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Staubsaugerelektronik will nicht

19/12/2014 - 18:34 von Wolfgang Schreiber | Report spam
Ich habe einen etwas zickenden Siemens-Z6.0-Staubsauger von 2008. Als
er in mein Haus fand, hat er zunàchst eine halbe Stunde lang tadellos
funktioniert und dann gar nicht mehr. Zwei LED blitzten, der Motor
blieb aus. Auch nach stundenlanger "Abkühlung" und Verstellen der
Leistungseinstellung keine Änderung. Mal lief der Motor für 0-1s,
meistens aber gar nicht.

Mittlerweile habe ich folgendes ermittelt: Zwei LED (Power und
"1 von 3" auf der Leistungsskala leuchten dauerhaft, vermutlich direkt
aus dem "Netzteil" gespeist. Die beiden blitzenden LED "2 und 3 von 3"
der Leistungsskala werden vom Mikrocontroller über eine undurchsichtige
Matrix aus 6 Transistoren angesteuert. Vermutung: Das Blitzen ist gar
keine gewollte Fehlerausgabe, sondern ein rhythmisch abstürzender µC.
Die beiden Elkos 100µF/63V ausgelötet, haben 100µF. ESR unbekannt.

Platinen gesàubert, wischen und Isoprop, falls Schleifkohlenstaub
draufwar. Alle Lötstellen nachgelötet (bleifreie Platine): Staubsauger
funktioniert. Nochmal "schöner" nachgelötet, dabei bedrahtete
Lötstellen entsaugt und mit Bleilot nachgelötet: Sauger tut nicht mehr.
Vielleicht hat nur das Erwàrmen kurzzeitig Besserung gebracht.

Der Gedanke mit dem abstürzenden µC kam mir erst nach diesem Schritt,
da eigentlich alle Bauteile intakt ausehen und, soweit geprüft, es auch
meßtechnisch sind. Nun einen 220R Kohlemassewiderstand und einen X2
330nF-Kondensator zur Gleichrichterschaltung hin ausgetauscht sowie
am Blockkondensator vom µC parallel 1µF (vermutlich Folie) gelötet:
Sauger funktioniert. Der Motor, Kohlen, Làufer sieht gut aus.

Sieht so aus, als hàtte ich das Problem gefunden. Aber der Sauger lief
ja auch im defekten Zustand schonmal eine halbe Stunde. Ich möchte das
Ding jetzt also nicht zuschrauben, sondern systematischer den Fehler
erschlagen.

Hier http://fs2.directupload.net/images/...gxto7x.jpg habe ich
den von mir ermittelten Schaltplan (man kommt im Netz leichter an die
Plàne der Alarmanlage im Vatikan als an Staubsaugerschaltplàne von
Siemens) für die Stromversorgung und ein Foto der Platine. Die
Unterseite mit den SMD-Teilen habe ich mir erstmal geschenkt (µC,
4 Transistoren, 2 Dioden und Hühnerfutter.) Die LED-Platine kommt an
die 5 Stifte. Die Plastikkapseln sind Unterdruckschalter, einer für
Beutel voll und einer für den Automatikmodus. Zweipunktregelung,
kein Wunder heult das Ding dann sàgezahnartig. Der blaue X2 220n
liegt parallel zu "Motor und Triac".

Die beiden losen Bauteile sind die mutmaßlich defekten Delinquenten.
Meßtechnisch beide in Ordnung. Habe ich den Fehler damit gefunden,
oder kann da noch woanders was schlummern?

Die Stàrkeeinstellung des Saugers wird über ein 500kR Potentiometer
vorgenommen. Bahn an Vcc und GND, Schleifer über 10kR - 10kR an
mutmaßlich Analogeingang, dazwischen kleiner Kondensator an Masse.
Ist das stabil genug? Es gibt 4 Stufen, 1-3 und manuell.

Wie wird die Spannung auf den Elkos begrenzt? Der untere Teil ist mir
zu undurchsichtig, aber oben ist doch nur Zenerspannung und 1kOhm
die einzige Begrenzung? Sollte ich da noch was tun?

Muß es ein Kohlemassewiderstand sein? Ich würde 2 oder 3 Metallfilm-R
nehmen, um auf das geschàtzt halbe Watt zu kommen. Aktuell habe ich
einen X1-Kondensator mit "300VAC" drin, darf der da bleiben? Und die
Stromversorgung für den µC, wie stabilisiere ich die am schönsten?
Scheint mir eine einfache Zenerstabilisierung zu sein, wobei ich
für das Kürzel "KZ3" nichts gefunden habe. Sitzt aber im SOT-23 und
hat 2 Diodenstrecken, von denen nur eine angeschlossen ist. Gemeinsame
Kathode an der Seite mit dem einen Anschluß. Ich dachte an 1 oder 10µF
keramisch, zusàtzlich zum jetzigen Blockkondensator.

Viel geschrieben für wenig Frage. Aber jedem danke, der sich die Mühe
gemacht hat, mir bis hier zu folgen. :)
 

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#1 Dieter Wiedmann
19/12/2014 - 18:44 | Warnen spam
Am 19.12.2014 18:34, schrieb Wolfgang Schreiber:
X2 330nF-Kondensator zur Gleichrichterschaltung hin



Der wirds gewesen sein, ist ein Klassiker. Miss doch mal seine
Restkapazitàt.


Gruß Dieter

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