Urananreicherung Iran

07/02/2010 - 13:26 von Ralf . K u s m i e r z | Report spam
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Moin!

Angeblich will der Iran jetzt Uran auf eine Konzentration von 20 %
anreichern. Leichtwasserreaktoren kommen mW mit Anreicherungsgraden
von ca. 5 % aus, man kann auch Natururanreaktoren bauen, die gànzlich
ohne Urananreichrung auskommen.

Kann eine höhere Anreicherung einen anderen Grund als die Herstellung
waffenfàhigen Urans haben? Welcher Anreichungsgrad ist für die
Herstellung von Nuklearsprengsàtzen minimal erforderlich?

Kann angereichertes Uran sinnvoll auch mit anderen Zündtechniken als
dem Gun-Design zur Explosion gebracht werden, etwa durch Implosion wie
bei Pu, wàre das technisch einfacher?

Vorstellen könnte ich mir, daß ein relativ kleiner Sprengsatz, gleich,
ob aus hochangereichertem Uran oder aus Plutonium, mit einem Mantel
aus nicht so hoch angereichertem Uran umgeben wird, das dann die
Explosion deutlich mehr verstàrkt als ein DU-Brutmantel, dessen Kerne
durch die von der kritischen Anordnung emittierten schnellen Neutronen
nur passiv gespalten werden.


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 Marcel Müller
07/02/2010 - 17:09 | Warnen spam
Hallo,

Ralf . K u s m i e r z wrote:
Angeblich will der Iran jetzt Uran auf eine Konzentration von 20 %
anreichern. Leichtwasserreaktoren kommen mW mit Anreicherungsgraden
von ca. 5 % aus, man kann auch Natururanreaktoren bauen, die gànzlich
ohne Urananreichrung auskommen.



ist aber ineffizienter und auch nicht ungefàhlich. Natururan wird viel
leichter prompt kritisch. Und das passiert bei jedem Reaktor nur einmal.


Kann eine höhere Anreicherung einen anderen Grund als die Herstellung
waffenfàhigen Urans haben?



Ja, es /kann/. Es gibt Reaktortypen, die mit HEU laufen.

Welcher Anreichungsgrad ist für die
Herstellung von Nuklearsprengsàtzen minimal erforderlich?



Dafür reichen theoretisch auch 20%. Ist aber ineffizient. Die Biester
würden riesengroß und damit sehr schwer.


Kann angereichertes Uran sinnvoll auch mit anderen Zündtechniken als
dem Gun-Design zur Explosion gebracht werden, etwa durch Implosion wie
bei Pu, wàre das technisch einfacher?



Sorry, da muss ich passen.

Vorstellen könnte ich mir, daß ein relativ kleiner Sprengsatz, gleich,
ob aus hochangereichertem Uran oder aus Plutonium, mit einem Mantel
aus nicht so hoch angereichertem Uran umgeben wird, das dann die
Explosion deutlich mehr verstàrkt als ein DU-Brutmantel, dessen Kerne
durch die von der kritischen Anordnung emittierten schnellen Neutronen
nur passiv gespalten werden.



Naja, die Kunst bei den Kernwaffen ist es, sie möglichst schnell
möglichst überkritisch zu bekommen und in der Zeit möglichst keine
spontane Spaltung zu haben, sonst gibt es einen Rohrkrepierer. (OK, der
macht immer noch eine riesen Sauerei.)
Die zweite Kunst ist, zu verhindern, dass die Neutronen abhauen. Da ist
die Frage, ob die im Mantel erzeugten Sekundàrelektronen nicht zum
großen Teil nach draußen gehen. Der Wirkungsquerschnitt für schnelle
Spaltung ist da wichtiger. Beliebig viele Generationen hat man sowieso
nicht, bevor alles auseinander fliegt und damit unterkritisch wird.
Deshalb auch der Trick mit dem Tritium, was sich dummerweise mit der
Zeit selbst entschàrft. Aber mit ein paar Lithium-Brennstàben bekommt
man das ja aus konventionellen Reaktoren.


Marcel

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