"Unkontrollierte Kettenreaktion" im Fokus von AKW-Pannen...

15/03/2011 - 10:25 von Thomas | Report spam
Ich hoffe, dass ein Physiker da aufklàrend wirken kann...

Da liest man in Zusammenhang mit den aktuellen japanischen AKW-Pannen
auch immer wieder von unkontrollierter Kettenreaktion".

Natürlich kann ich mir vorstellen, wenn bei der Kernschmelze als wie
mehr flüssigheisses Uran zusammenfliesst, dass schnell mal die
kritische Masse überschritten wird.

Es gibt Brennstaebe aus Misch-Oxyden (MOX), wo es auch Plutonium drin
hat. Plutonium hat eine wesentlich geringere kritische Masse als
angereichertes Uran. Es wird da auf die Mischungsanteile ankommen, wo
die kritische Masse liegt.

Wie auch immer, angenommen es setzt eine unkontrollierte
Kettenreaktion ein, dann entstehen doch "Mitkopplungseffekte" die dazu
führen, dass sich die Reaktion "hochschaukelt" und eine typische
atomare Explosion erfolgt, wie bei einer atomaren Spaltbombe.

In diesem Fall würde es doch bedeuten, dass eine Explosion
unvorstellbaren Ausmasses passiert und das am Boden. Dabei befinden
sich die Temperaturen im Kernbereich der Explosion im Millionen
Gradbereich.

Ist das so tatsàchlich möglich bei einem Super-Gau eines
Atomkraftwerks?

Wenn nein, was versteht man bei einem AKW unter "Unkontrollierte
Kettenreaktion"?

Und, der Unterschied zwischen Gau und Super-Gau ist mir nicht so recht
klar geworden, obwohl ich im Wiki heute früh dazu einen Artikel
gelesen habe. Vielleicht kann das hier ein Experte mit wenig Worten
klar machen.

Vielen Dank für die Antworten zum Voraus.

Gruss
Thomas
http://www.elektronik-kompendium.de.../schaerer/
 

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#1 Michael
15/03/2011 - 11:21 | Warnen spam
On 15 Mrz., 10:25, Thomas wrote:
Ich hoffe, dass ein Physiker da aufklàrend wirken kann...

Da liest man in Zusammenhang mit den aktuellen japanischen AKW-Pannen
auch immer wieder von unkontrollierter Kettenreaktion".

Natürlich kann ich mir vorstellen, wenn bei der Kernschmelze als wie
mehr flüssigheisses Uran zusammenfliesst, dass schnell mal die
kritische Masse überschritten wird.

Es gibt Brennstaebe aus Misch-Oxyden (MOX), wo es auch Plutonium drin
hat. Plutonium hat eine wesentlich geringere kritische Masse als
angereichertes Uran. Es wird da auf die Mischungsanteile ankommen, wo
die kritische Masse liegt.

Wie auch immer, angenommen es setzt eine unkontrollierte
Kettenreaktion ein, dann entstehen doch "Mitkopplungseffekte" die dazu
führen, dass sich die Reaktion "hochschaukelt" und eine typische
atomare Explosion erfolgt, wie bei einer atomaren Spaltbombe.

In diesem Fall würde es doch bedeuten, dass eine Explosion
unvorstellbaren Ausmasses passiert und das am Boden. Dabei befinden
sich die Temperaturen im Kernbereich der Explosion im Millionen
Gradbereich.

Ist das so tatsàchlich möglich bei einem Super-Gau eines
Atomkraftwerks?



Ja, wenn man Pech hat.
D.h. wenn durch eine Verkettung unglücklicher Umstànde, die nach
Murphy unvermeidlich ist, eben die kritische Masse zusammenkommt.
Das ist ja nicht viel:
http://de.wikipedia.org/wiki/Kritische_Masse

Wenn nein, was versteht man bei einem AKW unter "Unkontrollierte
Kettenreaktion"?



Genau das. Die Kernspaltung erzeugt soviele Neutronen, daß die
Kernspaltung immer weitergeht und nicht mehr automatisch aufhört.
Wird im Durchschnitt mehr als ein Neutron pro Spaltung erzeugt, kann
es zur Explosion kommen.

Und, der Unterschied zwischen Gau und Super-Gau ist mir nicht so recht
klar geworden, obwohl ich im Wiki heute früh dazu einen Artikel
gelesen habe. Vielleicht kann das hier ein Experte mit wenig Worten
klar machen.



Das ist keine Frage für Experten, weil diese Bergiffe nicht von
Experten erfunden werden.

Man stellt nur alle paar Jahre fest, das der "größte anzunehmende
Unfall" gar nicht der größte anzunehmende Unfall war, sondern es noch
größere gibt.

Und wenn mal eine nukleare Explosion in einen AKW stattfindet hast du
gleich ein neues Wort. Wie wàr's mit Hyper-Gau?


Michael

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