.

Natürlich gibt es jetzt die wildesten Möglichkeiten - vom Komplettersatz
durch gàngige LED-Treiber über ein vollintegrierten Brown-Out-Device und
CMOS-Schmitt-Trigger bis hin zur trivialen Zenerdiode in der
Versorgungsleitung. Die Zener habe ich probiert, das schiebt den
Arbeitspunkt in eine für NiMH-Chemie ungünstige Richtung und früh genug
geht die Lampe deswegen auch nicht aus.

Irgendwas, was unterhalb von ca. 1V Systemspannung den Eingang des
DC-DC-Wandlers kurz gegen Masse schließt und einen geringen
Ruhestromverbrauch hat, wàre optimal. Mit möglichst wenigen diskreten
Bauteilen. Dazu habe ich mir [2] angesehen, leider braucht die Schaltung
noch einen Schmitt-Trigger (die exakte Pulsform am Eingang des Wandlers
dürfte unkritisch sein) und außerdem wird kein Puls, sondern ein
Dauersignal bei Unterspannung gegeben. Klar, nachtriggerbares Monoflop
usw., sprengen aber schon mein Budget und Geduld. Der TLC7701 braucht
recht wenig außenrum, geht aber nur bis 2V Vcc.

Jemand eine pragmatische Idee? Nein, wegwerfen geht nicht. Schon aus
Prinzip. ;-)

1000 Dank im Voraus und viele Grüße,
Volker

[1] http://www.reer.de/babylight-basic-...-eule.html
[2] http://www.elektronik-kompendium.de...supvis.htm

@: W E B 2 0 1 6 at B A R T H E L D dot N E T
3W: www.bartheld.net
 

Lesen sie die antworten

#1 Gerrit Heitsch
16/02/2016 - 18:10 | Warnen spam
On 02/16/2016 12:28 PM, Volker Bartheld wrote:
Jemand eine pragmatische Idee? Nein, wegwerfen geht nicht. Schon aus
Prinzip. ;-)



Rauswerfen und DC-DC-Wandler durch einen QX5252F ersetzen. Das ist so
ein kleiner IC für Solarlampen. Der hat einen Tiefentladeschutz und
macht bei ca. 0,9V zu. Ausser dem IC brauchst du nur noch eine Spule.

Du musst jetzt nur noch davor eine Schaltung bauen die den Ladestrom bei
Dunkelheit abschaltet und schon gehts Licht an.

Gerrit

Ähnliche fragen