TTL und neue Ings

28/05/2011 - 00:15 von Rolf Bombach | Report spam
Hallo NG

Keine Angst, keine Anfrage, nur eine Geschichte, die das Leben schrub.

Ich bin wieder mal im Nahkampf mit modernen Produkten germanischer
Provenienz. (BTW, ich scheine generell zustàndig für die Experimente
und Anlagen zu sein, die gerade mal streiken. Wochenarbeitszeit
erreiche ich so Donnerstag Vormittags...)

Das Geràt ist im weiteren Sinne so was wie ein DSO. Es hat verschiedene
Triggermöglichkeiten, unter anderem einen "digitalen" Eingang via
üblicher BNC-Buchse. Angeblich "TTL".

2 V triggern nicht. Hatte ich geahnt. Womöglich interne 5V Logik
und Schwelle mit besonders einfach berechenbarem Spannungsteiler
eingestellt. Diese Unsitte riss bereits vor 20 Jahren ein. Oftmals
war früher einfach ein CMOS-Gatter dran.

2.5 V triggern nicht. 2.6 auch nicht. 3.2 V auch nicht.

5 V schon. Der Prozesssteuerungs-Ing hat etwas verdutzt geschaut,
dass ich ein Kàstchen dabei habe, so mit Druckknopf, BNC-
Anschluss und Batterie drin, wo 5V rauskommt. Immerhin wusste
er, was TTL ist...
Der Anlagen-Ing meinte allerdings, TTL bedeute 5V Level. Seine
Kiste, die besagte 3.2 V liefert, müsste dennoch ausreichen,
folglich könne nur das Kabel kaputt sein. Obwohl er gesehen hatte,
dass ich den 5V Test mit diesem Kabel gemacht hatte. (OK, mit
dem hab ich dann nicht mehr diskutiert ;-)).

Egal. Ich hab dann beim Hersteller angerufen. Das war dann schon
mal etwas kafkaesk. Der hat alles intern auf Trouble-Ticket-
Management umgestellt, sodass er angeblich deshalb die Frage
nicht direkt beantworten könne und auch nicht dürfe. Sondern
der Computer muss erst ausrechnen, welcher Ing das am besten
könnte. Und der würde dann zurückrufen. Deshalb müssten sie
jetzt erst mal meine E-mail Adresse haben.
Telefonnummer meinen Sie?
Nein, E-mail-Adresse. Die Telefonnummer sehe ich hier ja, aber
das System arbeitet nach E-mail-Adressen...

Immerhin, jemand hat tatsàchlich zurückgerufen. Und sogar auch
schriftlich geantwortet. Ja, das wàre tatsàchlich ein TTL-
Eingang, also 5V, und dabei zöge er 5 mA. Innenwiderstand wàre
nàmlich 1 kOhm. Das müsste meine Quelle halt abkönnen(sic). Bei
ihrem Geràt wàr eben ein Optokoppler drin.

Soviel zum heutigen Verstàndnis von TTL im speziellen und
zum Ohmschen Gesetz im allgemeinen... Naja, Billiggeràt
eben, keine 80 kEur, und im Rahmen des Projekts wurden
auch nur drei Stück angeschafft. Zubehör war auch nicht
viel teurer.

Grmpf, nun, hab 2 Transis spendiert und einen 50 Ohm-
tauglichen kurzschlusssicheren Levelshifter gebastelt,
jetzt funzt's. 50 Ohm, weil ich ahne, was meine Jungs
wieder dranhàngen, wenn sie gerade nicht eine Leitung
geeigneter Lànge finden. Bin schon froh, dass wir keine
RG58U-BNC-Kabelrollen haben. Gründe für die Kurzschluss-
sicherheit lege ich hier jetzt besser nicht dar.

Schönes WE trotzdem...

mfg Rolf Bombach
 

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#1 Joerg
28/05/2011 - 00:58 | Warnen spam
Rolf Bombach wrote:
Hallo NG

Keine Angst, keine Anfrage, nur eine Geschichte, die das Leben schrub.

Ich bin wieder mal im Nahkampf mit modernen Produkten germanischer
Provenienz. (BTW, ich scheine generell zustàndig für die Experimente
und Anlagen zu sein, die gerade mal streiken. Wochenarbeitszeit
erreiche ich so Donnerstag Vormittags...)

Das Geràt ist im weiteren Sinne so was wie ein DSO. Es hat verschiedene
Triggermöglichkeiten, unter anderem einen "digitalen" Eingang via
üblicher BNC-Buchse. Angeblich "TTL".

