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Synchronmaschinen

21/08/2008 - 21:04 von Gunnar Kaestle | Report spam
Hallo,

virtuelle Synchrongeneratoren sind Umrichter mit dem Systemverhalten
einer Synchronmaschine, siehe:
http://www.vsync.eu/fileadmin/vsync...tation.pdf

Die Frage, die mich beschàftigt, ist ob das Synchronmaschinenverhalten
denn das Ziel aller Netzbetreiber und Stromgeneratoren sein sollte.

Zum einen freut man sich beispielsweise über den hohen Kurzschlussstrom,
weil er die Schutztechnik zum Auslösen bringt und im Fehlerfall den
Spannungseinbruch abmildert. Zum andern freut man sich allerdings auch
über geringe Kurzschlussströme, weil damit mehr Einspeiser an einer
Leitung möglich sind, ohne dass die Infrastruktur beim Kurzschluss
wegschmilzt.

Wie sieht denn in diesem Fall die Zielfunktion aus,
wo wàre das Ideal zu suchen?

Gruß,

Gunnar


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#1 Jan Kandziora
22/08/2008 - 23:37 | Warnen spam
Gunnar Kaestle schrieb:

Die Frage, die mich beschàftigt, ist ob das Synchronmaschinenverhalten
denn das Ziel aller Netzbetreiber und Stromgeneratoren sein sollte.



Jeder will Synchronmaschinenverhalten, weil man nur damit die Blindleistung
im Netz vernünftig in den Griff bekommt. Kondensatorbatterien sind langsam
und durch die vielen Hochspannungsschalter auch teuer in Anschaffung und
Unterhalt.


Zum einen freut man sich beispielsweise über den hohen Kurzschlussstrom,
weil er die Schutztechnik zum Auslösen bringt und im Fehlerfall den
Spannungseinbruch abmildert.



Das willst du in einem stark vermaschten Netz haben, um gezielt nur die
Schutzorgane in der Nàhe des Fehlerortes auszulösen. Also auf der
110kV-Ebene und darüber. Außerdem gibt es auf dieser Ebene nur relativ
wenige Einspeiser und Netzknoten, so dass sich der Aufwand lohnt, jeden
Einspeiser und Netzknoten mit empfindlichen Sensoren und Schaltern
auszustatten. Muss man ohnehin zur Leistungssteuerung der Kraftwerke tun.


Zum andern freut man sich allerdings auch
über geringe Kurzschlussströme, weil damit mehr Einspeiser an einer
Leitung möglich sind, ohne dass die Infrastruktur beim Kurzschluss
wegschmilzt.



Das willst du in der 63kV-Ebene und darunter haben, weil hier das Netz aus
Sicht der 63kV-Ebene ohnehin schon "weicher" ist -- einfach weil mehr
Trafos und Kilometer an Leitung zusammenkommen als im Höchstspannungsnetz.
Somit ist schwerer, die Fàlle "kurzzeitige Überlast" und "Kurzschluss" zu
trennen. Außerdem kann man wegen der Vielzahl der Knoten nicht denselben
Messaufwand treiben wie im Höchstspannungsnetz.


Wie sieht denn in diesem Fall die Zielfunktion aus,
wo wàre das Ideal zu suchen?



Die beiden Fàlle verhalten sich weitestgehend orthogonal. Der
Kurzschlussstrom ist nicht das einzige Kriterium.

Mit freundlichem Gruß

Jan

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