Was ist Ihre Antwort auf die Kritik, die gegen die S.Sting-Theorie vorgebracht wird?

30/09/2010 - 16:49 von Aguirre | Report spam
"Ich denke, das oberste Prinzip in der Physik ist, daß man
tun soll, was man kann. Man soll alles tun, um Fortschritte
zu erzielen. Ich würde mich sehr freuen, wenn es heute noch
die gleiche Art von glücklicher Zusammenarbeit zwischen
Theorie und Experiment gàbe wie vor 15 Jahren, als die
Theoretiker neue Ideen ausprobierten, die von den
Experimentatoren überprüft wurden, und die Experimentatoren
neue Phànomene entdeckten, auf die dann wiederum die Theoretiker
reagieren konnten. Unglücklicherweise hatten wir in dieser Zeit so
viel Erfolg, daß dieses Kapitel angeschlossen ist! Vielleicht kann
es mit der nàchsten Generation von Beschleunigern fortgesetzt
werden. Wir hoffen.
In der Zwischenzeit muß man das tun, was möglich ist.

Eine Sache die man machen kann, ist zu versuchen,
Fortschritte mit Hilfe bereits existierender Beschleunigern
und anderer Anlagen zu erzielen, indem man trickreiche neue
Experimente ausdenkt. Ich bin sehr froh, daß es Leute gibt,
die sad machen, und hoffe, daß sie Erfolg dabei haben werden.
Bis jetzt ist dabei allerdings nicht viel herausgekommen-
wir haben keinen wirklichen Fortschritt erzielt, der über das
Standardmodell hinausgeht.
Die andere Möglichkeit besteht darin, einen großen Sprung
bis zur tiefsten Ebene zu machen und zu versuchen, von
einigen sehr einfachen und eleganten Prinzipien ausgehend
die Dinge auf deduktive Art zu verstehen. Das kann sich lohnen,
wenn man gute Ideen hat. Wie mir scheint, ist die Super-
String-Theorie eine enorm gute Idee, der man nachgehen sollte.
Ich glaube nicht, daß jeder daran arbeiten sollte, ebensowenig
wie jeder an der Phànomenologie und der niederenergetischen
Physik arbeiten sollte. Jeder sollte das tun, was er kann.
Allerdings glaube ich, daß das Studium unserer Studenten
durch die Superstring-Theorie einen sehr starken
mathematischen Beigeschmack erhalten wird. Es ist auch ganz
gut, daß sie diese ganze Mathematik lernen, ich mache mir nur
Sorgen darüber, daß einige von ihnen nicht mehr wissen, was
ein Pi-Meson ist. Ich selbst hatte in diesem Jahr in Austin eine
Vorlesung über "Elementarteilchenphysik", die mit der Entdeckung
des Elektrons durch J.J. Thomson 1897 beginnt und die ganzen
)0 Jahre mühevoller Experimente und theoretischen
Anstrengungen durchlàuft, die uns bis auf die Höhe
unseres gegenwàrtigen Verstàndnisses gebracht haben.

Ich bin also sehr dafür, sich in die beobachtbaren
Phànomene zu vertiefen und zu versuchen, ihnen
theoretisch auf den Leib zu rücken, halte es aber für wichtig,
die 17 Größenordnungen der Energie zu überspringen, die
uns vom Planck-Bereich trennen, in dem die endgültige
Antwort liegen könnte. Ob die String-Theorie eine gute Idee ist,
wird sich an dem erweisen, was aus ihr herauskommt.
Es wàre jedoch sehr töricht, es nicht mit ihr zu versuchen.
Sie ist eine sehr schöne, vielversprechende Theorie, die
jetzt schon viele qualitative Erfolge erzielt hat und einige
richtige Antworten auf Fragen liefert, die mit der Gravitation
verknüpft sind und deren Lösung zuvor völlig unklar war.
Sie ist einen Versuch wert.
..

