Umstieg von Windows auf Debian?

12/09/2013 - 23:54 von Sascha K | Report spam
Hallo,

habe einen Rechner mit 64-Bit-Windows-7-Betriebssystem, der
mich nervt, weil
- er dauernd abstürzt,
- keine Windows-7-DVD dabei ist,
- nichts reibungslos so funktioniert wie in Anleitungen
behauptet,
- er sich stàndig automatisch kaputt-updatet,
- von den Programmen, die ich tàglich brauche (vor allem
LaTeX und GsView), keine vorinstalliert sind und die
Firewall mich inzwischen sogar am Download von
MiKTeX 2.9 hindern will anstatt mich downloaden und
installieren zu lassen ...
- das Ding seit neuestem nicht mal mehr in der Lage ist, meine
Dateien auf eine Speicherkarte zu kopieren - offenbar gabs
erst ein nicht nachvollziehbares Problem mit den
Berechtigungen, was aber nicht gemeldet wurde, sondern
dazu führte, dass etliche Dateien _stillschweigend!_ nicht
kopiert worden sind.
Dann gabs plötzlich Fehlermeldungen mit Fehlercode-Nummer,
aber ohne vollstàndige Pfadangaben bei den Dateien, die nicht
kopiert worden sind.
Googeln im Internet nach der Fehlernummer brachte auf der
sogenannten Microsoft-Knowledge-Base einen Erguss hervor, in
dem es bizarrer Weise hiess, es gàbe Probleme mit dem
NTFS-Volume, die dadurch zu lösen seien, dass man irgendwo
in der Systemsteuerung bei Wàhrungen als Dezimaltrennzeichen
statt des Komma einen Punkt angebe ...
- man als Anwender vom eigenen System ausgesperrt bleibt
insofern als die Suche nach sowohl korrekten als auch
brauchbaren Informationen darüber, was wie funktioniert,
einem Lotteriespiel gleicht.
- mir schon die Vorgàngerversionen von Win 7 Magengeschwüre
verursacht haben.

Jedenfalls halte ich diese ganze M$-Verarsche nervlich nicht
mehr durch und will definitiv möglichst weit weg von
Microsoft-Produkten.


Meine Kenntnislage ist bisher aber leider auf
Microsoft-Betriebssysteme beschrànkt:

- 1991 habe ich angefangen, mit Computern umzugehen.
80386er mit MS-DOS 5.0 und Windows 3.1. Programmiert habe ich
damals mit TASM und Borland-Turbo-Pascal 5.0 - 7.01.
(Das war noch ertràglich.)
- 1996 kam ein Pentium 200 mit Windows 95 ins Haus.
(Kurz darauf begann ich, Computer als Irrsinn zu empfinden.)
- 1997 war ich gezwungen, ein bisschen C zu lernen. (Borland-C-
Compiler.) Aber bestimmt nicht so, dass man brauchbare
Programme hàtte schreiben können, sondern nur so, dass man
den kursbetreuenden notorisch überforderten Dozenten nicht
verwirrte. Auch war ich gezwungen, mich mit MS-Office 97 zu
beschàftigen. Anbetrachts der Autoformatierung bei Word 97
begann ich, EdLin zu vermissen ...
- 1999 kam ein Rechner mit Win98 ins Haus.
(Den empfand ich als irgendwie unberechenbar und habe mit der
Zeit meinen Umgang damit auf das Erstellen und Zurückspielen
von Backup beschrànkt.)
- An der Uni hatte ich ab und an an Rechnern zu tun, die nicht
von mir "administriert" waren und auf denen alle möglichen
Windows-Varianten installiert waren, sodass ich zur
oberflàchlichen Bedienung und zum sklavischen Befolgen von
Anleitungen und zum Herumpfuschen an Umgebungsvariablen und in
der Registry in der Lage bin, auch wenn ich keine Ahnung habe,
wie die Dinge wirklich funktionieren.
- 2009 musste ein neuer Rechner her, da der Pentium 200 von 1996
dem Zeitgeist nicht mehr gewachsen war. Der alte Pentium 200
funktioniert an sich top, hat aber bspw kein USB und es wird
auch jedesmal schwieriger, für das AT-Netzteil einen neuen
Lüfter zu bekommen ...
Der neue Rechner làuft mit Windows 7. Wenn er mal grade nicht
abgestürzt ist. Und könnte mich in den Wahnsinn treiben...


Ich stehe also, was Linux angeht, völlig ahnungslos da.

Ich möchte aber trotzdem keine Debatte vom Zaun brechen darüber,
welche Distribution für mich am geeignetsten sein könnte, denn
ich habe jetzt einige Zeit im Internet herumgelesen und nach
meiner Herumleserei habe ich das Bauchgefühl (mehr als
Bauchgefühl ist es nicht), dass evtl Debian das richtige sein
könnte.

Ich möchte jedenfalls ein System haben, das mich nicht mit
Auto-Updates und dergleichen verarscht, und bei dem mir das
Wissen, wie es funktioniert, nicht vorenthalten wird, und bei
dem ich mich nicht dumm und dàmlich zahle für Software, die dann
doch nicht funktioniert.


