Tod im Weltraum

10/03/2009 - 15:17 von Kay-Michael Voit | Report spam
Hallo,
mir ist gerade dieses Video von Harald Lesch untergekommen:
http://www.youtube.com/watch?v=VXaXckeicmE

Darin behautptet er, dass ein Mensch, der Weltraumbedingungen ausgesetzt
wird, sehr unspektakulàr stirbt (wer sich kurz ein Bild machen will, ab
1:30 - also, seiner Ausführungen, nicht des Todes).
Man werde schlagartig kalt "an der Oberflàche" und Körperflüssigkeiten
"in der Nàhe der Austrittsöffnungen" tràten durch den Unterdruck aus und
würden sofort gefrieren. Ansonsten passiere nicht viel und man treibe
als relativ gut erhaltene Leiche durchs Weltall.

Das erscheint mir nicht plausibel:

1. Die Temperatur.
Eine Transportmöglichkeit ist Strahlung. Ansonsten sind wir super
isoliert, Wàrmeleitung fàllt aus. Wir strahlen also nach
Stefan-Boltzmann-Gesetz
\sigma A T^4 W aus.
Das sind, meiner Rechnung nach bei Körpertemperatur und 2m^2 Hautflàche
etwa 1kW. (In den Nàherungen, dass wir weder von anderen Körperteilen
noch von der Umgebung etwas zurückbekommen)
Wasser hat eine Wàrmekapazitàt von 4,18 kJ·kg^^-1·K^-1.
Wenn ich hier keinen Rechenfehler mache, dann verleiren wird damit
lediglich 0.003K/s, was die Nàherung sicher zulàsst, dass unser Körper
halbwegs gleichmàßig auskühlt. Nach Schockgefrieren sieht mir das nicht aus.

2. Das Vakuum.
Das dagegen macht mir ernsthafte Sorgen. ICH würde erwarten, dass
sàmtliche 70% Wasser im Körper relativ fix überlegen, ihr
Dampf-Flüssig-Gleichgewicht einstellen zu wollen, was sich negativ auf
Zell- und Gefàßwànde auswirken würde. Dabei werden
Temperaturverringerungen durch Verdunstungskàlte auftreten, ich denke
aber nicht, dass die dassdie massiv genug sind, um uns ohne merklcihe
Effekte schockzufrosten.

Was passiert also? Habe ich einen Denk- oder Rechenfehler und Lesch hat
doch Recht? Leider konnte ich unsere Vakuumphysikgruppe nicht
überzeugen, ein Nagetier im Dienste der Wissenschaft zu opfern ;),
deswegen bleiben wohl nur Spekulationen oder Hinweise auf
Fremdexperimente ...

Gruß
Kay
 

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#1 Helmut Wabnig
10/03/2009 - 16:35 | Warnen spam
On Tue, 10 Mar 2009 15:17:17 +0100, Kay-Michael Voit
wrote:

Hallo,
mir ist gerade dieses Video von Harald Lesch untergekommen:
http://www.youtube.com/watch?v=VXaXckeicmE

Darin behautptet er, dass ein Mensch, der Weltraumbedingungen ausgesetzt
wird, sehr unspektakulàr stirbt (wer sich kurz ein Bild machen will, ab
1:30 - also, seiner Ausführungen, nicht des Todes).
Man werde schlagartig kalt "an der Oberflàche" und Körperflüssigkeiten
"in der Nàhe der Austrittsöffnungen" tràten durch den Unterdruck aus und
würden sofort gefrieren. Ansonsten passiere nicht viel und man treibe
als relativ gut erhaltene Leiche durchs Weltall.

Das erscheint mir nicht plausibel:

1. Die Temperatur.
Eine Transportmöglichkeit ist Strahlung. Ansonsten sind wir super
isoliert, Wàrmeleitung fàllt aus. Wir strahlen also nach
Stefan-Boltzmann-Gesetz
\sigma A T^4 W aus.
Das sind, meiner Rechnung nach bei Körpertemperatur und 2m^2 Hautflàche
etwa 1kW. (In den Nàherungen, dass wir weder von anderen Körperteilen
noch von der Umgebung etwas zurückbekommen)
Wasser hat eine Wàrmekapazitàt von 4,18 kJ·kg^^-1·K^-1.
Wenn ich hier keinen Rechenfehler mache, dann verleiren wird damit
lediglich 0.003K/s, was die Nàherung sicher zulàsst, dass unser Körper
halbwegs gleichmàßig auskühlt. Nach Schockgefrieren sieht mir das nicht aus.

2. Das Vakuum.
Das dagegen macht mir ernsthafte Sorgen. ICH würde erwarten, dass
sàmtliche 70% Wasser im Körper relativ fix überlegen, ihr
Dampf-Flüssig-Gleichgewicht einstellen zu wollen, was sich negativ auf
Zell- und Gefàßwànde auswirken würde. Dabei werden
Temperaturverringerungen durch Verdunstungskàlte auftreten, ich denke
aber nicht, dass die dassdie massiv genug sind, um uns ohne merklcihe
Effekte schockzufrosten.

Was passiert also? Habe ich einen Denk- oder Rechenfehler und Lesch hat
doch Recht? Leider konnte ich unsere Vakuumphysikgruppe nicht
überzeugen, ein Nagetier im Dienste der Wissenschaft zu opfern ;),
deswegen bleiben wohl nur Spekulationen oder Hinweise auf
Fremdexperimente ...

Gruß
Kay



http://imagine.gsfc.nasa.gov/docs/a...70603.html

Mücken überleben im Weltraum.
War kürzlich in den Nachrichten.

Ausgerechnet 'ne Stechmücke haben sie getestet.
Auf der Außenseite der ISS, IIRC.

w.

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