Steven Weinberg Interview zur S.String-Theorie (Mitte 80er Jahre) part2

25/09/2010 - 11:53 von Aguirre | Report spam
Wie entwickeckelten sich diese Theorien in den folgenden Jahren?

"In den ersten Jahren nach 1974 wurde diesen String-Theorien
sehr wenig Aufmerksamkeit zuteil. Ich selbst beachtete sie
überhaupt nicht. Wir Teilchenphysiker hattenzu dieser Zeit
gerade großes Vergnügen an der Entwicklung eines neuen
Standardmodells der Elementarteilchenphysik, das ein
einheitliches Bild der schwachen und elektromagnetischen
und - wie wir hafften- auch der starken Wechselwirkung
ermöglichen sollte. Dieses Modell war sehr erfolgreich und
konnte durch eine Reihe brilianter Experimente bestàtigt
werden. Da wir keine Hoffnung sahen, die Gravitation in
diesem Modell mit unterzubringen, verschoben wir die
Lösung dieses Problems in die entfernte Zukunft. Diejenigen
Theoretiker, die in der ersten Zeit an der Entwicklung der
String-Theorien mitgewirkt hatten, fuhren mit ihrer Arbeit
an diesen Theorien fort und wurden von uns anderen fast
völlig ignoriert. Erst in den letzten paar Jahren sind ihrer
Arbeit wieder im allgemeinen Bewußtsein der Teilchenphysiker
aufgetaucht, teilweise deswegen, weil diese von all den anderen
erfolglosen Bemühungen fustriert waren, teilweise auch wegen
einiger phànomenaler mathematischer Eigenschaften.
Wie sich herausstellt hat, sind diese Theorien mathematisch
in einer Weise konsistent, die bis dahin nicht für möglich
gehalten wurde. Darüber hinaus gilt diese Konsistenz
offensichtlich nur für eine sehr begrenzte Klasse dieser
Theorien; damit besitzen die String-Theorien eine Eigenschaft,
nach der Physiker stàndig Ausschau halten: Inflexibilitàt.
String-Theorien sind sehr "starr". Die Zahl der möglichen
Varianten ist nicht unendlich groß, wie das für die meisten
anderen Arten von Theorien der Fall war, über die wir
wàhrend der letzten Jahre nachgedacht haben. Es gibt eine
sehr, sehr Zahl möglicher Spielarten- vielleicht nur eine
einzige (das ist jetzt gegeben durch 10+1dim), und wir glauben,
daß wir eine Chance haben, durch das Ausprobieren dieser
Varianten weitere Fortschritte zu erreichen."

Mit solchen Aussagen kriegst du keinen Cent in Deutschland.
 

Lesen sie die antworten

#1 The Earl of the Irish Isle
25/09/2010 - 13:19 | Warnen spam
On 25 Sep., 11:53, Aguirre wrote:
Wie entwickeckelten sich diese Theorien in den folgenden Jahren?

"In den ersten Jahren nach 1974 wurde diesen String-Theorien
sehr wenig Aufmerksamkeit zuteil. Ich selbst beachtete sie
überhaupt nicht. Wir Teilchenphysiker hattenzu dieser Zeit
gerade großes Vergnügen an der Entwicklung eines neuen
Standardmodells der Elementarteilchenphysik, das ein
einheitliches Bild der schwachen und elektromagnetischen
und - wie wir hafften- auch der starken Wechselwirkung
ermöglichen sollte. Dieses Modell war sehr erfolgreich und
konnte durch eine Reihe brilianter Experimente bestàtigt
werden. Da wir keine Hoffnung sahen, die Gravitation in
diesem Modell mit unterzubringen, verschoben wir die
Lösung dieses Problems in die entfernte Zukunft. Diejenigen
Theoretiker, die in der ersten Zeit an der Entwicklung der
String-Theorien mitgewirkt hatten, fuhren mit ihrer Arbeit
an diesen Theorien fort und wurden von uns anderen fast
völlig ignoriert. Erst in den letzten paar Jahren sind ihrer
Arbeit wieder im allgemeinen Bewußtsein der Teilchenphysiker
aufgetaucht, teilweise deswegen, weil diese von all den anderen
erfolglosen Bemühungen fustriert waren, teilweise auch wegen
einiger phànomenaler mathematischer Eigenschaften.
Wie sich herausstellt hat, sind diese Theorien mathematisch
in einer Weise konsistent, die bis dahin nicht für möglich
gehalten wurde. Darüber hinaus gilt diese Konsistenz
offensichtlich nur für eine sehr begrenzte Klasse dieser
Theorien; damit besitzen die String-Theorien eine Eigenschaft,
nach der Physiker stàndig Ausschau halten: Inflexibilitàt.
String-Theorien sind sehr "starr". Die Zahl der möglichen
Varianten ist nicht unendlich groß, wie das für die meisten
anderen Arten von Theorien der Fall war, über die wir
wàhrend der letzten Jahre nachgedacht haben. Es gibt eine
sehr, sehr Zahl möglicher Spielarten- vielleicht nur eine
einzige (das ist jetzt gegeben durch 10+1dim), und wir glauben,
daß wir eine Chance haben, durch das Ausprobieren dieser
Varianten weitere Fortschritte zu erreichen."

Mit solchen Aussagen kriegst du keinen Cent in Deutschland.





Schon Part 2 ?

Den Part 1 habe ich verpasst.

Ähnliche fragen