Die mathematischen Schwierigkeiten mit der String-Theorie
sind gewaltig, und obwohl eine wachsende Zahl speziell
der jüngeren theoretischen Physikern auf diesem Gebiet
arbeitet, könnte sich sehr wohl herausstellen, daß diese
Theorien- obwohl sie den ersten Anschein nach etwas be-
schreiben, was der realen Welt àhnlich sieht- einer
Interpretation als Modell der physikalischen Realitàt
unüberwindliche Hindernisse entgegenstellen. Es wàre nicht
der erste Fall dieser Art.
Auf jeden Fall werden wir in den nàchsten Jahren eine Menge
Spaß haben, das herauszufinden."


Soweit Steven Weinberg zu seiner letzten Frage.
Ich stelle dieses Thema hier aus Mangel an Interesse ein.

496I6
In der Ruhe liegt die Kraft
 

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#1 Michael
01/10/2010 - 00:11 | Warnen spam
On 30 Sep., 16:49, Aguirre wrote:
"Ich denke, das oberste Prinzip in der Physik ist, daß man
tun soll, was man kann.



Dann wàre es in diesem Forum ziemlich leer.
;-)

Man soll alles tun, um Fortschritte
zu erzielen.



Woher weißt du, daß es ein Fortschritt "wird"?

Ich würde mich sehr freuen, wenn es heute noch
die gleiche Art von glücklicher Zusammenarbeit zwischen
Theorie und Experiment gàbe wie vor 15 Jahren, als die
Theoretiker neue Ideen ausprobierten, die von den
Experimentatoren überprüft wurden, und die Experimentatoren
neue Phànomene entdeckten, auf die dann wiederum die Theoretiker
reagieren konnten.



Daran hat sich nichts geàndert.

Unglücklicherweise hatten wir in dieser Zeit so
viel Erfolg, daß dieses Kapitel angeschlossen ist!



Oh, welchen denn?

Vielleicht kann
es mit der nàchsten Generation von Beschleunigern fortgesetzt
werden.



Gibt es nur das?

Wir hoffen.In der Zwischenzeit muß man das tun, was möglich ist.



Was sollte man sonst tun?
Das Unmögliche vielleicht???
:-D

Eine Sache die man machen kann, ist zu versuchen,
Fortschritte mit Hilfe bereits existierender Beschleunigern
und anderer Anlagen zu erzielen, indem man trickreiche neue
Experimente ausdenkt.



Was schwebt dir denn so vor?

Ich bin sehr froh, daß es Leute gibt,
die sad machen,



Was ist "sad"?

und hoffe, daß sie Erfolg dabei haben werden.
Bis jetzt ist dabei allerdings nicht viel herausgekommen-
wir haben keinen wirklichen Fortschritt erzielt, der über das
Standardmodell hinausgeht.



Nun, die stàndige Bestàtigung des Nàmlichen ist doch ein großer
Erfolg.

Die andere Möglichkeit besteht darin, einen großen Sprung
bis zur tiefsten Ebene zu machen und zu versuchen, von
einigen sehr einfachen und eleganten Prinzipien ausgehend
die Dinge auf deduktive Art zu verstehen.



Aus welchen Pràmissen heraus?

Das kann sich lohnen,
wenn man gute Ideen hat. Wie mir scheint, ist die Super-
String-Theorie eine enorm gute Idee, der man nachgehen sollte.



Deswegen tut man es wohl auch.
Aber warum ist sie eigentlich "gut"?

Ich glaube nicht, daß jeder daran arbeiten sollte, ebensowenig
wie jeder an der Phànomenologie und der niederenergetischen
Physik arbeiten sollte.



Ja, irgendwer sollte Brötchen backen oder Kaffee ernten.

Jeder sollte das tun, was er kann.



Jeder sollte nur sagen, was er sagen kann.

(und selbst das ist nicht von mir)

Allerdings glaube ich, daß das Studium unserer Studenten
durch die Superstring-Theorie einen sehr starken
mathematischen Beigeschmack erhalten wird.



