Swappen im Jahr 2013

29/06/2013 - 22:45 von Christian Brandt | Report spam
Praktisch bei jeder neuen Rechnergeneration verkünden die
selbsternannten Auguren daß man jetzt so viel Speicher habe daß man doch
endlich auf Swap verzichten könne. Ich glaube zum Ersten Mal habe ich
das bei 32 Megabyte gehört. Naja, so ganz habe ich das nie geglaubt und
in der Tat hab ich bei Experimenten auch mit 32 Gigabyte noch Probleme
bekommen.

Aber ich habe jetzt für mich zumindestens die Swap-PARTITION abgeschafft
und mir selbst eine Theorie zurechtgelegt:

Swap-File /swap mittels dd if=/dev/zero bs=1M count=xyz of=/swap
anlegen, mittels mkswap /swap initialisieren. Bei mir ist xyz übrigens
immer ein Viertel des gesamten Hauptspeichers, warum und wenns nicht
reicht: weiter unten.

Da Swappen in eine Datei einige (theoretische) Nachteile wie minimal
geringere Geschwindigkeit und minimal erhöhten Speicherbedarf hat und
man bei 32GB nun wirklich nicht proaktiv Swappen sollte habe ich noch
folgende Anpassungen vorgenommen:

brandtc@system:~$ cat /etc/sysctl.d/local.conf
vm.overcommit_memory=2
vm.overcommit_ratioP
vm.swappiness

Mit anderen Worten: Geswappt wird extrem widerwillig und erst wenn das
Kind schon fast auf dem Brunnenboden aufgeschlagen ist. Ausserdem darf
keine Anwendung mehr als Swapsize + 50% Hauptspeicher im Stück reservieren.

Das wichtigste aber: Eine Swap-Datei ist flexibel. Ich kann im laufendem
Betrieb die Swap-Datei um zusàtzliche Swap-Dateien ergànzen, sogar auf
anderen Laufwerken, sogar auf einem FAT-USB-Stick. Ja, das ginge
prinzipiell auch mit Swap-Partitionen auf LVM. Schön ist trotzdem was
anderes. Obs optimal ist ist da garnicht so wichtig, es ist jedenfalls
flexibel.

Theorie 8GB System:

wàhrend 90% der Zeit wird Swap garnicht angetastet
wàhrend 99% der Zeit reicht eine 2GB Swap-Datei.
für den Rest stecke ich meinen USB3-Stick mit einer weiteren 16GB
Swapdatei an, der macht 15.000 IOPS bei 250MB/s.

Theorie 32GB System:

wàhrend 99% der Zeit wird Swap garnicht angetastet
wàhrend 99,99% der Zeit reicht eine 8GB Swap-Datei.
um die restlichen 53 Minuten pro Jahr mache ich mir Gedanken wenns
brennt. Wahrscheinlich lege ich dann einfach eine temporàre
1TB-Swapdatei auf /home an. Das muß dann aber wirklich reichen.

(ausserdem noch vm.panic_on_oom=1 und kernel.panic aber das hat
andere Gründe)

Christian Brandt

life is short and in most cases it ends with death
but my tombstone will carry the hiscore
 

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#1 Thomas PointedEars Lahn
29/06/2013 - 23:58 | Warnen spam
Christian Brandt wrote:

Praktisch bei jeder neuen Rechnergeneration verkünden die
selbsternannten Auguren daß man jetzt so viel Speicher habe daß man doch
endlich auf Swap verzichten könne. Ich glaube zum Ersten Mal habe ich
das bei 32 Megabyte gehört. Naja, so ganz habe ich das nie geglaubt und
in der Tat hab ich bei Experimenten auch mit 32 Gigabyte noch Probleme
bekommen.



ACK.

Aber ich habe jetzt für mich zumindestens die Swap-PARTITION abgeschafft
[…]



Eine Swap-Partition ist jedoch AFAIK erforderlich für Save-to-Disk
(Hibernate). Zudem ist es sicher keine schlechte Idee, die Swap-Datei auf
einem separaten Dateisystem zu haben, welches entsprechend effizient
verwaltet werden kann. Man kann ja zusàtzlich zur Swap-Partition immer noch
bis zu 31 Swap-Dateien erstellen, wenn man noch mehr Swap brauchen sollte.

PointedEars

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