UDF und DVD-RAM

28/03/2008 - 22:14 von Christian Koch | Report spam
Hallo allerseits,

in der Wikipedia und Wikibooks sind mir einige Ungereimtheiten bzgl. UDF und
DVD-RAM aufgefallen. Bevor ich dort Korrekturen vornehme, möchte ich mich
hier aber noch einmal vergewissern.

Ich zitiere:

1) "UDF (ab Version 1.50) ... beschreibt das Medium an jeder Stelle gleich
oft, indem es jeweils an Stellen schreibt, die noch nicht - oder noch
nicht so oft - benutzt wurden."
<http://de.wikibooks.org/wiki/DVD-RAM/_Kapitel4>

"UDF-Versionen 1.50 und höher führen daher eine Liste von Bereichen,
welche schon beschrieben wurden und wie oft diese beschrieben wurden.
Wenn in einem solchen UDF-Dateisystem eine neue Datei gespeichert wird
geschieht dies daher an einer Stelle, die noch nicht oder noch nicht so
oft belastet wurde, die Gesamtbelastung des optischen Mediums wird somit
in etwa auf gleich gehalten."
<http://de.wikipedia.org/wiki/Packet-Writing>

Meines Wissens führt UDF bei wiederbeschreibbaren Medien keine Liste über
die Hàufigkeit beim Beschreiben. Dies würde sicherlich auch zur
Fragmentierung des Dateisystems führen.

Tatsàchlich ist ab UDF 1.50 ein Software-Defektmanagement optional
vorgesehen. Erkannte fehlerhafte Sektoren werden in sog. Sparing Tables
eingetragen und durch fehlerfreie Sektoren ersetzt. Es wird aber nicht
gezàhlt, wie oft ein Bereich bereits überschrieben wurde.

2) "UDF 1.02 bringt für die DVD-RAM zu wenig Unterstützung mit und ist auch
nicht für dieses Medium entwickelt worden. Man verspielt den Vorzug, die
DVD-RAM wie eine Festplatte verwenden zu können, weil man UDF-Version
1.02 wie auch ISO 9660 in einem Stück schreiben muss.
[...] Von anderen UDF-Versionen als 1.50 und 2.01 ist daher abzuraten."
<http://de.wikibooks.org/wiki/DVD-RAM/_Kapitel4>

"UDF-Version 1.02 ist ein statisches Dateisystem, vergleichbar mit
ISO 9660, das beispielsweise als 'ISO/UDF-Bridge' für DVD-Video zum
Einsatz kommt."
<http://de.wikipedia.org/wiki/Packet-Writing>

UDF 1.02 ist kein statisches Dateisystem. Meines Wissens ist UDF von Beginn
an für MO und DVD-RAM und deren nicht-sequentielles Beschreiben ausgelegt.
Ich selbst nutze DVD-RAM zusammen mit UDF 1.02 problemlos. Selbst in der
Hilfe von Windows Vista steht:

"Livedateisystemversion 1.02: Dieses Format kann unter Windows 98 sowie
von vielen Apple Computern gelesen werden. Sie sollten diese Version
verwenden, wenn Sie Datentràger mit dem Format DVD-RAM oder MO
(magnetooptisch) formatieren möchten."

UDF 1.50 bringt Unterstützung für Medien ohne Hardware-Defektmanagement und
Packet Writing mit. Dazu werden Sparing Tables und Virtual Allocation Tables
definiert, die aber bei DVD-RAM nicht benötigt werden. Der UDF-Standard
verbietet für DVD-RAM sogar explizit das Anlegen dieser Tables:
"6.12.1 Requirements for DVD-RAM"
<http://www.osta.org/specs/pdf/udf20...ta.pdf>
<http://www.osta.org/specs/pdf/udf250.pdf>

Sicherlich schadet es nicht, eine UDF-Revision > 1.02 zusammen mit DVD-RAM
zu benutzen. Aber davon abzuraten und UDF 1.50 als kompatibelste Revision
für DVD-RAM darzustellen, wie es das Wikibook macht, halte ich für falsch.

Seht ihr die beiden o.g. Punkte genauso wie ich? Habe ich vielleicht einen
Denkfehler, und die Wiki-Artikel liegen richtig?

Christian.
 

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#1 Hubert H.P. Wachter
28/03/2008 - 22:54 | Warnen spam
On Fri, 28 Mar 2008 22:14:57 +0100, "Christian Koch"
wrote:


Seht ihr die beiden o.g. Punkte genauso wie ich? Habe ich vielleicht einen
Denkfehler, und die Wiki-Artikel liegen richtig?



M.E. siehst du das richtig.

Ergànzend würde ich anfügen, dass die 'ideale' Version von UDF auf RAM
allenfalls vom Anwendungszweck abhàngen wird. Wenn jemand da nicht
wirklich eine Funktion nennen kann, die er braucht (und von UDF auf
RAM geboten werden kann), dann braucht er auch in aller Regel nur
1.02.

MfG,
Hubert

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