Stern TV zur DSL-"Speedluege" - zum Kotzen!

19/02/2009 - 08:59 von Michael Landenberger | Report spam
Hallo,

nun ergreift Stern TV Partei für die armen gebeutelten (und leseschwachen)
DSL-Kunden: <http://www.stern.de/tv/sterntv/655049.html>.

Da wird sich doch glatt darüber entrüstet, dass DSL 16000-Anschlüsse im
Durchschnitt nur 8600 kbit/s erreichen. Angeblich will das die Computer Blöd
mit irgend einem obskuren Programm gemessen haben Hint: die Geschwindigkeit
des DSL-*Anschlusses* (und nur darauf beziehen sich die Bandbreitenangaben
der Provider) kann der Normaluser in der Regel nicht messen, denn dafür
müsste auf dem DSLAM (!) ein entsprechender Server laufen. Jeder Server, der
sich *hinter* dem DSLAM irgendwo im Netz befindet, ist für genaue
Speedmessungen ungeeignet, denn die dann ins Spiel kommende zusàtzliche
Netzinfrastruktur (die hàufig nicht einmal zum Netz des DSL-Anbieters gehört
und für die er folglich keine Verantwortung übernimmt) verfàlscht die
Messung.

Also bleibt für einigermaßen brauchbare Anhaltspunkte über die aktuelle
DSL-Geschwindigkeit nur das Auslesen der Sync-Werte aus dem Modem. Dafür
braucht man aber bei den meisten Routern keine spezielle Software. Man ruft
einfach die entsprechende Seite des Router-Webinterfaces auf.

Davon abgesehen sind auch 8600 kbit/s ein Vielfaches dessen, was die meisten
DSL-Anbieter als verbindliche Mindestbandbreiten für ihre
DSL-16000-Anschlüsse zusagen. Diese Mindestbandbreiten sind in der
Leistungsbeschreibung des Anschlusses festgelegt und in der Regel deutlich
niedriger als die Maximalbandbreite und auch deutlich niedriger als besagte
8,6 MBit/s. Natürlich könnte man sagen, dass es unlauter ist, nur mit der
Maximalbandbreite zu werben und eine Mindestbandbreite entweder gar nicht zu
garantieren oder sie im Kleingedruckten zu verstecken. Das Kleingedruckte
sollte man aber einfach gelesen haben, bevor man einen Vertrag abschließt.
Schließlich stehen dort auch noch andere wichtige Dinge drin (z. B.
Zahlungsbedingungen, Ausfallzeiten oder Regeln für die Nutzung), die ein
Anbieter schon aus Platzgründen unmöglich alle in die Werbung aufnehmen
kann. Und wenn einem eine Klausel im Kleingedruckten nicht gefàllt, dann
làsst man eben die Finger von dem betreffenden Anbieter. So einfach ist das.

Weiterhin wird bemàngelt, dass die Anbieter einen Wechsel in einen
"kleineren" Tarif verweigern, wenn sich nach der Schaltung herausstellt,
dass die beworbene Maximalbandbreite nicht erreicht wird. Ja mei, ein
Vertrag ist ein Vertrag ist ein Vertrag. Da kommt man außerplanmàßig nur
raus, wenn der Vertragspartner die vereinbarte Leistung nicht erbringt. Und
als vereinbart gilt eben nicht (nur) das, was in der Werbung steht, sondern
auch das im - ja richtig - Kleingedruckten. Gemessen daran dürften 99,99%
aller DSL-Anschlüsse exakt dem entsprechen, was der Kunde bestellt hat. Auch
wenn der hàufig nicht weiß, was er da eigentlich bestellt hat. Das liegt in
der Regel nicht daran, dass das Kleingedruckte so unverstàndlich formuliert
wàre (was man dem Anbieter in die Schuhe schieben könnte), sondern dass es
der Kunde schlicht nicht gelesen hat (was allein Schuld des Kunden ist).
Darüberhinaus enthalten die Pakete mit den schnelleren Anschlüssen auch noch
andere Inklusivleistungen wie z. B. zusàtzliche Rufnummern oder eine
Handyflatrate, die bei den Paketen mit den langsameren Anschlüssen fehlen
(Ausnahmen wie z. B. Alice bestàtigen die Regel). Schon von daher hat der
Anbieter Anspruch auf einen höheren Preis, auch wenn die DSL-Bandbreite
hinter den Maximalwerten zurückbleibt.

Gruß

Michael
 

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#1 Ralph A. Schmid, dk5ras
19/02/2009 - 09:16 | Warnen spam
"Michael Landenberger" wrote:

Stern



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-ras


Ralph A. Schmid

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