Allerdings habe ich, bevor ich mich daran mache, mich da
einzuarbeiten, ein paar Fragen:

- Muss man bei Debian viel Masochismus aufbringen, um an
dasjenige Informationsmaterial lediglich zu gelangen, das man
braucht, wenn man lernen will, wie die Dinge tatsàchlich
funktionieren auf dass man Eingriffe ins System nachvollziehen
und durchschauen und mit der Zeit selbst Dinge
compilieren/programmieren kann?

- Ich möchte unter anderem folgende Hardware verwenden:

+ HP OfficeJet 6500 . Sowohl zum Scannen als auch zum Druken
als auch zum Faxversand.

+ An COM-Port (RS232) angeschlossene alte ISDN-Telefonanlage
konfigurieren.

+ An COM-Port (RS232) angeschlossenes altes 3COM-US-Robotics-
Message-Modem (V90) verwenden. Nicht unbedingt zur Einwahl
ins Internet, aber es hat einen Faxspeicher und einen
Anrufbeantworter mit Nachrichtenspeicher.
Den Faxspeicher und den Anrufbeantworter-Nachrichtenspeicher
würde ich gerne abrufen können.

+ Adapter USB auf RS232, um o.g. alte Geràte über USB-Port
anschliessen zu können.

+ Fotos via USB-Kàbelchen von der DigiCam auf den Rechner
übertragen und vice versa.

+ SmartPhone via USB-Kàbelchen mit Rechner verbinden, um
Firmware-Updates durchzuführen und Dateien (Photos etc)
zu übertragen. (-> Samsung Kies...)

+ Einen Fernseher über HDMI-Anschluss als zweiten Bildschirm
verwenden bzw als Bildschirmerweiterung verwenden.

+ An USB-Port anschliessbares 1.44MB-Floppy-Disk-Laufwerk.

+ An USB-Port anschliessbaren DVD-Brenner.

+ USB-Radio- und Fernsehtuner DVB-T/DVB-C/Analog.
(Terratec Cinergy HTC USB XSHD)

Welche dieser Dinge sind unter Debian problematisch?

- Ich selbst arbeite, was Texte angeht, meist mit LaTeX und dvi
und pdf und (Encapsulated) PostScript, würde aber trotzdem
gerne in der Lage sein, Microsoft-Office-Dateien (insbes
Word/Excel/Access) zu öffnen.

Gibts unter Debian Programme, mit denen das problemlos
geht? (Open Office?)

- Skypen und DVDs anschauen würde ich auch gerne können.

Gibts unter Debian Programme, mit denen das problemlos geht?

(Ich weiss, unter Debian könnte man zur Not Windows in eine
virtuelle Maschine installieren und dann unter Windows arbeiten.
(VMWare, Oracle Virtual Machine). Aber dann hàtte ich ja wieder
den Windows-Ärger den ich nicht mehr haben will. Bloss mit noch
einer weiteren "Systemschicht" darum herum.)



Jetzt ist mein Posting doch etwas lang geraten.

Vielen Dank fürs Lesen und für brauchbare Antworten.


Gruss

Sascha
 

Lesen sie die antworten

#1 Volker Gringmuth
13/09/2013 - 00:15 | Warnen spam
Sascha K wrote:

ich habe jetzt einige Zeit im Internet herumgelesen und nach
meiner Herumleserei habe ich das Bauchgefühl (mehr als
Bauchgefühl ist es nicht), dass evtl Debian das richtige sein
könnte.



Jedenfalls keine schlechte Wahl, damit hab ich auch angefangen. Inzwischen
bin ich bei Kubuntu, aber das ist Geschmackssache.

- Muss man bei Debian viel Masochismus aufbringen, um an
dasjenige Informationsmaterial lediglich zu gelangen, das man
braucht, wenn man lernen will, wie die Dinge tatsàchlich
funktionieren auf dass man Eingriffe ins System nachvollziehen
und durchschauen und mit der Zeit selbst Dinge
compilieren/programmieren kann?



Nein.

+ SmartPhone via USB-Kàbelchen mit Rechner verbinden, um
Firmware-Updates durchzuführen und Dateien (Photos etc)
zu übertragen. (-> Samsung Kies...)



Dateiübertragung ist überhaupt kein Thema, das Ding wird als Massenspeicher
erkannt und kann gemountet werden. Wie’s mit Firmwareupdates aussieht, weiß
ich nicht.

- Ich selbst arbeite, was Texte angeht, meist mit LaTeX und dvi
und pdf und (Encapsulated) PostScript, würde aber trotzdem
gerne in der Lage sein, Microsoft-Office-Dateien (insbes
Word/Excel/Access) zu öffnen.

Gibts unter Debian Programme, mit denen das problemlos
geht? (Open Office?)



LibreOffice.

- Skypen und DVDs anschauen würde ich auch gerne können.



Skype und VLC sind beide für Linux erhàltlich und sollten unter Debian
problemlos laufen, unter Kubuntu tun sie’s jedenfalls.


vG

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