Update bei xBSD

26/03/2009 - 11:53 von Harald Kaula | Report spam
Guten Morgen *!

So langsam bahnt sich bei uns in der Firma an, daß wir neue Rechner
bekommen. Ich habe mit dem Chef abgesprochen, daß die neuen Kisten nicht
mehr mit Windows, sondern mit einem freien OS ausgestattet werden
sollen. Der Umstieg wird bestenfalls für die Mitarbeiter eine
Herausforderung, weil einige Sachen dann doch anders aussehen. Von der
Software her erwarte ich keine Probleme, weil wir z.B. sei Jahren
OpenOffice benutzen.

Einen Pinguin muß ich nicht unbedingt in Haus holen, dafür ist es bei
uns einfach nicht kalt genug. ;-) Allerdings ist bei den diverse Arten
von Pinguin auch nicht alles schlecht.

Windows hat einige Sachen, die auch ganz nett sind, z.B.

- breiteste Hardware-Unterstützung (praktisch jeder schreibt treiber
für Windows)
- relativ schmerzfreie (und zügige Installation)
- einfaches und automatisches Update (nach dem das System bisher
immer weiter funktioniert hat)

Den ersten Punkt kann man vergleichsweise leicht umschiffen - man kauft
einfach die passende Hardware. Punkt geklàrt. :-)

Bei den anderen beiden wird es schon wieder etwas haariger. Ich habe mal
etwas mit Ubuntu rumgespielt und war beeindruckt, wie schmerzfrei die
Installation ging. in der c't wurde das einfache (und scheinbar
funktionierende) Update gelobt.

Wie sieht das denn mit den BSDs aus? Ich bevorzuge NetBSD und das ist
vom Comfort Lichtjahre entfernt. Da fehlt bei dem Installationsprogramm
ja sogar die Möglichkeit, einen Schritt nochmal zu machen (gewissermaßen
eine Zurück-Taste). Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt: Mich stört
nicht, daß da nichts graphisch ist und ich keine Maus nutzen kann. Es
muß nicht bunt sein, aber funktional darf es ruhig sein.

Wenn ich jetzt mal das Szenario eines Arbeitsrechners nehme, wo ich ein
System installieren muß, mit X und dem ganzen Zubehör (also z.B. KDE),
Sound, etc. dann muß ich zumindest bei NetBSD schon deutlich mehr
arbeiten. *Das* wàre jetzt noch kein Problem. Aber wie sieht es mit dem
Update aus? Ich weiß, daß alle BSDs ein Update über die Quellen
erlauben. Das bauen könnte man noch über Nacht laufen lassen, aber in
diesem Update sind doch nur die Quellen für das OS selbst (inkl. MTA und
ein paar anderen Sachen) enthalten. Nicht aber z.B. X. Hier wird es
nàmlich problematischer. Ein Update über pkgsrc oder ports (FreeBSD) ist
nicht ganz trivial, geht vergleichsweise oft schief und man landet oft
in "dependency-hell".

Vereinfacht gesagt:
Kann man mit einem der BSDs ein Update durchführen, wo vergleichsweise
wenig Handarbeit notwendig ist? Es dürfen schon zwei oder drei Schritte
sein (z.B. OS, X, Anwendungen), aber es sollten nicht 10 sein (daß ich
einen halben Tag vor jedem Rechner sitzen muß) und vor allem sollten die
Erfolgschancen für so ein Update gut aussehen.

Ist das ein zu großer Wunsch?

Viele Grüße!
Harry
 

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#1 Matthias Andree
27/03/2009 - 09:40 | Warnen spam
Am 26.03.2009, 11:53 Uhr, schrieb Harald Kaula :

Windows hat einige Sachen, die auch ganz nett sind, z.B.

- breiteste Hardware-Unterstützung (praktisch jeder schreibt treiber
für Windows)
- relativ schmerzfreie (und zügige Installation)
- einfaches und automatisches Update (nach dem das System bisher
immer weiter funktioniert hat)

Den ersten Punkt kann man vergleichsweise leicht umschiffen - man kauft
einfach die passende Hardware. Punkt geklàrt. :-)

Bei den anderen beiden wird es schon wieder etwas haariger. Ich habe mal
etwas mit Ubuntu rumgespielt und war beeindruckt, wie schmerzfrei die
Installation ging. in der c't wurde das einfache (und scheinbar
funktionierende) Update gelobt.

