Tscheljabinsk und Tunguska-Ereignis

22/02/2013 - 17:19 von Ralf . K u s m i e r z | Report spam
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Moin!

Die Tscheljabinsk-Sache war ja eigentlich schon höchst erstaunlich,
kann aber wohl als vollstàndig aufgeklàrt gelten. Vom
Tunguska-Ereignis weiß man meines Wissens bis heute nichts Genaues,
Meteoroidenreste sind wohl nicht gefunden worden, was verschiedene
Ursachen haben könnte, u. a. die, daß es gar keinen Meteoriten gegeben
hat, sondern ein vulkanisches Ereignis vorgelegen hatte.

Wàre folgendes denkbar:

Beim Tunguska-Ereignis handelte es sich um einen àhnlichen
"Streifschuß" wie bei Tscheljabinsk, aber mit einem wesentlich
größeren Impaktor. Ich würde mir folgendes vorstellen: Der Meteorit
war so groß, daß er durch den Atmosphàrendurchtritt nicht unter die
Fluchtgeschwindigkeit abgebremst wurde und also nicht in der
Atmosphàre explodiert oder abgestürzt ist, sondern "lediglich" einen
àhnlichen Überschallknall wie bei Tscheljabinsk verursacht hat.

Ist ein solcher Vorgang vorstellbar, oder steht das im Widerspruch zu
den Befunden?

Ich würde in dem Fall schon erwarten, daß der extreme Druck und die
Hitze erhebliche Materialmengen von der Impaktor-Oberflàche ablösen,
aber die müßten nicht zwangslàufig zu auffindbaren Trümmerstückchen
führen, sondern könnten verdampft sein.

Wàre die Abschàtzung richtig, daß die Masse des Impaktors wesentlich
größer als die des von ihr durchschlagenen Luftkanals sein müßte,
damit er genügend Energie zum Wiederaustritt behàlt? Kann man daraus
eine Beziehung zwischen Mindestmasse und Perigàumshöhe ableiten?

In welchem Verhàltnis steht eine solche Hypothese zu
Wahrscheinlichkeitsüberlegungen? Ich meine damit folgendes: Von einem
Impaktor würde man erwarten, daß er wahrscheinlich abstürzt, also eine
Perigàumshöhe<0 erreicht (andernfalls wàre es meistens nur ein
harmloser extraatmosphàrischer Vorbeiflug wie im Fall von 2012 DA14).
Daß er "gerade so" den Rand erwischt und nochmal davonkommt, sollte
ziemlich selten im Verhàltnis zur Wahrscheinlichkeit eines Einschlags
sein.

Fragt sich, wie hàufig Einschlàge sind: Sie mußten historisch nicht
immer beobachtet worden sein bzw. geologische Spuren hinterlassen
haben - mit schàtzungsweise 80 % Wahrscheinlichkeit stürzt ein
Impaktor im Meer ab, was global ziemlich folgenlos bleiben und
höchstens einen Tsunami verursachen sollte. Auf dem Land sind
jedenfalls nicht viele Einschlagkrater bekannt. Allerdings sollte sich
die Einschlagwahrscheinlichkeit und damit die Hàufigkeit von
Impaktoren aus den Kratern auf dem Mond ableiten lassen (was
vermutlich schon làngst jemand gemacht hat).

Wenn ich raten sollte, dann würde ich vermuten, daß größere Einschlàge
außerordentlich unwahrscheinlich (in der Gegend von e-5 a^-1) sind
(udn insofern haben wir dringendere Probleme als eine planetare
Meteoritenabwehr). Noch viel unwahrscheinlicher sollten daher solche
"Streifschüsse" sein.


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Richard Vetter
22/02/2013 - 18:16 | Warnen spam
Unter Esoterikern raunt man ja, Nicola Tesla sei verantwortlich für die
Explosion (ich weiß nicht, wie verschroben das ist).
http://www.borderlands.de/net_pdf/N...S35-36.pdf

Gruß,
Richard


http://astroinfo.blog.de/
http://astroinfo.astrologix.de

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