Twisted-Pair-Ethernet, Schirm und Erdung

28/09/2015 - 00:30 von R.Kiefer.SPAEM | Report spam
N'Abend!

Vor ein paar Tagen hatte ich hier die Diskussion um Fritzboxen und
Gewitter angestoßen, siehe "FritzBoxen, Überspannung über den Zweidraht
und galvanische Trennung". Es war u.a. die Rede vom Schirm der
TwistedPair-Leitungen und Erdungen sowie die Risiken dadurch.

Jetzt bin ich in dieser Ecke am "Basteln" und prompt frage ich mich, wie
ich mit den vorhandenen Geràten umgehen soll.

Vorhanden ist eine 19"-Switch von 3Com mit internem Netzteil und somit
Schuko-Anschluß. Der Schirm aller TwistedPair-Kabel ist zusammengefaßt
und liegt auf dem Schutzkontakt. Klingt logisch. Dasselbe bei einem
einfachen China-Geràt mit internem Netzteil.

Interessant wird's bei Geràten mit Steckernetzteilen. Ein Netgear-Router
mit integrierter Switch wird von einer DC-Wandwarze versorgt. GND ist
mit einem zugànglichen Erdungspunkt und dem Metallgehàuse verbunden,
aber NICHT mit dem Schirm der TwistedPair-Anschlüsse. Die hàngen alle
gemeinsam in der Luft. Eine Switch von Digitus wird ebenfalls von einer
DC-Wandwarze versorgt, aber da haben sich die dortigen Entwickler was
anderes einfallen lassen: das Metallgehàuse ist mit dem Potential aller
Schirme verbunden, GND der Spannungsversorgung hàngt in der Luft.

Anders ist's bei Geràten mit einer AC-Wandwarze: eine LocalTalk-Bridge
(Asante) hat die Schirme vom LocalTalk mit dem 10BaseT und dem Kragen
vom AUI verbunden. Intern ist das GND-Level, aber wg. des
Brückengleichrichters nicht außen an der Spannungsversorgungsbuchse.
D.h. da pendelt sich irgendein gemeinsamer Pegel an den Schirmen ein.
Der 10Base2-Anschluß ist wie üblich mit 1 MOhm "sanft" an den internen
GND-Level geerdet. Ein weiterer alter Hub im Metallgehàuse ist àhnlich
gebaut: Metallgehàuse und Schirme sind eins, die AC-Wandwarze ist über
Brückengleichrichter und GND-Beinchen "geerdet".

Jetzt frage ich mich, wie das mit einem Steckernetzteil eigentlich
funktionieren soll. Die Ausgangsspannung ist praktisch immer
potentialfrei, der Schutzkontakt wird beim Steckernetzteil gar nicht
verwendet. Was passiert bei so einem "niveaulosen" Netz aus
Schirmleitungen, wenn aus einer Ecke Überspannung reinkommt? Annahme bei
dieser Frage: als "guter Deutscher" habe ich rundherum STP-Kabel im
Einsatz.

Gruß, Ralf
 

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#1 Johann Klammer
28/09/2015 - 02:40 | Warnen spam
On 09/28/2015 12:30 AM, Ralf Kiefer wrote:
N'Abend!

Vor ein paar Tagen hatte ich hier die Diskussion um Fritzboxen und
Gewitter angestoßen, siehe "FritzBoxen, Überspannung über den Zweidraht
und galvanische Trennung". Es war u.a. die Rede vom Schirm der
TwistedPair-Leitungen und Erdungen sowie die Risiken dadurch.

Jetzt bin ich in dieser Ecke am "Basteln" und prompt frage ich mich, wie
ich mit den vorhandenen Geràten umgehen soll.

Vorhanden ist eine 19"-Switch von 3Com mit internem Netzteil und somit
Schuko-Anschluß. Der Schirm aller TwistedPair-Kabel ist zusammengefaßt
und liegt auf dem Schutzkontakt. Klingt logisch. Dasselbe bei einem
einfachen China-Geràt mit internem Netzteil.

Interessant wird's bei Geràten mit Steckernetzteilen. Ein Netgear-Router
mit integrierter Switch wird von einer DC-Wandwarze versorgt. GND ist
mit einem zugànglichen Erdungspunkt und dem Metallgehàuse verbunden,
aber NICHT mit dem Schirm der TwistedPair-Anschlüsse. Die hàngen alle
gemeinsam in der Luft. Eine Switch von Digitus wird ebenfalls von einer
DC-Wandwarze versorgt, aber da haben sich die dortigen Entwickler was
anderes einfallen lassen: das Metallgehàuse ist mit dem Potential aller
Schirme verbunden, GND der Spannungsversorgung hàngt in der Luft.

Anders ist's bei Geràten mit einer AC-Wandwarze: eine LocalTalk-Bridge
(Asante) hat die Schirme vom LocalTalk mit dem 10BaseT und dem Kragen
vom AUI verbunden. Intern ist das GND-Level, aber wg. des
Brückengleichrichters nicht außen an der Spannungsversorgungsbuchse.
D.h. da pendelt sich irgendein gemeinsamer Pegel an den Schirmen ein.
Der 10Base2-Anschluß ist wie üblich mit 1 MOhm "sanft" an den internen
GND-Level geerdet. Ein weiterer alter Hub im Metallgehàuse ist àhnlich
gebaut: Metallgehàuse und Schirme sind eins, die AC-Wandwarze ist über
Brückengleichrichter und GND-Beinchen "geerdet".

Jetzt frage ich mich, wie das mit einem Steckernetzteil eigentlich
funktionieren soll. Die Ausgangsspannung ist praktisch immer
potentialfrei, der Schutzkontakt wird beim Steckernetzteil gar nicht
verwendet. Was passiert bei so einem "niveaulosen" Netz aus
Schirmleitungen, wenn aus einer Ecke Überspannung reinkommt? Annahme bei
dieser Frage: als "guter Deutscher" habe ich rundherum STP-Kabel im
Einsatz.

Gruß, Ralf



Die spannungspulse die beim Gewitter aus der telefondose kommen sind angeblich im Gleichtakt.
Und ich habe hier auch schon ueberschlaege bobachtet. typischerweise geht das mainboard kaputt.
der strom fliess gegen erde ab, und die naechste ist eben am pc-netzteil.
Die ethernet-uebertrager sind nicht gross ein hinderniss. evtl geht's besser aus wenn ein patchpanel
mit erdung dazwischen ist. Ich hab' aber keines. Ich zieh' das telefonkabel 'raus, wenn
ich das internet nicht brauche, seitdem ist nichts mehr passiert.

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