Wahre Worte

08/04/2014 - 21:58 von Horst Nietowski | Report spam
Windows XP ist auf Funktionalitàt und Produktivitàt getrimmt.
Geeignet für Büroanwendungen, Systemhàuser, Labore, etc.

Windows 8.1 verbinde ich mit nur einem Wort: Lifestyle. Das System
ist optimiert für Chatten, E-Mailen, Surfen und Facebooken und
Mediendateien aufrufen. Was ist davon bitte produktiv? Das ist reiner
Zeitvertreib, im Prinzip schlàgt man mit derartigen Beschàftigungen
die Zeit bis zum Tod tot.
Nichts, was wirklich nützlich ist. Windows 8.1 ist im Prinzip also
die Vorstufe der Hölle.
Man hat jetzt ein System optimiert für die Beknackten, die dem IQ
eines Schimpansen gleich, auf rechteckige Felder mit dem Finger
tippen müssen, weil sie zu blöd waren, den Windows Explorer über das
Startmenü aufzurufen.

Ich habe mich schon 2004 gewundert, dass einige Leute aus meinem
Studium mich öfters um Rat bei Windows fragten, aber wenn ich ihnen
dann sagte, sie sollten den Windows Explorer oder die Systemsteuerung
aufrufen, dann wussten sie nicht, was das ist. Die riefen Dateien
immer nur über das Icon "Eigene Dateien" auf dem Startdesktop auf.
Und das kam mehrfach vor.

Gleiches gilt für Internetfragen. Viele Freenet-Nutzer (Provider)
glauben allen ernstes, ihr Internet sei gratis. Einige wissen nicht
mal, wie ihr Provider heißt, dabei taucht der jeden Monat auf der
Telefonrechnung auf.
Solchen Leuten kann man alles unterjubeln, egal ob 0190-/0900-Dialer
oder Abofallen.
Deshalb macht es im Prinzip gar keinen Sinn, vor allen Gefahren zu
warnen, weil wenn man vor 49 Angriffen wie Skimming, Phishing oder
Phreaking gewarnt hat, dann fallen sie auf die fünfzigste trotzdem
rein. Weil das Hirn ausgeschaltet ist.

Ein OS zu installieren, die Festplatte zu defragmentieren, in der
Registry mal den einen oder anderen Schlüssel umzustellen, das wird
von vielen als "Expertenwissen" eingestuft, mit dem sie sich nicht
rumschlagen wollen. Die wollen einfach nur auf einen Knopf drücken,
ins Internet, bei Facebook ihre aktuelle Visage hochjagen und den
einen oder anderen Brief im Jahr schreiben.

Mit dem Einrichten eines Gastkontos, Aktualisieren von Treibern,
System Updates, etc. sind geschàtzte 50-60% komplett überfordert.
Entweder die Kiste nimmt das alles ab oder man làsst es drauf
ankommen.

Man will ja auch lieber hip sein statt rational. Das geht schon seit
Jahren so. Wieviele Dummbratzen verkauften ihr solides Haus in
Deutschland, um sich dafür in den USA eine völlig überbewertete
Bretterbude zuzulegen, die in der Subprime-Krise dann erst mal auf
den wahren Wert korrigiert wurde?

Die Gesellschaft driftet regelrecht auseinander. In zahlreichen
Lifestyle-Foren üben sich irgendwelche Möchtegerns darin, sich von
überflüssigem Ballast zu trennen, Besitz zwanghaft loszuwerden und
sei es nur, wenn man ihn wegwirft, Hauptsache man muss sich mit nix
rumplagen. Weil einfach so schön einfach ist. Man lebt in einer
puristischen Wohnung mit maximal 3 Möbelstücken zur überteuerten
Miete, weil das ja der neueste Trend ist; die vermögende Kaste macht
es genau umgekehrt. Sie kauft alles auf, was nach Sachwert aussieht
und freut sich über das Dummvieh, das sich ihrer Kontrolle
ausliefert.

Der IT-Sektor baut auf diesem gesellschaftlich neuen
Einfach-Lifestyle nur drauf auf.
Apple, Microsoft, Amazon, Google und Facebook haben das schon sehr
clever hinbekommen und die Zeichen der Zeit erkannt - der Markt ist
geschickt aufgeteilt; und die Masse nutzt unkritisch alle Dienste. Es
ist hip, es ist einfach, es kommt aus den USA - also muss es gut
sein. Wer nicht mitmacht, ist Spießer. Wer nicht bei Facebook
mitmischt, bei Google Streetview sein Haus verpixeln làsst, seine
Songs nicht bei iTunes zieht oder das Metro-Design von 8.1 gutfindet,
lebt in einer anderen Welt und passt im Prinzip nicht in den
Freundeskreis.
Du hast kein Smartphone? Nutzt kein Whatsapp? Wie rückstàndig bist du
denn?!

So ist die Denkweise etlicher Leute, vielleicht in ein paar Jahren
sogar der gesellschaftlichen Mehrheit.
MS hat das erkannt. Das Kacheldesign mit seiner ganzen
Funktionskastration wird sich daher wohl durchsetzen. Weil viele
Leute sich gerne Autoritàten und deren Vorstellungen ausliefern. Auch
wenn sie anfangs dagegen sind. Widerstand gibt es nur von wenigen.

Beim Euro lief es doch genauso. Mehrheit dagegen, die Regierung führt
ihn trotzdem ein, die Leute merken zwar die Fehler, es müssen
Rettungsschirme gespannt werden, die Inflation grassiert - aber
aufgeben will die Wàhrung dann doch keiner. Die Hauptargumente sind:
Ist doch alles so schön einfach, man braucht kein Geld mehr zu
tauschen. Oder: Jetzt haben wir ihn, jetzt müssen wir damit
klarkommen. Ca. 15% üben den aktiven Widerstand gegen diese Art der
Politik, der Rest hat sich ergeben und macht das, was die Obrigkeit
ansagt.

