Stellglied für min.900V und 100mA gesucht

15/04/2014 - 00:12 von Jens Carstens | Report spam
Hallo zusammen!

Das passende Subject zu finden ist immer das schwerste...
Um es zu pràzisieren: Ich möchte mir ein Labornetzteil bauen, das 800V
und 100mA kann. 900V DC sind vorhanden.
Es soll linear geregelt sein und kurzschlußfest. Und natürlich stabil,
aber das ist im Moment nicht das Problem. Die Verlustleistung
wegzubekommen ist auch nicht das Problem, die wird einfach
weggepüstert, wobei das Geblàsegeràusch ein zusàtzliches
Sicherheitsfeature neben einer großen roten Lampe ist :-)

Mein Problem ist im Moment, daß ich nichts finde, weder bipolar noch
FET, dessen SOA (sofern in Zeiten des Schaltreglers überhaupt noch
spezifiziert) dort oben noch nennenswerten Leistungsumsatz zulàsst.

Parallelschaltung mehrerer Stellglieder wird unvermeidbar sein, die
damit verbundenen Probleme (thermal runaway, Symmetrierung) sind
bekannt und muMn auch beherrschbar. Mein Problem ist im Moment, daß
bei 900 zu beherrschenden Volt bei allen mir ergoogelbaren Halbleitern
die SOA bei DC dermaßen eng wird, daß man ganze Transistorgàber bauen
müsste.
Wenn es denn überhaupt irgendwo spezifiziert ist...
Ich habe es heute mal so gemacht, wie in der AN-1155 von IRF
(http://www.irf.com/technical-info/a...n-1155.pdf) beschrieben,
und mich nicht an die 'Spirito-Kurve' gehalten, sondern es selbst mal
versucht. Eine Handvoll IRFBG30 (1000V!) mussten dran glauben, und bei
700V und 25mA war vorerst Schluß, weil meine Liebste schlafen gehen
wollte und sich durch das gelegentliche Knallen der Feinsicherung
gestört fühlte...
Aber wenn bei 700V schon bei 25mA Feierabend ist, erwarte ich bei 900V
nicht viel erfreuliches... Und auch nicht, daß bessere Kühlung irgend
was bringen würde.
Immerhin gehen die IRFBG30 dabei so sauber durch, daß man sie mit 0,0
Ohm zwischen Drain und Source direkt zusammen mit der Feinsicherung
mit 0,0S entsorgen kann.

Hat irgendjemand vielleicht noch eine Idee, welchen Halbleiter man in
diesen esoterischen Spannungsgefilden mit mehr Erfolg quàlen kann?
Oder sollte man vielleicht besser eine Röhre nehmen, aber Brot-und
Butter-Röhrentechnik ist das auch nicht mehr.

Und, nein, das soll kein kommerzielles Produkt werden, dann würde ich
eine völlig andere Topologie wàhlen. Zeit und Kosten sind auch kein
begrenzender Faktor. Mich interessiert nur, ob das im Jahre 2014
machbar ist. L’art pour l’art.

Auf Eingebungen hofft
Jens

P.S.:
Bei 400V und 100mA tun die IRFBG30 pràchtig, sogar bei 150mA, obwohl
es da thermisch grenzwertig wird, selbst wenn der Kühlkörper 25° hat.
Ist eben nur TO220 und ich habe keine flüssige Luft zuhause...
Schön fand ich die Entdeckung der Keratherm-Wàrmeleitpads (Meine
letzte Bastelei mit Leistungstransistoren liegt schon einige Jahre
zurück), die nicht nur die Wàrme viel besser ableiten, sondern auch
eine definierte Durchschlagfestigkeit haben. Und ACHTUNG! sogar in
meiner heimischen Unradt-Filiale am Bauteiletresen vorràtig waren. Da
habe ich mich doch ein wenig gefreut, daß es doch noch hie und da
Fortschritt gibt und meine ganzen Glimmerscheiben gleich weggeworfen!
 

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#1 Joerg
15/04/2014 - 01:00 | Warnen spam
Jens Carstens wrote:
Hallo zusammen!

