Spannungsschwankungen an Bahnsteckdose

06/07/2012 - 17:14 von Ralf . K u s m i e r z | Report spam
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Moin!

Ich bin gestern aus dem wilden Osten über Magdeburg nach Hannover
gefahren. An der Fahrerei gab's auch nichts zu meckern (für das
schwere anhaltende Gewitter kann die Bahn ja nun nichts, hat die Fahrt
aber auch nicht erkennbar beeintràchtigt), aber es traten
Seltsamkeiten mit den Steckdosen auf. Zunàchst einmal kam eine Frau
von der anderen Gangseite herüber und stöpselte ihr Elektronikteil
(Handy-Ladegeràt?) auf "meiner" Seite an die Steckdose, weil die "auf
ihrer Seite nicht ginge".

Seltsam, da waren zwei nebeneinander unter dem Tisch, und an der
anderen hatte ihr Kollege sein Laptop angesteckt, und daß die Dinger
elektrisch getrennt sein sollen, konnte ich mir nicht so richtig
vorstellen. Also legte ich die Stirn un Fragezeichen und meinte "da
ist doch noch eine...". Worauf jener Kollege versuchsweise seinen
Stecker in die andere Dose daneben machte und dann meinte, daß die
nicht ginge...

Tja, seltsam...

Die stiegen irgendwann aus, und ich setzte mich dann auf die andere
Seite rüber, weil der Zug ohnehin in Magdeburg Kopf machte und ich
vorwàrts fahren wollte, und weil ich Langeweile hatte, hatte ich dann
mein (vorsintflutliches) Laptop ausgepackt und an eben jene "defekte"
Steckdose drangemacht - na bitte, Betriebskontroll-LED im Netzteil
leuchtete - von wegen "geht nicht". Aber dann ging's los - quasi im
Sekundentakt wechselte am Laptop der Powermodus von Netztbetrieb auf
Batteriebetrieb und zurück, und mal genauer hingesehen flackerte die
Kontrollampe dazu auch synchron, und gefühlsmàßig abhàngig von der
Leistungsaufnahme der Lok - es rollte nicht so richtig gleichmàßig,
sondern es gab immer Beschleunigungs- und Bremsphasen, als wenn da
jemand leicht hektisch mit dem Gaspedal spielt. Da war die
Spannungsqualitàt wohl nicht so prall... (Übrigens an beiden
nebeneinanderliegenden Steckdosen gleichermaßen, ich hatte also
keineswegs "die kaputte" erwischt...)

Dann kam gelegentlich so ein Uniformierter vorbei, und zu dem meinte
ich dann wegen der schwankenden Steckdosenspannung, da müsse es wohl
ein technisches Problem geben, das er dann mal melden müßte. Meinte
der: Das wàre auf jener Strecke eben so...

Hàh?

Jetzt mal ganz dumm gefragt: Da kommen ja wohl mehr oder weniger 50 Hz
raus, also ist das garantiert nicht einfach heruntertransformierter
Bahnstrom, sondern da muß noch irgendwo ein Frequenzumrichter sitzen,
und halbwegs intelligent konstruiert ist dem die Spannung in der
Oberleitung ziemlich egal, der sollte einfach eine geregelte
(halbwegs) konstante Ausgangsspannung abgeben. Also: Wie funktioniert
das denn nun wirklich?

An meinem Zeugs kann es eigentlich auch nicht gelegen haben: Spàter
(anderer Zug ab H) funktionierte es dann wieder einwandfrei - ich
glaube, vorher (so ab Wolfsburg?) auch schon, aber da hatte ich nur
das Netzteil angeschlossen zum Nachladen, den Rechner aber aus, weil
der am Schreien war, daß der Akku leer wàre und ich jetzt auf der
Stelle den Rechner runterfahren müßte - habe ich dann gemacht.


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Jens Fittig
06/07/2012 - 17:22 | Warnen spam
Ralf . K u s m i e r z schrieb:

Dann kam gelegentlich so ein Uniformierter vorbei, und zu dem meinte
ich dann wegen der schwankenden Steckdosenspannung, da müsse es wohl
ein technisches Problem geben, das er dann mal melden müßte. Meinte
der: Das wàre auf jener Strecke eben so...

Hàh?



Erwartest du von so einem Bahnuniformierten irgend einen Ansatz von
Intelligenz?

Jetzt mal ganz dumm gefragt: Da kommen ja wohl mehr oder weniger 50 Hz
raus, also ist das garantiert nicht einfach heruntertransformierter
Bahnstrom, sondern da muß noch irgendwo ein Frequenzumrichter sitzen,
und halbwegs intelligent konstruiert ist dem die Spannung in der
Oberleitung ziemlich egal, der sollte einfach eine geregelte
(halbwegs) konstante Ausgangsspannung abgeben. Also: Wie funktioniert
das denn nun wirklich?



Schau mal in den Türbereich der Wagen. Da hat es meist einen
Schaltschrank mit Glasfront. Dahinter diverse Instrumente. U.a. auch
die "Bordspannung". Die wird aus den Bord-Batterien gewonnen. Diese
wiederum werden wàhrend der Fahrt von den Achsgeneratoren geladen.
Kann man an den Instrumenten immer gut verfolgen. Der Fahrstrom wird
AFAIK nirgends durch den Zug geschleift.

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