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Versorgungsspannung IC. Grenzwerte, Betriebswerte, Lebensdauer.

01/05/2016 - 09:34 von Martin Klaiber | Report spam
Der eine oder andere kennt sicherlich den (historischen) Audio-DAC
TDA1541A von Philips. Ich habe eine "Kiste", in der er verbaut ist,
und zwar einen Arcam Black Box 1, das ist ein D/A-Umsetzer, der aus
SPDIF vom CD-Spieler ein Analog-Signal macht.

Nun bin ich kürzlich über einen Artikel im web gestolpert, in dem
jemand schreibt, dass der DAC in diesem und manchen anderen Geràten
mit -6 Volt statt -5 Volt an VDD1 betrieben werde und langfristig
dadurch kaputt gehe. Es handelt sich um folgenden Artikel:

<http://insideclassicaudio.blogspot....2.html>

Das beschriebene Geràt ist zwar der Nachfolger meines Wandlers, er ist
bis auf den optischen digitalen Eingang jedoch identisch damit.

Ich habe mir nun das Datenblatt des TDA1541A, sowie Service-Manuals
einiger Geràte besorgt, in denen er verbaut wurde.

Im Datenblatt steht tatsàchlich, dass VDD1 -5V betragen soll, und zwar:

min -4.5V, typ -5.0V, max -5.5V

Als Grenzwerte für VDD1 werden angegeben:

min 0V, max -7V

Ich habe daraufhin ein paar Service-Manuals durchforstet. Philips
verwendet bei den meisten seiner Spieler -5V, in seinem einzigen
D/A-Wandler, dem DAC-960 aber auch -6V. Studer-Revox betreibt den
TDA1541A im Studer A727/A730 mit -5V, im Revox B126/B226 hingegen
mit -6V. Im Quad-66 sind es auch -6V.

Ich frage mich nun, ob ich mein Geràt auf -5V umbauen sollte. Der
TDA1541 wird nicht mehr hergestellt, in meinem Geràt ist zudem die
selektierte S1-Version verbaut, wàre doof, wenn er kaputt geht.

Andererseits ist mir bisher auch noch nichts von massenweise defekten
CD-Spielern mit TDA1541 zu Ohren gekommen, und wenn selbst Philips in
manchen Geràten und renommierte Hersteller wie Revox ihn mit -6 Volt
betreiben, ist es vielleicht nicht so schlimm. Wobei das Gerücht geht,
dass der Philips-DAC-960 eine Marantz-Entwicklung sei.

Jedoch frage ich mich, warum manche Hersteller den Chip überhaupt mit
Werten betreiben, die von den Werten im Datenblatt abweichen. Aus dem
Blockschaltbild im Datenblatt geht leider auch nicht hervor, wofür
diese -5V gebraucht werden.

Im Arcam-Service-Manual sind -6V im Schaltplan eingezeichnet, in der
Beschreibung steht, VDD1 betrage nominell sogar -6.2 Volt. Ich habe
in meinem Geràt nachgemessen, es sind tatsàchlich -6.2 Volt.

Das ist also nur 0,8 Volt von den -7 Volt entfernt, die als Grenzwert
im Datenblatt angegeben werden. Das erscheint mir schon recht knapp.

Was meint ihr? Wie kritisch sind diese Grenzwerte für die Lebensdauer
eines Chips. Altert ein Chip schneller, wenn er dichter an diesen
Grenzen betrieben wird, auch wenn man sie nicht überschreitet?

Vielen Dank!
Martin
 

Lesen sie die antworten

#1 Rafael Deliano
01/05/2016 - 17:59 | Warnen spam
Im Datenblatt steht
min -4.5V, typ -5.0V, max -5.5V



Ist bei 5V+/-10% spezifiziert. Bei anderen Spannungen gelten
eben Specs nichtmehr.

Als Grenzwerte für VDD1 werden angegeben:
min 0V, max -7V



Da liegt er ja mit 6,x V drinnen.

Jedoch frage ich mich, warum manche Hersteller den Chip überhaupt mit
Werten betreiben, die von den Werten im Datenblatt abweichen.



Vorserie des ICs kann andere Specs gehabt haben...
Kann mit mehr Saft weniger Rauschen/Klirren...

über einen Artikel im web gestolpert



Ich würde dem Entwickler des Geràts mehr Ahnung zubilligen
als dem "HiFi-Experten".

MfG JRD

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