Spaß mit Scopes - Wer mißt, mißt Mist ;-)

19/05/2009 - 09:03 von Falk Willberg | Report spam
Gestern war so ein schöner Tag, da mußte ich mir mal ordentlich ins Knie
schießen:

Ein Geràt meldet bestimmte Ereignisse über zwei TTL-Ausgànge.
Der Kunde behauptet, daß es alle 1-2 Stunden fehlerhafte Impulse sendet.

Also je ein Scope an einen Ausgang, Single Sweep und man sollte sehen,
ob ein Impuls auftrat.

Nach einer Stunde nachgesehen: Beide hatten getriggert. Mist! Kann doch
gar nicht sein!

Die Sopes verbrauchen zuviel für stundenlange Messungen, also muß ein
7474 aus der Schrottkiste mit seinen zwei D-Flipflops aushelfen.

Die FFs triggern nie. Das ist schön. Aber warum?

Also nochmal die Scopes mit angeschlossen. Alles ruhig. Eine Wolke
schiebt sich vor die Sonne, Licht an: Die Scopes und FFs triggern. Alles
klar, ein Störimpuls. Großalarm: Das Geràt ist nicht störfest.

Nochmal ohne Scope, nur mit FF: Licht an, aus, an. Nix triggert.

Alles klar: Ein Scope fàngt sich über irgendwelche Masseschleifen
jeglichen Müll aus der Umgebung ein, das über kurze Leitungen
angeschlossene FlipFlop tut das nicht. Entwarnung :-)

Falk
 

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#1 Marcel Müller
19/05/2009 - 09:14 | Warnen spam
Hallo,

Falk Willberg wrote:
Nochmal ohne Scope, nur mit FF: Licht an, aus, an. Nix triggert.

Alles klar: Ein Scope fàngt sich über irgendwelche Masseschleifen
jeglichen Müll aus der Umgebung ein, das über kurze Leitungen
angeschlossene FlipFlop tut das nicht. Entwarnung :-)



Das ist doch immer ein Problem. Vor allem, wenn das Scope seine Erdung
nicht aus derselben Steckdose zieht, wie das Geràt.

Abhilfe:

Plan A: Potentialfreie Scopes bzw. Probes a la THS7xx.

Plan B: Die Masse der Probes nicht nahe dem Messpunkt, sondern bereits
an der Stromversorgung des Geràts anklemmen. Anschließend mit einer
zweiten Probe die Lokale Masse mit aufzeichnen und nur die Differenz
auswerten.
Hier trennt sich allerdings die Spreu vom Weizen, denn diese Art
Triggerung kann nicht jeder.

Plan C: Mit einer differentiellen FET-Probe kann man genauso vorgehen,
wie in Plan B, aufgrund der geringen Eingangskapazitàt wird die Sache da
selbst bei làngeren Zuleitungen recht breitbandig. Allerdings muss man
höllisch aufpassen, dass keine zu großen Störimpulse ankommen und die
FETs grillen.


Marcel

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