Trading Strategien mathematisch begründbar ?

19/09/2011 - 09:29 von info | Report spam
Hallo,
Mit entsprechenden Strategien soll man - das behaupten einige
Finanzexperten - z.B. durch Aktienhandel Geld verdienen können. Dies
geschieht meines Wissens dadurch, dass man Daten der Vergangenheit
analysiert und damit die Zukunft prognostiziert (mit einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit)
1) In wie weit ist dies mathematisch überhaupt gesichert?
2) Wie wird die Prognose "berechnet" ?

Meine Vorstellung:
Eine Münze wird geworfen, es gibt die zwei Ereignisse K (für Kopf) und
W (für Wappen).
Wenn man sich die Würfe notiert, hat man die die Daten der
Vergangenheit.
Durch entsprechende statistische Tests kann man die Wahrscheinlichkeit
für K bzw. W errechnen. Bekommt man z.B. heraus, daß die
Wahrscheinlichkeit p für Kopf gleich 0,6 ist, kann man z..B. bei 100
Würfen 60 Mal auf Kopf setzen und macht im Durchschnitt einen Gewinn.
Was passiert aber, wenn sich die Wahrscheinlichkeit für Kopf im Laufe
der Zeit àndert
Wie muss man dann vorgehen ? (vor allem wenn sich die
Wahrscheinlichkeit sehr schnell àndert)
Dies vergleiche ich mit.Aktienkursen. Dort können sich ja bestimmte
Wahscheinlichkeiten auch àndern. Und wie bekommt man dieses Problem
(Aktienkursen) dann in den Griff?
Oder beschreibe ich die Problematik völlig falsch?

mfg
Hans
 

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#1 K.Huller
19/09/2011 - 10:44 | Warnen spam
wrote:

Hallo,
Mit entsprechenden Strategien soll man - das behaupten einige
Finanzexperten - z.B. durch Aktienhandel Geld verdienen können. Dies
geschieht meines Wissens dadurch, dass man Daten der Vergangenheit
analysiert und damit die Zukunft prognostiziert (mit einer bestimmten
Wahrscheinlichkeit)
1) In wie weit ist dies mathematisch überhaupt gesichert?
2) Wie wird die Prognose "berechnet" ?

Meine Vorstellung:
Eine Münze wird geworfen, es gibt die zwei Ereignisse K (für Kopf) und
W (für Wappen).
Wenn man sich die Würfe notiert, hat man die die Daten der
Vergangenheit.
Durch entsprechende statistische Tests kann man die Wahrscheinlichkeit
für K bzw. W errechnen. Bekommt man z.B. heraus, daß die
Wahrscheinlichkeit p für Kopf gleich 0,6 ist, kann man z..B. bei 100
Würfen 60 Mal auf Kopf setzen und macht im Durchschnitt einen Gewinn.
Was passiert aber, wenn sich die Wahrscheinlichkeit für Kopf im Laufe
der Zeit àndert
Wie muss man dann vorgehen ? (vor allem wenn sich die
Wahrscheinlichkeit sehr schnell àndert)
Dies vergleiche ich mit.Aktienkursen. Dort können sich ja bestimmte
Wahscheinlichkeiten auch àndern. Und wie bekommt man dieses Problem
(Aktienkursen) dann in den Griff?
Oder beschreibe ich die Problematik völlig falsch?



Ja, denn du ignorierst die Tatsache, daß jeder Handel ein Nullsummenspiel
ist. Angelehnt an die physikalische Vorstellung der 'Erhaltungsgröße': es
gibt nach jedem Handel genau so viel Waren (oder Geld und Waren) wie vor
ihm. Nach dem Handel hat der eine Hàndler von jeder Preisànderung genau so
viel Nutzen, wie der andere Schaden hat (ist die Preisànderung null, sind
auch Nutzen und Schaden null). In der Summe können alle Hàndler (Börsianer)
nur wohlhabender werden, wenn wenn ihnen von außerhalb der 'Màrkte'(!)
irgendwie 'mehr' zugeteilt' wird. Wenn dieses 'Mehr' real (nicht
nur 'WertPAPIER') sein soll, muß es vorher von irgendwem erarbeitet werden,
und zwar möglichst vollstàndig (und wenn das nicht geht, dann wenigstens
teilweise) zum Nulltarif, weil sonst wieder ein Nullsummen-Handel
(=Geldausgabe für Arbeitskràfte) im Spiel wàre. Weil das immer schwieriger
wird, übernimmt der Ackermann mittlerweile persönlich die Aufsicht über die
Regierung.

Gingen alle so vor, wie du vorschlàgst, dann fànden alle heraus, daß (obdA)
Aktie X am Freitag in 60% der Fàlle steigt und am Montag in 60% der Fàlle
fàllt. Wenn dann alle deine Strategie verfolgen, gàbe es jeden
Freitagmorgen anderthalbmal soviele Kauf- wie Verkaufsauftràge und die
Kurse würden entgegen aller wissenschaftlichen Erkenntis morgens durch die
Decke gehen, um spàter im Tagesverlauf - wieder entgegen aller
wisenschaftlicnen Erkenntnis - zu fallen und spàtestens am
Freitagabend/Montagmorgen den Boden zu durchstoßen, wenn anderthalbmal
soviele Verkaufsauftràge wie Kaufauftràge eintreffen. Binnen kürzestem
müßte die Regierung alle (oder alle systemnotwendigen?) Börsianer
subventionieren, damit das Spiel weitergehen kann. Solange, bis alle
genügend statistische Erhebungen angestellt haben, um den neuen Ablauf zu
erkennen, und sich darauf einstellen. Dann drehen sich die Verlàufe bei
Aktie X um - und nach allen Börsianern müßten auch noch alle anderen
subventioniert werden. D.h. die Subventionen müssen auf Doppelte steigen
(làuft gerade im EU-Rahmen) und nach n Musterànderungen um den Faktor 2^n.
Denn was würden wir machen, wenn es infolge verdienter Pleite keine
Börsianer und damit keine Börse mehr gàbe? Eine unglaubliche Anzahl
angewandter Mathematiker würde arbeitslos, weil es nichts Sinnvolles mehr
zu tun gàbe...

In der Realitàt gibt es zahllose Handelsstrategien, deswegen gibt es
zahllose sich überlagernde ('Interferenz') und sich dabei teilweise
auslöschende Wellenbewegungen (Krisenzyklen). Deswegen braucht es für den
finalen Krach lànger als ein Wochenende, und deswegen verteilen sich die
Interventionen der Regierung(en) in unübersichtlicher Weise durch Zeit und
Raum (Börsensàle). Aber im Prinzip àndert sich dadurch nichts; der
Gesamtablauf wird nur schlechter durchschaubar. Insbes. làßt sich eben
nicht mehr vorhersagen, wann und aus welchem Anlaß die einzelnen Zyklen
sich zu einem nicht mehr beherrschbaren Gesamtkrach aufschaukeln.

Gruß
Knut

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