Das passende Subject zu finden ist immer das schwerste...
Um es zu pràzisieren: Ich möchte mir ein Labornetzteil bauen, das 800V
und 100mA kann. 900V DC sind vorhanden.
Es soll linear geregelt sein und kurzschlußfest. Und natürlich stabil,
aber das ist im Moment nicht das Problem. Die Verlustleistung
wegzubekommen ist auch nicht das Problem, die wird einfach
weggepüstert, wobei das Geblàsegeràusch ein zusàtzliches
Sicherheitsfeature neben einer großen roten Lampe ist :-)

Mein Problem ist im Moment, daß ich nichts finde, weder bipolar noch
FET, dessen SOA (sofern in Zeiten des Schaltreglers überhaupt noch
spezifiziert) dort oben noch nennenswerten Leistungsumsatz zulàsst.

Parallelschaltung mehrerer Stellglieder wird unvermeidbar sein, die
damit verbundenen Probleme (thermal runaway, Symmetrierung) sind
bekannt und muMn auch beherrschbar. Mein Problem ist im Moment, daß
bei 900 zu beherrschenden Volt bei allen mir ergoogelbaren Halbleitern
die SOA bei DC dermaßen eng wird, daß man ganze Transistorgàber bauen
müsste.
Wenn es denn überhaupt irgendwo spezifiziert ist...
Ich habe es heute mal so gemacht, wie in der AN-1155 von IRF
(http://www.irf.com/technical-info/a...n-1155.pdf) beschrieben,
und mich nicht an die 'Spirito-Kurve' gehalten, sondern es selbst mal
versucht. Eine Handvoll IRFBG30 (1000V!) mussten dran glauben, und bei
700V und 25mA war vorerst Schluß, weil meine Liebste schlafen gehen
wollte und sich durch das gelegentliche Knallen der Feinsicherung
gestört fühlte...




Die Liebste einfach allein ins Bett gehen lassen tut man ja auch nicht :-)

900V wuerde ich keinesfalls mit einem FET herunterregeln, der nur 1000V
abs max schafft.


Aber wenn bei 700V schon bei 25mA Feierabend ist, erwarte ich bei 900V
nicht viel erfreuliches... Und auch nicht, daß bessere Kühlung irgend
was bringen würde.
Immerhin gehen die IRFBG30 dabei so sauber durch, daß man sie mit 0,0
Ohm zwischen Drain und Source direkt zusammen mit der Feinsicherung
mit 0,0S entsorgen kann.

Hat irgendjemand vielleicht noch eine Idee, welchen Halbleiter man in
diesen esoterischen Spannungsgefilden mit mehr Erfolg quàlen kann?
Oder sollte man vielleicht besser eine Röhre nehmen, aber Brot-und
Butter-Röhrentechnik ist das auch nicht mehr.

Und, nein, das soll kein kommerzielles Produkt werden, dann würde ich
eine völlig andere Topologie wàhlen. Zeit und Kosten sind auch kein
begrenzender Faktor. Mich interessiert nur, ob das im Jahre 2014
machbar ist. L’art pour l’art.




Diese koennten es packen:

http://ixdev.ixys.com/DataSheet/DS99616A(IXTK-TX8N150L).pdf
http://www.st.com/web/en/resource/t...160703.pdf

Aber besser mehr verwenden als berechnet, man muss ja auch die
Verlustleistung wegbringen.

Sind aber wie ueblich Schalt-FETs, also Vorsicht in Sachen
Schwingvermeidung.


Auf Eingebungen hofft
Jens

P.S.:
Bei 400V und 100mA tun die IRFBG30 pràchtig, sogar bei 150mA, obwohl
es da thermisch grenzwertig wird, selbst wenn der Kühlkörper 25° hat.
Ist eben nur TO220 und ich habe keine flüssige Luft zuhause...
Schön fand ich die Entdeckung der Keratherm-Wàrmeleitpads (Meine
letzte Bastelei mit Leistungstransistoren liegt schon einige Jahre
zurück), die nicht nur die Wàrme viel besser ableiten, sondern auch
eine definierte Durchschlagfestigkeit haben. Und ACHTUNG! sogar in
meiner heimischen Unradt-Filiale am Bauteiletresen vorràtig waren. Da
habe ich mich doch ein wenig gefreut, daß es doch noch hie und da
Fortschritt gibt und meine ganzen Glimmerscheiben gleich weggeworfen!




Das haette ich jetzt nicht gemacht, nicht alles ist im isolierten TO247
verfuegbar und nicht aller neumodischer Kram entpuppt sich langfistig
als das Gelbe vom Ei. Man koennte natuerlich den Kuehlkoerper auf 900V
schweben lassen und schonmal eine heftige Lebensversicherung zugunsten
der Herzallerliebsten abschliessen.

Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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