Stromversorgung Steckernetzteil filtern

12/02/2014 - 01:27 von Hanno Foest | Report spam
Hallo,

ich hatte gerade ein kleines Problemchen, für das ich ad hoc keine
Lösung gefunden habe, und ich dachte, bevor ich jetzt lange suche, frag
ich erst mal hier.

Und zwar geht es um den Eigenbau RFID-Scanner (135 kHz) eines Bekannten,
der mit Billig-Schaltnetzteilen versorgt nicht ordentlich funktioniert
(viel zu unempfindlich bis gar nicht). Labornetzteil oder Batterie geht
tadellos. Diagnose ist klar: Da streut Dreck aus der Stromversorgung
ein, das Schaltnetzteil arbeitet ja in einem àhnlichen Bereich. GND auf
Schutzleiter legen schafft weitgehend Abhilfe, aber das machen die
Netzteile nun mal nicht.

Ich hab versucht, eine Drossel in die Versorgungsleitung zu hàngen (mit
Kondensator dahinter), und als das nichts brachte, in beide
Versorgungsleitungen. Keine Änderung.

Was kann man da noch machen? Die Stromversorgungsleitungen auf einen
Ringkern wickeln? Zusammen oder einzeln? Gleichsinnig oder gegensinnig?
Oder hat man da einfach verloren?

Ich hab ihm empfohlen, bessere Netzteile mit Schutzkontakt zu kaufen,
aber der Preis spielt dabei wohl auch eine Rolle (es geht um mehr als
ein Geràt).

Hanno
 

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#1 Joerg
12/02/2014 - 01:48 | Warnen spam
Hanno Foest wrote:
Hallo,

ich hatte gerade ein kleines Problemchen, für das ich ad hoc keine
Lösung gefunden habe, und ich dachte, bevor ich jetzt lange suche, frag
ich erst mal hier.

Und zwar geht es um den Eigenbau RFID-Scanner (135 kHz) eines Bekannten,
der mit Billig-Schaltnetzteilen versorgt nicht ordentlich funktioniert
(viel zu unempfindlich bis gar nicht). Labornetzteil oder Batterie geht
tadellos. Diagnose ist klar: Da streut Dreck aus der Stromversorgung
ein, das Schaltnetzteil arbeitet ja in einem àhnlichen Bereich. GND auf
Schutzleiter legen schafft weitgehend Abhilfe, aber das machen die
Netzteile nun mal nicht.

Ich hab versucht, eine Drossel in die Versorgungsleitung zu hàngen (mit
Kondensator dahinter), und als das nichts brachte, in beide
Versorgungsleitungen. Keine Änderung.




Wieviel Induktivitaet hatten die?


Was kann man da noch machen? Die Stromversorgungsleitungen auf einen
Ringkern wickeln? Zusammen oder einzeln? Gleichsinnig oder gegensinnig?
Oder hat man da einfach verloren?




Verloren? Nie und nimmer nich. Wo kaemen wir hin? Suche mal im
Bauteilefundus nach einer Gleichtaktdrossel, moeglichst viele mH. Wenn
es geht einige zig mH. Falls es eine mit Y-Kondensatoren drin ist,
einfach offenlassen. Bei Niederspannung auf der DC-Seite und nur wenigen
mA reicht auch eine Telco-Gleichtaktdrossel, wie man sie aus alten
Faxgeraeten ausschlachten kann. Diese Drossel sollte in der Naehe des
Schaltnetzteils sitzen, aber nicht im "Dunstkreis" des
Flyback-Uebertragers. Also bei Plastikgehaeuse so 10cm weg.

Die 230VAC Seite sollte ebenfalls gleichtaktgedrosselt werden und das
muss natuerlich fuer Netzbetrieb ausgelegt sein. Wenn es ein
EMV-Komplettfilter mit Erdkontakt und Y-Kondensatoren ist, muesste das
bei Zweidrahtleitung natuerlich sauber gekapselt und isoliert werden.
Aber man kann ja erstmal probieren. Neben geleiteten Stoerungen sorgen
Gleichtaktdrosseln auf beiden Seiten auch dafuer, dass die Kabel nicht
mehr so viel abstrahlen. Denn das ist bei RFID so ein Leid.

Wenn dies nicht reicht, mal das Schaltnetzteil untersuchen. Falls Du
keinen Spectrum Analyzer oder Scope mit FFT Funktion hast, mit dem
MW-Radio die Oberwellen abklackern und anhand der Sender, welche davon
gestoert werden, die Frequenz des Schaltnetzteils rausfinden. Laut
Murphy ist das 67.5kHz oder 135kHz, denn die werden bewusst unter 150kHz
gehalten, wegen EMV Schlupfloch. Falls Murphy, aufprokeln. Wenn ein IC
drin ist, hat das meistens einen RT Pin fuer den Timing Widerstand. Ist
zwar eine Gratwanderung zwischen Aussetzern und gepfeffertem Knall (also
aufpassen), aber manchmal kann man sie ein wenig ziehen.


Ich hab ihm empfohlen, bessere Netzteile mit Schutzkontakt zu kaufen,
aber der Preis spielt dabei wohl auch eine Rolle (es geht um mehr als
ein Geràt).




Dann werden ihm die Drosseln sich auch zu teuer sein und bliebe nur
Frequenzziehen. Oder eines finden, welches auf 80-110kHz arbeitet. In
der Hoffnung, er hat seinen RFID Empfaenger ordentlich gebaut.

Gruesse, Joerg

http://www.analogconsultants.com/

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