Warum nicht: "Das Frühlingsäquinoktium ist immer am ersten April!"

09/10/2012 - 09:01 von Benno Hartwig | Report spam
Sorry, falls ich hier falsch bin.
Ich versuchs mal:

Astronomisch markante Tage sind ja aus meiner Sicht z.B
Wintersonnenwende, Sommersonnenwende, Frühlingsàquinoktium,
Herbstàquinoktium. (andere?)

Gibt es einen besonderen Grund, warum man den Jahresbeginn
im Julianischen Kalender nicht auf einen dieser Tage
gesetzt hat? Warum sind nicht wenigstens die Monate so
gelegt, dass sie irgendwie mit diesen Tagen in einer
einfacheren festen Beziehung stehen?
"Das Frühlingsàquinoktium ist immer am ersten April!"
oder so. Oder der erste Januar und das Jahr sind immer
am Tag der Wintersonnenwende. (Ob das Schwankungen von höchstens
einenm Tag akzeptiert werden müssen, weiß ich nicht.)

Jetzt sieht es doch so aus, als habe man sich beim
Kalendermachen um derartige Dinge so gar nicht geschert. :-(
Warum?

Benno
 

Lesen sie die antworten

#1 Thomas Koller
09/10/2012 - 10:58 | Warnen spam
Benno Hartwig wrote:
Sorry, falls ich hier falsch bin.



Passt schon. Auch wenns um Geschichte der Astronomie geht passt es
imho hier in die Gruppe.

Ich versuchs mal:

Astronomisch markante Tage sind ja aus meiner Sicht z.B
Wintersonnenwende, Sommersonnenwende, Frühlingsàquinoktium,
Herbstàquinoktium. (andere?)



Kommt drauf an was du unter "relevant" verstehst. Vollmond, Neumond,
Perihel-Durchgang, Aphel-Durchgang, diverse Meteorströme wie z.B.
das Perseidenmaximum, verschiedene Planetenstellungen, ...

Gibt es einen besonderen Grund, warum man den Jahresbeginn
im Julianischen Kalender nicht auf einen dieser Tage
gesetzt hat? Warum sind nicht wenigstens die Monate so
gelegt, dass sie irgendwie mit diesen Tagen in einer
einfacheren festen Beziehung stehen?
"Das Frühlingsàquinoktium ist immer am ersten April!"
oder so.



Das wàre dann eine prinzipiell andere Kalenderform gewesen.
Man wollte aber eine einfache "fixe" leicht vorrausberechenbare
Jahreslànge haben. In dem Fall also "jedes Jahr hat 365 Tage und
jedes vierte Jahr 366".

Dein Vorschlag hàtte bedeutet, dass man den Schalttag nicht fix
vergibt, sondern je nach Bedarf. (Gibt es nicht im tibetischen
Kalender die Variante, dass die Regierung am Ende des Jahres entsprechend
viel Feiertage ausserhalb der normalen Monate festgesetzt hat?)

Wobei der Jahresbeginn im Römischen Reich sowieso nicht überall
gleich war. In Ägypten war im Sommer Jahresbeginn.
Zur Zeit der Julianischen Reform passte die Zàhlung sowieso schon
nicht mehr, da hatte man den Jahresbeginn in Rom schon um 2 Monate
verschoben. Ursprünglich war ja der Màrz der erste Monat. Sieht man
heute noch in einigen Monatsnamen. Unsere Monate von September
bis Dezember sind schliesslich nach den Zahlen 7 bis 10 benannt, und
der Juli war früher auch der Quintilis.

Oder der erste Januar und das Jahr sind immer
am Tag der Wintersonnenwende. (Ob das Schwankungen von höchstens
einenm Tag akzeptiert werden müssen, weiß ich nicht.)



Genau das ist der Punkt.

Jetzt sieht es doch so aus, als habe man sich beim
Kalendermachen um derartige Dinge so gar nicht geschert. :-(
Warum?



Doch hat man durchaus. Kalender sind halt immer Kompromisse, da uns
weder der Mond den Gefallen macht eine "runde" Umlaufzeit im
Verhàltnis zum Jahr, noch der Umlauf der Erde, der keine "runde"
Umlaufzeit in Tagen hat.

Tom

Ähnliche fragen