Über die Zukunft der Amateurastronomie

11/04/2013 - 03:06 von Jörg Yadgar Bleimann | Report spam
Hi(gh)!

(ein àlterer Kommentar von mir zu einem taz-Artikel zum Thema
Lichtverschmutzung)

Die Welt im Jahr 2050: terrestrisches Spechteln, so mit 4,5-Zoll-Newton
auf der Gartenterrasse, das war einmal, 95 % der Weltbevölkerung leben
(oder besser vegetieren) in »Blade Runner«-màßigen Monster-Metropolen
unter stàndigem bràunlichem Zwielicht, nur in hochgelegenen
Gebirgsregionen sind ab und zu noch Großer Wagen oder Orion erahnbar...
Amateurastronomie spielt sich nur noch virtuell im Internet ab, das
allerdings dank Petabit-Datenleitungen und Echtzeit-Raytracing mit allen
Schikanen. Wer es sich leisten kann, mietet ab und zu mal ein paar
Stunden Beobachtungszeit bei einem der mittlerweile Tausenden von
automatischen Weltraumteleskopen in verschiedenen Erdumlaufbahnen, den
Lagrangepunkten der Erde oder auf der Mondrückseite (sofern er nicht
sogar ein eigenes privates Observatorium im Orbit hat). Ja, und dann
gibt es noch die Nostalgiker, die keine Gelegenheit auslassen, die
wenigen Lànder zu bereisen, die dank widriger politischer Verhàltnisse
bislang von mit wirtschaftlicher Entwicklung einhergehender
Streulichtverseuchung verschont geblieben sind: Afghanistan z. B.
bestreitet einen nicht geringen Teil seiner Staatseinnahmen aus solchem
Astro-Tourismus...

http://www.taz.de/Problem-Lichtvers...ommentare/!c27707/
 

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#1 Frank Feger
17/05/2013 - 02:13 | Warnen spam
Hi!

Am 11.04.2013 03:06, schrieb Jörg 'Yadgar' Bleimann:

Die Welt im Jahr 2050: terrestrisches Spechteln, so mit 4,5-Zoll-Newton
auf der Gartenterrasse, das war einmal, 95 % der Weltbevölkerung leben
(oder besser vegetieren) in »Blade Runner«-màßigen Monster-Metropolen
unter stàndigem bràunlichem Zwielicht, nur in hochgelegenen
Gebirgsregionen sind ab und zu noch Großer Wagen oder Orion erahnbar...



So schlimm wird es nicht werden. Metropolen dehnen sich aus, andere
Stàdte dehnen sich aus, aber in làndlichen Bereichen gibt es diese
Tendenz kaum. Da neue Metropolen kaum entstehen dürften, sollte es
weiterhin dunkle Bereiche in vielen Làndern geben.

gibt es noch die Nostalgiker, die keine Gelegenheit auslassen, die
wenigen Lànder zu bereisen, die dank widriger politischer Verhàltnisse
bislang von mit wirtschaftlicher Entwicklung einhergehender
Streulichtverseuchung verschont geblieben



Es gibt auch Regionen auf der Erde, selbst in Europa, in welchen
die Ansiedlung von Menschen in größerem Ausmaß mit soviel Aufwand
verbunden wàre, daß man davon Abstand nehmen dürfte. Das betrifft
Wüsten und wüstenàhnliche Steppen, Hochgebirge und heutzutage noch
Eisgebiete. Böden mit extremem Salzgehalt fördern den Aufenthalt
von Menschen genauso wenig wie verseuchtes Land.

Ebenfalls werden die Regionen von Streulicht nur wenig beeinflußt
bleiben, in welchen große Flàchen für andere Zwecke benötigt werden.
Das betrifft insbesondere jene extensiven Agrargebiete wie die im
amerikanischen Mittelwesten, könnte auf die Dauer aber auch auf
große Solarkraftwerke zutreffen.

Ein weiterer Fall sind Naturschutzgebiete, von denen einige sehr
groß sind.


Grüße,

F^2

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