Studenten beschàftigen sich damit normalerweise erst, wenn es eine
Theorie im eigentlichen Sinne ist.
Ansonsten studieren sie Physik, z.B. o.g. Standardmodell.

Es ist auch ganz
gut, daß sie diese ganze Mathematik lernen, ich mache mir nur
Sorgen darüber, daß einige von ihnen nicht mehr wissen, was
ein Pi-Meson ist.



Die Ärmsten.

Ich selbst hatte in diesem Jahr in Austin eine
Vorlesung über "Elementarteilchenphysik", die mit der Entdeckung
des Elektrons durch J.J. Thomson 1897 beginnt und die ganzen
)0 Jahre



90 Jahre ?

Etwas wenig, nicht wahr?

mühevoller Experimente und theoretischen
Anstrengungen durchlàuft, die uns bis auf die Höhe
unseres gegenwàrtigen Verstàndnisses gebracht haben.



naja, Verstàndnis. Kann man einfach nicht sagen.

Ich bin also sehr dafür, sich in die beobachtbaren
Phànomene zu vertiefen und zu versuchen, ihnen
theoretisch auf den Leib zu rücken,



"Die Theorie bestimmt, was man messen kann".

(Auch nicht von mir)

halte es aber für wichtig,
die 17 Größenordnungen der Energie zu überspringen, die
uns vom Planck-Bereich trennen, in dem die endgültige
Antwort liegen könnte.



Vielleicht findet sie ein Buddhist beim meditieren.

Ob die String-Theorie eine gute Idee ist,
wird sich an dem erweisen, was aus ihr herauskommt.



Jaja, was hinten herauskommt.
;-)

Es wàre jedoch sehr töricht, es nicht mit ihr zu versuchen.
Sie ist eine sehr schöne, vielversprechende Theorie, die
jetzt schon viele qualitative Erfolge erzielt hat und einige
richtige Antworten auf Fragen liefert, die mit der Gravitation
verknüpft sind und deren Lösung zuvor völlig unklar war.



Erzàhl.

Sie ist einen Versuch wert.



Tja, wenn es denn einen gàbe.

Die mathematischen Schwierigkeiten mit der String-Theorie
sind gewaltig,



Was macht denn Schwierigkeiten?

und obwohl eine wachsende Zahl speziell
der jüngeren theoretischen Physikern auf diesem Gebiet
arbeitet, könnte sich sehr wohl herausstellen, daß diese
Theorien- obwohl sie den ersten Anschein nach etwas be-
schreiben, was der realen Welt àhnlich sieht- einer
Interpretation als Modell der physikalischen Realitàt
unüberwindliche Hindernisse entgegenstellen. Es wàre nicht
der erste Fall dieser Art.



Ja, das ist das Berufsrisiko eine Physikers:
Das nach 30 Jahren harter Arbeit ein junger Schlauer daher kommt und
mit einem Satz das ganze Berufsleben, sprich deine tolle Theorie, über
den Jordan schubst.

Auf jeden Fall werden wir in den nàchsten Jahren eine Menge
Spaß haben, das herauszufinden."



Ja, aber anders ;-)

Soweit Steven Weinberg zu seiner letzten Frage.
Ich stelle dieses Thema hier aus Mangel an Interesse ein.



Es ist kein Mangel an Interesse sondern Mangel an Fàhigkeit.
Hàttest du meine entsprechenden Beitràge gelesen, hàttest du schon vor
einer Woche aufhören können.
Es gibt hier kaum jemanden, der überhaupt weiß, wass die Stringtheorie
ist, geschweige denn, daß einer, der etwas mehr darüber weiß, mit dir
oder mir so darüber diskutieren könnte, daß wir was davon kapieren
könnten ;-)

""Mein Herr. Haben sie schon einmal gesehen, wie ein Affe eine Uhr
untersucht?"

(auch das ist nicht von mir)

Wenn du alle Leute herausbekommst, von denen die Zitate sind bekommst
du 7 Punkte.

Michael

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