2 V triggern nicht. Hatte ich geahnt. Womöglich interne 5V Logik
und Schwelle mit besonders einfach berechenbarem Spannungsteiler
eingestellt. Diese Unsitte riss bereits vor 20 Jahren ein. Oftmals
war früher einfach ein CMOS-Gatter dran.

2.5 V triggern nicht. 2.6 auch nicht. 3.2 V auch nicht.

5 V schon. Der Prozesssteuerungs-Ing hat etwas verdutzt geschaut,
dass ich ein Kàstchen dabei habe, so mit Druckknopf, BNC-
Anschluss und Batterie drin, wo 5V rauskommt. Immerhin wusste
er, was TTL ist...




Klar, Through-the-Lens Modus bei Kameras. Weiss doch jedes Kind :-)


Der Anlagen-Ing meinte allerdings, TTL bedeute 5V Level. Seine
Kiste, die besagte 3.2 V liefert, müsste dennoch ausreichen,
folglich könne nur das Kabel kaputt sein. Obwohl er gesehen hatte,
dass ich den 5V Test mit diesem Kabel gemacht hatte. (OK, mit
dem hab ich dann nicht mehr diskutiert ;-)).

Egal. Ich hab dann beim Hersteller angerufen. Das war dann schon
mal etwas kafkaesk. Der hat alles intern auf Trouble-Ticket-
Management umgestellt, sodass er angeblich deshalb die Frage
nicht direkt beantworten könne und auch nicht dürfe. Sondern
der Computer muss erst ausrechnen, welcher Ing das am besten
könnte. Und der würde dann zurückrufen. Deshalb müssten sie
jetzt erst mal meine E-mail Adresse haben.
Telefonnummer meinen Sie?
Nein, E-mail-Adresse. Die Telefonnummer sehe ich hier ja, aber
das System arbeitet nach E-mail-Adressen...




Geht noch besser. Antwort einer grossen Halbleiterschmiede als ich eine
Diskrepanz im Datenblatt vermutete: "Das ist eine technische Frage. Das
kann der Support nicht beantworten und ich solle die Frage im
Kundenforum stellen." Fiel mir nix mehr ein. Dort kam erwartungsgemaess
ueberhaupt keine Antwort. Mein Kunde und ich veranstalteten dann
gleichzeitig ein Donnerwetter, grosse Firma, beim Blick auf die Email
Domain trat vermutlich Hosenschlottern auf. Daraufhin kamen zuegigst
salutierend zwei Antworten, von zwei verschiedenen Support Ings. Zwei
verschiedene Antworten, die sich widersprachen. Das Datenblatt wird
jetzt geaendert ...


Immerhin, jemand hat tatsàchlich zurückgerufen. Und sogar auch
schriftlich geantwortet. Ja, das wàre tatsàchlich ein TTL-
Eingang, also 5V, und dabei zöge er 5 mA. Innenwiderstand wàre
nàmlich 1 kOhm. Das müsste meine Quelle halt abkönnen(sic). Bei
ihrem Geràt wàr eben ein Optokoppler drin.




Ebenfalls ein Geraet germanischer Provenienz: Standard Logikpegel laut
Anleitung 5V. Manche funktionierten aber nur wenn es bei High weniger
als 3V waren. "Nein, das sei normal und man koenne deshalb keine
Garantieruecknahme autorisieren".


Soviel zum heutigen Verstàndnis von TTL im speziellen und
zum Ohmschen Gesetz im allgemeinen... Naja, Billiggeràt
eben, keine 80 kEur, und im Rahmen des Projekts wurden
auch nur drei Stück angeschafft. Zubehör war auch nicht
viel teurer.




Bei 80k Euro hat man gefaelligst die Klappe zu halten und das zu essen
was auf den Tisch kommt. Wo kaemen wir hin. Waere ja noch schoener,
waere das. Sowas aber auch.


Grmpf, nun, hab 2 Transis spendiert und einen 50 Ohm-
tauglichen kurzschlusssicheren Levelshifter gebastelt,
jetzt funzt's. 50 Ohm, weil ich ahne, was meine Jungs
wieder dranhàngen, wenn sie gerade nicht eine Leitung
geeigneter Lànge finden. Bin schon froh, dass wir keine
RG58U-BNC-Kabelrollen haben. Gründe für die Kurzschluss-
sicherheit lege ich hier jetzt besser nicht dar.

Schönes WE trotzdem...




Gleichfalls :-)

Gruesse, Joerg

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