Verrauschte 137Cs-Messungen

18/05/2010 - 04:29 von Ralf . K u s m i e r z | Report spam
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Moin!

Man nehme mal den Leitstellenbericht "Umweltradioaktivitàt in der
Bundesrepublik Deutschland 2004 und 2005"
<http://www.bfs.de/bfs/druck/uus/Lei...05.pdf> zur Hand
und schaue sich Abb. 7.7 auf S. 49 an. Man erkennt in der Zeit vor dem
Reaktorunfall 1986 einen recht niederfrequenten Verlauf des Abklingens
der Umweltradioaktivitàt aus dem 137Cs der Kernwaffentests (rote
Linie), aber nach dem Tschernobyl-Unfall ein relativ hochfrequentes,
"verrauschtes" Signal.

Ich hatte auf eine höhere Meßfrequenz getippt, aber es handelt sich in
beiden Fàllen um Monatsmittelwerte der gleichen Station.

Ist da prinzipiell etwas faul?

(Einen Erklàrungsansatz hàtte ich: Gemessen wurde (in den
Niederschlàgen bzw. im Luftstaub) immer dann, wenn und falls die Werte
oberhalb der Ansprechschwelle (Nachweisgrenze) waren. Im Text auf der
Folgeseite wird erklàrt, daß sich die Meßempfindlichkeit erhöht,
wodurch die gemessenen Mittelwerte /sinken/. Das ist auch
verstàndlich: Vorher wurde immer genau dann überhaupt etwas (korrekt)
gemessen, wenn die Eintràge vergleichsweise hoch waren (sonst ergaben
sich halt Nullwerte), und über die hohen Werte wurde dann gemittelt
(warum nicht einschl. der Nullwerte?). Danach werden auch die
schwàcheren Belastungen miterfaßt und geben damit niedrigere und
vergleichsweise stàrker schwankende Mittelwerte.

Nun kommt die Strahlenbelastung aber nicht durch die
Niederschlagswerte, sondern die akkumulierte Ortsdosisleistung der
137Cs-Deposite und durch Ingestion über den Weide-Kuh-Pfad zustande,
also zàhlen letztlich die deponierten Gesamtmengen, und in die gehen
auch die Belastungen unterhalb der Nachweisgrenze im Niederschlag mit
ein. Und daher frage ich mich, wie denn diese Kurve nun wohl zu
interpretieren sein mag, und welche Belastungen sich aus den Bomben
und dem Reaktorunfall tatsàchlich ergeben haben mögen.)

Irgendwelche Ideen?


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus
 

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#1 usenetmuell
18/05/2010 - 20:12 | Warnen spam
Ralf . K u s m i e r z wrote:

Man nehme mal den Leitstellenbericht "Umweltradioaktivitàt in der
Bundesrepublik Deutschland 2004 und 2005"
<http://www.bfs.de/bfs/druck/uus/Lei...05.pdf> zur Hand
und schaue sich Abb. 7.7 auf S. 49 an. Man erkennt in der Zeit vor dem
Reaktorunfall 1986 einen recht niederfrequenten Verlauf des Abklingens
der Umweltradioaktivitàt aus dem 137Cs der Kernwaffentests (rote
Linie), aber nach dem Tschernobyl-Unfall ein relativ hochfrequentes,
"verrauschtes" Signal.



Schau gnau hin. Das höherfrequente Rauschen beginnt ca. 1983.

Ich hatte auf eine höhere Meßfrequenz getippt, aber es handelt sich in
beiden Fàllen um Monatsmittelwerte der gleichen Station.



Umstellung auf vollautomatische Messung und damit mehr Messungen bei
geringeren Kosten?


Gruß, Raimund
Mein Pfotoalbum <http://www.raimund.in-berlin.de>
Mail ohne Anhang an <Reply-To:> wird gelesen. Im Impressum der Homepage
findet sich immer eine lànger gültige Adresse.

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