Spannungsüberschlag in Steckdose

30/04/2009 - 21:36 von Joachim Schulte-Neuhaus | Report spam
Hallo!

Wenn ich den Stecker eines eingeschalteten Verbrauchers in eine
Steckdose stecke, entsteht ggf. ein Spannungsüberschlag mit sichtbarem
Blitz/Lichtbogen.

Manchmal vergisst man vor dem Einstecken einfach, dass der Verbraucher
noch eingeschaltet ist; manchmal kann man ihn gar nicht ausschalten
(diverse Netzteile etc.).

So weit, so gut. -- Meine Fragen an die Experten:
Welche Folgen hat dieser Spannungsüberschlag a) für die Steckdose und
b) für den/die Verbraucher?

Mir ist bewusst, das so etwas nicht zu oft passieren sollte. Aber eine
gewisse Toleranz seitens aller Bauteile sollte wohl gegeben sein ...
Ich vermute, Schàden würden eher langfristig auftreten, nicht schon
gleich bei einem der ersten Vorkommen. -- Der Blitz sieht nur (gerade
in einem dunklen Raum) manchmal so "dramatisch" aus.

Eure Meinungen/Erfahrungen?

Beste Grüße,
Joachim
 

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#1 Wiebus
30/04/2009 - 22:15 | Warnen spam
Hallo Joachim.


So weit, so gut. -- Meine Fragen an die Experten:
Welche Folgen hat dieser Spannungsüberschlag



a) für die Steckdose und

Die bekommt Brandstellen, wird rau, oxidiert, daraus folgen höhere
Übergangswiderstànde, größere Erwàrmung bei hoher Last, kurz: höherer
Verschleiss. Im Gegensatz zum Verbraucher sehe ich hier das größere
Problem.

b) für den/die Verbraucher?



Der Verbraucher "sollte" das abkönnen. Ein Schalter auf der
Netzspannungsseite macht nichts anderes. Allerdings ist er im
Gegensatz zum Stecker dafür gebaut, das I) auszuhalten und II)
den Lichtbögen und Schaltpreller so schnell wie möglich zum
Verschwinden zu bringen, d.h. schnell durch den "undefinierten"
Zustand zwischen Ein - und aus zu kommen. :-)
Ausserdem hàtte ein Schalter ev. durch Hilfskontakte die Chance,
vorbereitende Maßnahmen zu treffen.

Was dabei abgeht, und was auch schiefgehen kann, ist im Detail sehr
vielfàltig, und hàngt sehr stark vom Verbraucher ab. Aber es ist im
allgemeinen technisch beherrschbar.

Du hast in der Deiner Frage nur das "Einschalten" erwàhnt. Das ist
speziell bei kapazitiven Lasten der Hàrtefall. Bei induktiven bzw.
ohmschen Lasten ist eigentlich das Abschalten der problematischere
Fall.
Die "Überspannungen" sind im allgemeinen nicht höher als die
Überspannungen eines normalen Schalters, und auch der
Einschaltstromstoß wird durch den Übergangswiderstand im
halbgesteckten Stecker eher reduziert.

Es bleiben mögliche Oszillationen und ein mögliches langsameres
Ansteigen- bzw. Abfallen der Betriebsspannung, was eventuell unsauber
konstruierte power-On-reset Schaltungen von Mikrocontrollern
durcheinander bringen kann, Das kann zwar auch fatal sein , ist aber
eher dem Konstrukteur anzukreiden.


Mir ist bewusst, das so etwas nicht zu oft passieren sollte. Aber eine
gewisse Toleranz seitens aller Bauteile sollte wohl gegeben sein ...
Ich vermute, Schàden würden eher langfristig auftreten, nicht schon
gleich bei einem der ersten Vorkommen.



Richtig. Erhöter Verschleiss Deiner Steckdose. Aber unterschàtze das
nicht. Irgendwer steckt in die stark verzunderte Dose statt des
Laptops mal einen 500W Halogenfluter, und nach einiger Zeit glühen die
Kontakte > Brandgefahr.

in einem dunklen Raum) manchmal so "dramatisch" aus.




"Akut" ist das richtig.

Viele Schalter sind nicht eindeutig gekennzeichnet. Die Beleuchtung
geht ja mit gezogenem Stecker nicht.
Besser sind Drehschalter. Die sind durch die Position leichter zu
Kennzeichnen. Wenn man es denn will, es gibt auch Wippen mit guter,
eindeutiger Markierung auf der Wippe, die nur eingeschaltet zu sehen
ist.
Ausserdem ist eine Drehbewegung etwas "abstrakter" als ein simpler
Druck, was den Benutzer leichter dazu bringt, seine Handlung zu
überdenken. Aber das ist natürlich auch nicht "Barrierefrei".

Mit freundlichem Gruß: Bernd Wiebus alias dl1eic

http://www.dl0dg.de

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