VoIP-Pakete priorisieren?

25/10/2015 - 09:31 von Markus R. Kessler | Report spam
Guten Tag zusammen!

Als stolzer Besitzer einiger 7490er Fritz-Router habe ich neulich in der
Fritzbox neben analogen Geràten auch ein VoIP-Geràt angemeldet -- wenn
ich eh am Rechner sitze, bietet es sich an, auch gleich damit zu
telefomieren.

Folgende Konstellation:

- Anschluss ist ADSL2+ / Annex J (Telekom) mit echten 16 MBit DL
- analoges Tel. làuft einwandfrei und ohne Aussetzer
- Fax ist langsam (geschàtzt 4k8) aber keine Abbrüche

allerdings:

- Voip-Client auf (Linux-) Rechner hat Paketverlust

Letzterer Punkt ist unabhàngig davon, ob Rechner-Router per WLAN (54
MBit, 2,5GHz) oder Strippe (100 MBit) verbunden sind, und auch
unabhàngig, ob Twinkle oder Linphone.

Wenn ich nun in Wireshark Signalisierung und auch Nutzdaten mitschneide,
sind alle von mir gesendeten RTP-Pakete drin. Im dekodierten RTP-
Datenstrom ist alles drin, was ich gesagt habe, aber die Gegenseite
beschwert sich immer wieder über verlorene Silben.
Es müssen also einige meiner Sprachinformationen irgendwo "auf der
Strecke auf der Strecke" bleiben.

Mir ist dabei auch noch aufgefallen, dass in dem Moment, in dem der
Paketverlust aufgetreten ist, der im Hintergrund mitlaufende Firefox vom
Google-Server eine riesige aktualisierte Liste mit neuen bösen Seiten
untergeschoben bekam, die es jetzt zu sperren gilt (Betrugsschutz oder
wie auch immer).

Fragt sich halt, ob ein paar MB im Download einen hörbaren Paketverlust
im Upload verursachen können.

Kennt einer eine Möglichkeit, das z.B. über irgendeine Priorisierung
abzustellen?

Es ist nicht wirklich schlimm, wirkt aber unprofessionell.

Danke und viele Grüsse,

Markus


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#1 Andreas Hartmann
25/10/2015 - 10:25 | Warnen spam
On 10/25/2015 at 09:31 AM Markus R. Kessler wrote:
[]
Fragt sich halt, ob ein paar MB im Download einen hörbaren Paketverlust
im Upload verursachen können.

Kennt einer eine Möglichkeit, das z.B. über irgendeine Priorisierung
abzustellen?



Vorausgesetzt, das Problem liegt wirklich bei Dir, dann hast Du
grundsàtzlich die Möglichkeit, die abgehenden Pakete zu priorisieren.
Das wiederum geht nur, wenn Du vollstàndigen Zugriff auf den Datenstrom
hast, der raus soll, sprich, Du bist der letzte, der 100% des
Datenstroms kontrolliert. Dann kannst Du dafür sorgen, dass weniger
relevante Daten "zurückgehalten" werden, wàhrend anderen grundsàtzlich
der Vorzug gegeben wird.

Ich habe auf meinem vollstàndig eigenen Router via tc (traffic control)
diverse Regeln installiert, die beim abgehenden Datenstrom
sicherstellen, dass VoIP-Pakete immer zuerst rausgehen.

Aber selbst das funktioniert nur dann wirklich, wenn danach keine Queue
vollàuft. Sobald danach eine Queue vollàuft, bringt die ganze Nummer so
gut wie nichts.

Summa summarum: die Nummer ist nicht einfach und kann auch von Dir nicht
wirklich bis zum Ziel kontrolliert werden. Du kannst maximal die
Engpàsse, die Du selbst im Griff hast, versuchen, zu optimieren - mehr
ist nicht.

Im Prinzip hilft nur mehr Bandbreite - falls es wirklich ein
Bandbreitenthema ist, was aus meiner Sicht erst noch zu beweisen wàre.



Gruß,
Andreas

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