Stromquelle fuer Differenzverstaerker

06/04/2009 - 12:57 von Martin Klaiber | Report spam
Ich hàtte da gerne mal ne Frage... ;-)

Wie groß ist der Einfluss des Stromspiegels im "long tail" der beiden
Differenzverstàrkerstufen der folgenden Schaltung?

<http://www.elecfree.com/electronic/...23.jpg>

Ich möchte für die Schaltung ein neues Layout entwerfen, und da stellt
sich für mich die Frage, ob ich z.B. die Schaltung rund um T3-T5 nicht
durch eine zweipolige Konstantstromquelle (z.B. J505 falls es die noch
gibt, ansonsten die üblichen Schaltungen mit JFet) ersetzen kann?

Der Stromspiegel erhöht den Innenwiderstand der Stromquelle (stimmt das
so?) und das verbessert die CMRR. Letzere hàngt aber auch davon ab, wie
gut die beiden Transistoren des Differenzverstàrkers gepaart sind. Ist
das so richtig? Wenn ja, dann frage ich mich, ob ein Stromspiegel an
der Stelle überhaupt eine signifikate Verbesserung bringt? Müsste man
nicht erstmal gepaarte Transistoren verwenden?

Und noch zwei eher theoretische Fragen:

a) Wie wirkt sich eine schlechtere Gleichtaktunterdrückung in so einer
Schaltung mit nur einem Signaleingang aus? Nehmen die Verzerrungen zu,
weil die Differenzbildung zwischen Eingangssignal und gegengekoppeltem
Signal nicht mehr so genau ist?

b) Kann man sagen, dass die Qualitàt des ersten Differenzverstàrkers
in so einer Schaltung die Qualitàt des gesamten Verstàrkers maßgeblich
bestimmt, weil in dieser Stufe alle Fehler der nachfolgenden Stufen
mit dem ursprünglichen Eingangssignal verglichen werden?

[xpost und fup2 de.sci.electronics]

TIA, Martin
 

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#1 MaWin
06/04/2009 - 14:03 | Warnen spam
"Martin Klaiber" schrieb im Newsbeitrag
news:

Wie groß ist der Einfluss des Stromspiegels im "long tail"



Der Stromspiegel ist eigentlich ueberfluessig.
Er sorgt nur dafuer, dass die Stromquelle mit ihrem Spannungsbedarf
von 8.2V nicht diese 8.2V vom Eingangsgleichtaktbereich wegfrisst.

Der Stromspiegel uebertraegt also den Konstantstrom, so dass die
Minimalspannung unter 1V statt fast bei 10V liegt.

In jeder anderen Hinsicht bringt er keine Vorteile, nur Nachteile,
zumal man diesen grossen Gleichtaktbereich in der MOSFET Endstufe
(bis 4V Ugsth) gar nicht braucht.

BUZ23 ist eh uralt, TO3, und outdated.

der Stelle überhaupt eine signifikate Verbesserung bringt? Müsste man
nicht erstmal gepaarte Transistoren verwenden?



Ja.

a) Wie wirkt sich eine schlechtere Gleichtaktunterdrückung in so einer
Schaltung mit nur einem Signaleingang aus?



In jeder Vernetzung von Signalquellen muss ein mal ein Differenzsignal
massebeziogen werden. Ueblicherweise findet das in der Endstufe statt.
Daher passt das hier ganz gut, die Massefuehrung hat man hier ja unter
Kontrolle.

b) Kann man sagen, dass die Qualitàt des ersten Differenzverstàrkers
in so einer Schaltung die Qualitàt des gesamten Verstàrkers maßgeblich
bestimmt



Noe. Die Unlinearitaet der Endstufentransistoren verschlechtert de
Schaltung so viel, dass eine Verbesserung der Differenzstufe vergebliche
Liebesmueh waere.

Fuer extrem gute Klirrfaktoren muss bereits die nicht-gegengekoppelte
Linearitaet sehr gut sein. Hat die Endstufe (ohne Gegenkopplung) einen
Klirr von 10%, kann man selbst mit 1000 mal hoeherer Verstaerkung und
Gegenkopplung nicht besser als 0.01% THD werden. Gute Endstufen haben
0.0003%, gute OpAmps 0.00003.

Schliesslich 'klingt' der Elektor-Verstaerker, d.,h. er traegt eigene
Verzerrungen zum Signal bei. Gute Verstaerker haben keinen Einfluss auf
das Signal, sonst heissen sie Effektgeraete.
Manfred Winterhoff, reply-to invalid, use mawin at gmx dot net
homepage: http://www.geocities.com/mwinterhoff/
de.sci.electronics FAQ: http://dse-faq.elektronik-kompendium.de/
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