Uebertakten

31/10/2013 - 00:21 von ram | Report spam
Ein an sich recht leistungsschwacher Atom-Prozessor wird
derzeit auf zirka 25 % über seiner Nennfrequenz übertaktet.
Temperaturwerte sind derzeit nicht verfügbar. Um den
Prozessor nicht zu überhitzen, ist nun schon die
Betriebssystemoption aktiviert worden, welche den Takt
vermindert, wenn kein Bedarf besteht.

Es wàre nun denkbar, den Prozessor versuchweise noch höher
zu takten. Bisher gab es noch keinen Absturz. Aber ist es
relativ sicher, daß er eine Überhitzung selber erkennt und
sich dann vorübergehend abschaltet oder sollte man sich beim
Übertakten »freiwillig« auf ein gewisses Maß beschrànken?
 

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#1 Marcel Müller
31/10/2013 - 00:45 | Warnen spam
Hallo,

Am 31.10.2013 00:21, schrieb Stefan Ram:
Ein an sich recht leistungsschwacher Atom-Prozessor wird
derzeit auf zirka 25 % über seiner Nennfrequenz übertaktet.
Temperaturwerte sind derzeit nicht verfügbar. Um den
Prozessor nicht zu überhitzen, ist nun schon die
Betriebssystemoption aktiviert worden, welche den Takt
vermindert, wenn kein Bedarf besteht.

Es wàre nun denkbar, den Prozessor versuchweise noch höher
zu takten. Bisher gab es noch keinen Absturz. Aber ist es
relativ sicher, daß er eine Überhitzung selber erkennt und
sich dann vorübergehend abschaltet oder sollte man sich beim
Übertakten »freiwillig« auf ein gewisses Maß beschrànken?



je nachdem wie weit auf der Kante CPUs genàht sind, gibt es bei 10-15%
mehr Takt oft die ersten Fehler. Dabei ist aber nicht unbedingt der
Aufdruck auf der Pappschachtel der CPU die Messlatte, sondern eher die
Design-Limits der Chip-Revision. Das ist meist der höchste Takt, mit dem
ein Stepping verkauft wird, sofern dabei nicht bereits andere
Betriebsparameter, wie die Kernspannung abweichend konfiguriert sind.
Dem liegt die Annahme zugrunde, dass der Yield an Chips, die den
maximalen Takt schaffen, bei wirtschaftlich rentablen und ausgereiften
Prozessen deutlich über dem Bedarf liegt.

Die Fehler durch übertakten sind zum Teil ziemlich subtil und führen
keineswegs immer gleich zum Absturz. Es ist eher so, dass scheinbar
alles geht, nur genau ein Programm macht genau eine Aufgabe nicht mehr
erwartungsgemàß, und das vielleicht auch nur bei erhöhter Raumtemperatur
oder nicht jedes mal. Das Problem làsst sich dann durch Reduktion des
Taktes beheben. Die Kunst ist es im allgemeinen, diesen Zusammenhang
erst einmal herzustellen. Man muss also schon ziemlich intensiv unter
verschiedenen Lastsituationen testen, wenn man sich sicher sein will.

Die thermische Seite ist bei reiner Takterhöhung erst mal gar nicht so
kritisch, zumal noch bei CPUs, die ohnehin wenig Strom ziehen. Das liegt
daran, dass der Verbrauch in erster Nàherung nur linear mit der
Taktfrequenz skaliert.

Anders sieht die Sache aus, wenn man zur Stabilisierung des höheren
Taktes auch die Kernspannung erhöht. Das wirkt sich zusàtzlich
quadratisch auf den Verbrauch aus, bei Leckströmen (Idle-Verbrauch)
sogar exponentiell. Und da nicht selten an beiden Schrauben gedreht
werden muss, landet man schnell mal bei der dritten Potenz. Und dabei
wàren 25% schon schmerzhaft - doppelte Temperatur, bezogen auf die
Umgebungstemperatur unter sonst gleichen bedingungen.


Marcel

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