Tipps zur Amp-Wahl

10/04/2016 - 12:02 von Michael Graf | Report spam
Hallo!

Zuerst mal Ausgangssituation:

Z.Zt. habe ich einen Onkyo TX-8050 Netzwerkreceiver und recht betagte
T&A Triton R130 Boxen. Bis 2011 besaß ich einen Pioneer A-656, an dem
die Boxen recht gut klangen, mit dem Onkyo harmonieren sie nicht so
recht, es klingt alles etwas mittenbetont, die hochfrequenten Bereiche
anstrengend, bei hohen Pegeln subjektiv fast schrill.
Lange habe ich das hingenommen, doch jetzt will ich doch mal Nàgel mit
Köpfen machen.
Also ins örtliche Hifi-Studio und mal Vorauswahl vor Ort gemacht. Es
sollten definitiv Regalboxen sein, stehen zu Hause allerdings auf
sandgefüllten Boxenstàndern.
Kandidat 1:
Dynaudio X14
Kandidat 2:
KEF LS 50 Anniversary Edition
Beide habe ich im Wechsel gehört, Amp war ein Rotel RA-12.
Dynaudio klangen schön transparent und klar, aber auch etwas "blutleer"
und im Bassbereich sehr unterrepràsentiert, auch etwas analytisch,
weshalb ich sie auch für den zu-Hause-Test nicht in Betracht gezogen
habe (auch der Onkyo klingt eher analytisch)
Die KEF klangen kràftiger, aber etwas dumpf. Insgesamt auch nicht so der
Burner.
Danach wurden mit zum Vergleich ein paar Regalboxen der 2000+EUR-Klasse
pràsentiert, ProAc Response D1. Der Unterschied war kolossal, alles
klang transparent aber dennoch kràftig, unheimlich entspannt und
unangestrengt. Die habe ich zu Hause getestet, leider mit Ernüchterung.
Klangen besser als T&A, aber nicht so gut wie im Studio (Raumakustik,
Onkyo?), auch war die Überschàrfe im Hochtonbereich zwar etwas gezügelt
aber nicht behoben.
Deshalb die LS50 getestet, da war die Besserung in diesem Bereich
signifikant, aber leider war auch der dumpfe Klang immer noch merklich
vorhanden.
Nach etwas Recherche habe ich dann die KEF R300 zu Hause getestet. Ergebnis:
Klasse! Transparent, kràftig, richtige "Bühne", und ich habe Sachen
gehört und wahrgenommen, von denen ich noch nicht mal geahnt habe, dass
sie auf der CD vorhanden waren. (CD-Player: Onkyo 7030, z.Zt. digital
via Coax angeschlossen, es wird also der DA-Wandler des Receivers genutzt)
Lediglich waren auch hier die Höhen etwas überspitz und der Bass etwas
schwammig-schwebend, aber angesichts der immensen klanglichen Vorteile
akzeptabel. Die R300 sind definitiv gesetzt, habe noch nie etwas
(subjektiv) so Gutes gehört. Das es hörbar besseres gibt weiß ich, liegt
aber weit außerhalb meines Budgets.
Nun die Frage: Vielleicht làsst sich da mit einem neuen Amp doch etwas
optimieren? Vom Budget passende Amps wàren z.B.:

Rotel ra-12
Passt leider optisch gar
nicht zum Rest.

Marantz PM7005
Hat eigentlich alles, was man braucht, ich weiß aber nicht, ob der mir
klanglich gefàllt (gemàß den Beschreibungen). Müsste man probieren.

Cambridge Audio CXA60
Kann ich gar nix sagen, wurde aber teilweise auch sehr gelobt.

NAD C356BEE
Etwas spartanisch in der Ausstattung aber modular erweiterbar,
Lautstàrkeregler auf der FB soll
sehr grobschlàchtig sein, aber vielfach wird der hervorragende Klang
hervorgehoben. Könnte diesbezüglich auch zu den R300 passen.

Ich weiß, dass die Relation Amp-Lautsprecher teilweise stark
unterschiedlich interpretiert wird, von "völlig egal, der Amp muss nur
sauber verstàrken" bis hin zu "die müssen zueinander passen,
warm-analytisch-Kombi etc. Tatsache ist, dass die T&A am Onkyo
signifikant anders klingen als am Pioneer, also könnte so was ja auch
bei den R300 möglich sein. Aber vielleicht kann jemand (allgemein oder
spezifisch) Tipps zur Auswahl geben, so dass ich die Testphase etwas
verkürzen kann.
Danke schon mal, und sorry für die Lànge!

Michael
 

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#1 Heinz-Juergen Kronemeyer
10/04/2016 - 15:44 | Warnen spam
Am 10.04.2016 um 12:02 schrieb Michael Graf:

NAD C356BEE
Etwas spartanisch in der Ausstattung aber modular erweiterbar,



Na ja, das was man braucht ist da. Das Entwicklungsbudget ist jedenfalls
nicht für optische Spielereien drauf gegangen. Aluknöpfe und
Zentimeterdicke Frontplatten klingen auch nicht besser.

Lautstàrkeregler auf der FB soll
sehr grobschlàchtig sein, aber vielfach wird der hervorragende Klang
hervorgehoben. Könnte diesbezüglich auch zu den R300 passen.



Bei den neueren Serien tritt das Problem mit der Lautstàrkeregelung via
FB nicht mehr so stark auf. Ganz so fein wie von Hand kann man zwar
nicht regeln, aber grobe Sprünge auch im unteren Regelbereich treten
hier nicht auf. Eine Abschaltautomatik ist auch hinzu gekommen. Nach 30
Minuten ohne Signaleingang geht der Verstàrker in den Standby.

Ich betreibe den NAD an einem Infinity Classia C336 Boxenpaar. Die
Klangregler sind abgeschaltet, nur Soft Clipping ist aktiviert. Obwohl
die Boxen nicht ganz ideal stehen, gab es keinen Grund in die Wiedergabe
einzugreifen.
Ich habe die Kombi mit dem DAC Modul seit 2013 in Betrieb und bin rundum
zufrieden mit der Kombination. Das DAC Modul bietet einmal einen
USB-Port, der unter Windows und Linux als Soundkarte fungiert sowie
einen optischen Eingang. Etwas unschön ist, das man beide Eingànge nicht
ohne umschalten am Modul nutzen kann. Neben dem Phono Modul bietet NAD
seit kurzem noch ein WLAN Modul fürs Streaming an.

Heinz-Jürgen

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