Umstellung von IPv4- auf IPv6-Adressen: Probleme?

04/02/2011 - 14:23 von Louis Noser | Report spam
Grüss Euch

Gerade eben habe ich in einer Tageszeitung gelesen, dass seit gestern
alle IPv4-Adressen vergeben sind (siehe Artikel unten).

Die Einführung von IPv6 verlaufe schleppend, heisst es da.

Wo liegt das Problem?

Vielleicht bei den DNS-Servern, deren Zuordnungs-Listen (URL ->
IP-Adresse) erst umgeschrieben werden müssen?

Kann mein Browser IPv6 (Firefox 3.6.13) oder braucht es Updates?

Ein Mail-Reader muss auch mit IP-Adressen umgehen können, oder? (Kann
mein Thunderbird 3.1.7 die neue IP-Version?)

Oder sehe ich das falsch, insofern, dass Browser und Mailreader die URL
oder eine direkt eingegebene IP-Adresse (unabhàngig, ob v4 oder v6) nur
weiterleiten?

Wie machen sich etwaige Probleme bei der Umstellung für den
Internet-Nutzer bemerkbar? Unerreichbare Webseiten?

Vielen Dank.

Grüsse
Louis

Tages-Anzeiger von Freitag, 4.2.11
Seit gestern sind alle bisher verwendeten sogenannten IPv4-Adressen
vergeben. Der Vorrat der rund 4,3 Milliarden eindeutigen Nummern, anhand
derer Computer auf dem Internet miteinander kommunizieren, ist somit
aufgebraucht. Die zustàndigen Internet-Organisationen haben das Problem
schon vor über 20 Jahren erkannt und mit dem Nachfolge-Standard IPv6
einen riesigen Pool weiterer Adressen bereitgestellt. Noch aber verlàuft
dessen Einführung seitens der Wirtschaft nur schleppend – das wird sich
nun rasch àndern müssen. In der Schweiz will sich der neu gegründete
IPv6-Council dafür einsetzen, dass die Umstellung effizient verlàuft.
 

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#1 Juergen Ilse
04/02/2011 - 15:41 | Warnen spam
Hallo,

Louis Noser wrote:
Gerade eben habe ich in einer Tageszeitung gelesen, dass seit gestern
alle IPv4-Adressen vergeben sind (siehe Artikel unten).



Die IANA hat die letzten Bloecke an die "regional Registries" (ARIN,
Ripe, ...) vergeben. Diese haben teilweise ihre Vergabepolitik bei der
Vergabe neuer Adressbloecke an die LIR (Local Internet Registries,
sprich Provider) geaendert.

Die Einführung von IPv6 verlaufe schleppend, heisst es da.
Wo liegt das Problem?



Zum einen ein "Henne-Ei" Problem: solange kaum Inhalte per IPv6 angeboten
werden, hat niemand der "Endkunden" genuegend Interesse an IPv6, solange
kaum Endkunden IPv6-Anschluesse haben, gibt es fuer die Anbieter kaum
Gruende, auf IPv6 umzusteigen, sofern sie noch mit IPv4 hinkommen ...
Zum anderen sind noch viele Geraete (u.a. Loadbalancer) im Einsatz, die
nicht oder nur eingeschraenkt mit IPv6 umgehen koennen, was auf seiten
der "Content-Anbieter" nicht unbedingt die Bereitschaft steigert, IPv6
zu verwenden

Vielleicht bei den DNS-Servern, deren Zuordnungs-Listen (URL ->
IP-Adresse) erst umgeschrieben werden müssen?



Da wird ohnehin dauernd geaendert, voellig unabhaengig von der Frage ob
IPvb4 oder IPv6 ...

Kann mein Browser IPv6 (Firefox 3.6.13) oder braucht es Updates?



Firefox kann (wie sehr viele andere Programme auch) problemlos mit IPv6
umgehen.

Ein Mail-Reader muss auch mit IP-Adressen umgehen können, oder?



Nicht unbedingt, sofern alle Server mit denen er reden muss auch per IPv4
erreichbar sind oder er vielleicht sogar nur mit lokal auf dem Rechner
liegenden Mailboxen umgeht und zum versenden ein externes Programm (z.B.
sendmail) verwendet ...

(Kann mein Thunderbird 3.1.7 die neue IP-Version?)



Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit ja (was dir aber nichts
nuetzt, solange du nicht auch eine IPv6-Netzanbindung hast und alle Server
auf die du zugreifen willst, ebenfalls per IPv6 erreichbar sind).

Wie machen sich etwaige Probleme bei der Umstellung für den
Internet-Nutzer bemerkbar? Unerreichbare Webseiten?



Es sind einfach 2 unterschiedliche Netzwerkprotokolle. Wenn du im lokalen
Netz IPv4 und IPX (z.B. eine aeltere Novell-Installation) benutzt, muss
dein Rechner und die darauf laufenden Netzwerkprogramme beide Protokolle
beherrschen, oder sie koennen ggfs. nur mit einem Teil der Infrastruktur
kommunizieren. Bei IPv4 und IPv6 im Internet ist es das gleiche, nur im
"etwas groesseren Massstab" ...

Tschuess,
Juergen Ilse ()
Ein Domainname (auch wenn er Teil einer Mailadresse ist) ist nur ein Name,
nicht mehr und nicht weniger ...

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