[systemd] Interview unter anderem zu systemd

19/02/2016 - 17:30 von Kai Bojens | Report spam
Sehr hörenswert übrigens: ein dreistündiges Interview mit Lennart
Poettering unter anderem zu systemd. Überraschend detailiert.

-> http://cre.fm/cre209-das-linux-system

„(…) mit dem Initiator des Projekts, Lennart Poettering, der schon vorher
verschiedene Subsysteme zur Linux-Landschaft beigetragen hat über die
Motivation und Struktur des Projekts, den aktuellen und zukünftigen
Möglichkeiten der Software und welche kulturellen Auswirkungen der
Einzug einer neuen Abstraktionsebene mit sich bringt.”
 

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#1 Oliver Sch
26/02/2016 - 03:41 | Warnen spam
On Fri, 19 Feb 2016 17:30:11 +0100
Kai Bojens wrote:

Sehr hörenswert übrigens: ein dreistündiges Interview mit Lennart
Poettering unter anderem zu systemd. Überraschend detailiert.



Ich hab mich gewundert, dass er fast 30 Minuten braucht, um sich zu
blamieren. Dann aber gleich durchgehend eine Stunde lang.

"Ich hab ja gar keinen Server und weiß gar nicht wie das ist ..."

"Man braucht TPM, weil man kann da im UEFI ganz toll sicher ..."

"Weil es kein Logging gibt bevor Syslog làuft, braucht man Journald"

"Weil es dynamische HW-Konfiguration gibt, kann man die
Start-Konfiguration nicht festlegen"

"In der Initrd macht man HW-Probing"

Man weiß gar nicht, woher man die ganzen Hànde nehmen soll, um die sich
vor den Kopf zu schlagen:

Jemand, der von Servern nach eigenen Aussagen keine Ahnung hat,
schreibt einen >100k Zeilen PID-1-Daemon, um dann TPM im Rechenzentrum
zu empfehlen, in dem 99% der Maschinen in der Virtualisierung laufen.
Wàhrenddessen detektiert die Initrd die Hardware bei ihm in seinem
Laptop. Man fragt sich, was die Hardware macht, die ohne Initrd ihren
Dienst tut.

Vielleicht erklàrt uns Pötti auch noch, wer zwischen Kernel und
Laufzeit Journald loggt und welchen Dienst er dafür als nàchstes
programmiert. Denn nach seiner Meinung passieren ja die wichtigsten
Fehler im Boot-Prozess und allein deshalb braucht man das.

Wàhrenddessen versuche ich Journald mal dazu zu überreden, was jeder
halbwegs professionelle Server-Betreiber interessiert: die Zeit nach
dem Boot. Remote-Logging? Ha, das braucht doch kein Mensch. Ich kann
mich doch einfach auf 300 Server einloggen und das lokal nachlesen -
HAHAHAHAHAHA

Und was machen diese Spacken dann, um mit Journald remote zu loggen
(Disclaimer: Journald braucht man *unbedingt*, weil das einen Index
hat, ja O-Ton)? Sie loggen in den Syslog, weil der Netzwerk kann.
HAHAHAHAHA Sie schreiben erst einen Dienst, den man *unbedingt*
braucht, weil der einen Index hat und schreiben dann, um professionell
zu loggen, in einen unstrukturierten Dienst rein. Muss der eigentlich
nicht selbst lachen, wenn der das live im Radio erzàhlt?

Danke Pötti, log dich doch mal auf deinem einem Server ein, Works for
me. Ich warte auf dem einen Server dafür gerne 1 Minute, um das Log
anzugucken. Genau, 1 Minute, denn mehr als 1 Mio Log-Eintràge pro
Stunde, kommt in einer Welt von Pötti gar nicht vor. Willkommen in der
Welt von Erwachsenen, da hat man viiiiiiiiiiiele Server, grooooooooße
Datenmengen, Remote-Logging und Sicherheit macht man nicht mit TPM-Chips
- denn die helfen in der Virtualisierung genau gar nicht, sondern mit
schlanker und modularer Software. Ja genau, mit dem Gegenteil von
Systemd.

Stimmt, danke Kai, das war wirklich sehr erhellend.

mfg
Oli

Man darf ruhig intelligent sein, man muss sich nur zu helfen wissen

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