Wie sieht das denn mit den BSDs aus?



Ich würd's auf dem Desktop bleiben lassen. Updateprozeduren beinhalten
normalerweise die komplette Neuübersetzung der Pakete, und es gibt keine
"stabilen" Paket-Versionen bei z. B. FreeBSD. NetBSD hat zwar
Quartalsbranches für Software von dritten, OpenBSD kann ich dahingehend
nicht beurteilen.

Ich habe zwischen Dezember und Februar selbst mal "FreeBSD auf dem
Desktop" gehabt (7.1), und das ist mir in der kurzen Zeit öfter um die
Ohren geflogen als Linux in vielen Jahren. Dann funktionieren USB-Sticks
nicht, weil im Label ein Leerzeichen ist, dann fliegt Dir der Kernel um
die Ohren, wenn Du einen gemounteten Stick abziehst, Speicherkarten im
Kartenleser sind ohne Rootrechte praktisch nicht zu machen; dann
zerbrezelt Dir growfs die Partition und Journalling braucht trotzdem hin
und wieder fsck -f.

Wenn Du für irgendwas Flash brauchst, tut's richtig weh, weil Du nur alte
und unsichere Versionen (flash 7) halbwegs und mit Verrenkungen über
Linux-Emulation ans Laufen kriegst.

Ich bevorzuge NetBSD und das ist
vom Comfort Lichtjahre entfernt. Da fehlt bei dem Installationsprogramm
ja sogar die Möglichkeit, einen Schritt nochmal zu machen (gewissermaßen
eine Zurück-Taste). Bevor jetzt jemand auf die Idee kommt: Mich stört
nicht, daß da nichts graphisch ist und ich keine Maus nutzen kann. Es
muß nicht bunt sein, aber funktional darf es ruhig sein.



Dann nimm das vielleicht für Deinen Server, aber sicher nicht auf dem
Desktop. Ob PC-BSD dafür taugt, weiß ich nicht.

Wenn ich jetzt mal das Szenario eines Arbeitsrechners nehme, wo ich ein
System installieren muß, mit X und dem ganzen Zubehör (also z.B. KDE),
Sound, etc. dann muß ich zumindest bei NetBSD schon deutlich mehr
arbeiten. *Das* wàre jetzt noch kein Problem. Aber wie sieht es mit dem
Update aus? Ich weiß, daß alle BSDs ein Update über die Quellen
erlauben. Das bauen könnte man noch über Nacht laufen lassen, aber in
diesem Update sind doch nur die Quellen für das OS selbst (inkl. MTA und
ein paar anderen Sachen) enthalten. Nicht aber z.B. X. Hier wird es
nàmlich problematischer. Ein Update über pkgsrc oder ports (FreeBSD) ist
nicht ganz trivial, geht vergleichsweise oft schief und man landet oft
in "dependency-hell".



Kann passieren, ja.

Vereinfacht gesagt:
Kann man mit einem der BSDs ein Update durchführen, wo vergleichsweise
wenig Handarbeit notwendig ist? Es dürfen schon zwei oder drei Schritte
sein (z.B. OS, X, Anwendungen), aber es sollten nicht 10 sein (daß ich
einen halben Tag vor jedem Rechner sitzen muß) und vor allem sollten die
Erfolgschancen für so ein Update gut aussehen.

Ist das ein zu großer Wunsch?



Ich finde, ja. Zumindest brauchst Du einen schnellen Spielrechner, auf dem
Du Pakete neu bauen und dann auf anderen Maschinen übertragen kannst -
oder vielleicht direkt per NFS verteilst.

Ich finde, auf einem Server kann man den Aufwand mit *BSD gut treiben,
aber für Desktops will man definitiv z. B. kein FreeBSD und dann wohl auch
kein NetBSD oder OpenBSD, da kommen eigentlich nur ein "großes" Linux
(Debian/Ubuntu, Fedora, openSUSE oder Mandriva) und vielleicht noch
Solaris in Frage.

Matthias Andree

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