Vokabeln lernen mit Patricia

22/09/2007 - 14:57 von wird-nicht-gelesen | Report spam
1980 kaufte ich in einem Antiquariat in Sofia ein englisches Buch, das
ich dann auch gleich in Sofia las, denn mein Rückflug verschob sich um
10 Tage und ich hing mit wenig Geld und ohne meine bulgarische Freundin
in einer Sofioter Neubauwohnung herum.

Es handelte sich um "The cry of the owl" von Patricia Highsmith.
Ich weiß nicht, ob ich überhaupt ein Wörterbuch dabei hatte, aber ich
las das Buch tapfer zu Ende. An den Inhalt erinnerte ich mich nicht, bis
ich vor kurzem mal wieder mein Englisch etwas aufpolieren wollte, und
nun kramte ich das zerlesene Paperback wieder hervor und las es noch
einmal mit aller technischen Unterstützung, die heute online möglich
ist, um auch noch die letzte Sprachvolte zu entziffern - mit Leo,
dict.cc, Merrriam- Webster und Pond.

Es war ein großartiges Leseabenteuer, und vor allem bin ich von Patricia
Highsmith begeistert! Prickelnd geschrieben, nie seicht, psychologisch
tiefgründig, humorvoll und unterhaltsam! Ich konnte mich kaum bremsen.
Die mir nicht bekannten Vokabeln und Wendungen hat der Mac gespeichert -
erst mit Pages, jetzt mit Norkross Register, da die üblichen
Vokabellernprogramme mir nicht gefielen, da man da beim Lernen zu viel
eintippen muß. Ich lerne tàglich etwa eine Stunde, was großen Spaß
macht.

Zur Zeit lese ich das nàchste Highsmith-Buch: "Suspension of mercy".

PS.: In der DDR kam Englisch unter "Ferner liefen". Der Unterricht ist -
im Gegensatz zu den naturwissenschaftlichen Fàchern, die früher besser
waren - nicht mit dem heutigen Englischunterricht vergleichbar. Das
sollten die bedenken, die jetzt selbstverstàndlich fließend sprechen und
schreiben können und vielleicht die Nase rümpfen über meinen spàten
Enthusiasmus.
Mal zeitweise in einem englischsprachigen Land zu leben war schon gar
nicht drin, Unterricht, wenn überhaupt, ab 8. Klasse als zweite
Fremdsprache. Es ist wohl unnötig zu erwàhnen, daß der Unterricht nie so
weit ging, daß man damit auch nur ein einziges Buch hàtte lesen können,
was auch nie im Unterricht der Fall war.
Hàtte ich nicht die BBC gehabt, amerikanische Fachliteratur gelesen und
in Krakau mich mit einem jungen Englànderangefreundet, mit dem ich noch
heute befreundet bin, hàtte ich wohl so miserabel diese Sprache
beherrscht wie die meisten Ossis.

HH

Eigentlich bin ich ganz anders, aber ich komme so selten dazu.
Ödön von Horvath
 

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#1 spam.astacus
22/09/2007 - 15:18 | Warnen spam
Hans-Hasso Stamer wrote:

Unterricht, wenn überhaupt, ab 8. Klasse als zweite
Fremdsprache.



Hinzu kommt noch, daß nicht jeder Schüler englisch lernen durfte.
Alternativ zu englisch gab es noch französisch, welches nicht so beliebt
war. Aber immerhin.
Manche, in der Regel die schlechten Schüler, durften gar keine zweite
Fremdsprache lernen.
Und russisch kann ich immer noch nicht, obwohl ich es 8 Jahre lang
"gelernt" habe und im Abizeugnis sogar eine Eins.
Sind wir hier nicht OT?
Daniel

"Jeden Tag verhungern 50.000 Menschen, die noch nicht mal wissen,
was 'ne Rolex ist!"
Multimillionàr Michael Leicher mit ungespielter Entrüstung

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