Dieselben Argumente wird man irgendwann bei Windows 8.1 (Euro) und XP
(D-Mark) hören. Die Leute mit Ahnung von IT müssen sich gegenüber der
trotteligen Masse fügen, die keinen Blassen von Betriebssystemen hat.

Genauso wie renommierte Ökonomen wie Hans-Werner Sinn, Bernd Lucke,
etc. gegen die Übermacht der trotteligen Masse ankàmpfen müssen.
Diese Minderheit sind zwar die Experten, aber mit denen will man gar
nicht. Und viele aus der Gesellschaft auch nicht. Das sind
Bedenkentràger, Unbequeme, die machen nur das einfache sorglose Leben
kaputt. Warum nicht einfach der Regierung und EU vertrauen? Werden
schon das Richtige tun. 80% der Wàhler sind dieser Meinung.

Wer Ahnung von IT hat, steht dem Metro-Kachel-Kram und dem ganzen
Lifestyle-Rotz, der dahinter steht, weiter skeptisch gegenüber. Viele
hier planen ja die Migration auf Linux. Das sind die ganz
Aufsàssigen, die sich nicht fügen, die im Euro-DM-Vergleich lieber
beides ablehnen und ihre eigene Wàhrungen einführen. Die Sonderbaren,
die sich dem Metro-Lifestyle-Fortschritt verweigern. Naja, was will
man auch mit denen, die haben bestimmt auch alle ganz wenig
Facebook-Freunde.

Aber Hilfestellung sollen sie dann geben, wenn aus Versehen wieder
"das Internet gelöscht wurde". Dafür sind die dann gut!

Apple, Google, MS und Facebook sind im Prinzip wie die EU oder
Bundesregierung. Sie geben vor, was ihr in Sachen IT zu tun habt. Vor
allem nicht mehr mitdenken! Kritische Stimmen sind nur làstig. Wie
bei der Wàhrung. Die Leute sollen sich fügen, es benutzen, auf ein
paar Kacheln drücken und alles, was dahinter steht, lenken die
anderen.

Du willst auf den Desktop?
- Warum? Da hast du nix zu suchen!

Du willst in den Windows Explorer?
- Wieso? Früher wolltest du ihn nicht, jetzt brauchst du ihn
nicht!

Du willst in die Systemsteuerung?
- Das ist unsere Angelegenheit, nicht Deine!

Du willst Dateien abspeichern und archivieren?
- Mach das mal bitte in unseren Clouds, dafür sind die ja da!

Du willst wissen, wo der Windows Kernel versteckt ist?
- Gib uns mal deinen Namen, Anschrift und die
Personalausweisnummer!

Das ist die Botschaft, die von Windows 8 ausgeht.

Und auch wenn viele hier schreiben, MS demontiere sich selbst - das
darf arg bezweifelt werden. Die Masse wird es fressen, sie wird sich
obrigkeitshörig führen lassen, sie kauft was beim Aldi-Medion-PC
vorinstalliert ist, das Hirn bleibt abgeschaltet. Das Wort
"verbesserte Benutzerführung" bekommt da eine ganz neue Bedeutung.
Für wen verbessert?
Doch für die, die die Benutzer führen!

Wenn erst einmal genug Firmen auf Windows 8 umgestellt haben, geht
sowieso der übliche Mechanismus in Gang. Dann werden die ganzen
Kleinfirmen, Consulter, etc. nachziehen, um nicht rückstàndig zu
sein, Schulungen anbieten, weil das ja das OS der Zukunft ist und wer
nicht mitmacht, wird in Bewerbungsprozessen künftig nicht mehr
berücksichtigt.

Windows 8.1 und XP stehen für unterschiedliche Lebensstile.
Funktionalitàt/Produktivitàt, Eigeninitiative und eigene Kontrolle
über das System versus Lifestyle, Sorglosigkeit und Kontrolle durch
die anderen.

Windows XP ist eher was für Arbeiter statt Lebemànner.
Windows 8.1 ist was für Lebemànner statt Arbeiter.

Für die Zukunft ideal - gibt ja genug Freizeit, bis zum Jahre 2025
sollen laut McKinsey 140 Mio. Arbeitsplàtze weltweit wegfallen.
Demografische Entwicklungen werden bei so umfassenden Entwicklungen
ebenfalls berücksichtigt.


http://www.heise.de/newsticker/fore...2102/read/
 

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#1 Pegasus
08/04/2014 - 22:47 | Warnen spam
Horst Nietowski:

Windows XP ist auf Funktionalitàt und Produktivitàt getrimmt.
Geeignet für Büroanwendungen, Systemhàuser, Labore, etc.

Windows 8.1 verbinde ich mit nur einem Wort: Lifestyle. Das System
ist optimiert für Chatten, E-Mailen, Surfen und Facebooken und
Mediendateien aufrufen.



Völliger Unsinn.

Was ist davon bitte produktiv? Das ist reiner
Zeitvertreib, im Prinzip schlàgt man mit derartigen Beschàftigungen
die Zeit bis zum Tod tot.
Nichts, was wirklich nützlich ist. Windows 8.1 ist im Prinzip also
die Vorstufe der Hölle.



Das ist, mit Verlaub, leider blühender Unsinn, Fantasie.
Rest entsorgt. Zeigt, dass der Verfasser von Win 8 nichts weiß.
Warum müssen sich so viele Leute zu Dingen àußern, die sie nicht mal
oberflàchlich kennen? Win 8 ist produktiver und funktionaler als sàmtliche
vorhergehende Versionen zusammen.

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