Welche Einstellung im Mixer ist für "Line-In" optimal?

25/11/2014 - 21:45 von Manuel Reimer | Report spam
Hallo,

gibt es einen Richtwert welche Einstellung für "Line-In" optimal ist?

Hintergrund ist der, dass meine Quelle auch einen einstellbaren Pegel
hat (gehe vom Kopfhörer-Anschluss weg).

Was ist nun die bessere Vorgehensweise? Die Quelle lieber etwas "lauter"
und den Regler der Soundkarte zurücknehmen oder umgekehrt?

Aktuell habe ich den Regler der Soundkarte auf "50%" und mache die
Aussteuerung komplett über den Lautstàrkeregler der Quelle.

Ich habe einen Vergleichsversuch gemacht mit Soundkarte auf "100%" und
wieder an der Quelle ausgesteuert. Ich habe keinen hörbaren Unterschied
ausgemacht.

Danke im Voraus.

Gruß

Manuel
 

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#1 Christian Müller
26/11/2014 - 06:08 | Warnen spam
Manuel Reimer schrieb:

gibt es einen Richtwert welche Einstellung für "Line-In" optimal ist?



Ja: So empfindlich, wie nötig und kein bisschen mehr.
Denn jeder (aktive) Ausgang erzeugt ein Rauschen unabhàngig vom
ausgegebenen Nutz-Pegel.
Wenn man den Ausgang leise einstellt und dann den Regler des
Eingangs weiter aufdrehen muss, wird das Rauschen unnötig verstàrkt.


Was ist nun die bessere Vorgehensweise? Die Quelle lieber etwas
"lauter" und den Regler der Soundkarte zurücknehmen oder umgekehrt?



Ersteres. Ist in der Praxis aber nicht immer so einhaltbar.
Denn wenn man zu knapp kalkuliert, kann der Eingang übersteuert werden.
Wieviel "Luft nach oben" - genannt Headroom - man lassen muss, hàngt
vom Audiomaterial ab:
Musik aus dem Radio hat oft wenig Dynamik. Da kann man sich ohne
schlechtes Gewissen dicht an die Grenze herangehen.
Ein mit Handmikrofon geführtes Interview hat deutliche Dynamik.
Da muss man Platz lassen, damit die lauten Teile nicht zu laut werden.


Ich habe einen Vergleichsversuch gemacht mit Soundkarte auf "100%" und wieder an der Quelle ausgesteuert. Ich habe keinen hörbaren
Unterschied ausgemacht.



Es kann gut sein, dass deine Hardware so gut ist, dass der Unterschied
nur messbar ist.
Mache mal einen weiteren Versuch (lauter Ausgang+leiser Eingang und
leiser Ausgang+lauter Eingang) und nimm dann Stille auf.
Vergleiche beide Aufnahmen, indem du im Audioprogramm die beiden
Aufnahmen um 60dB verstàrkst. Dann hast du eine "Audio-Lupe" mit einer
Vergrößerung von 1:1000. Da kann man dann sehen, wie sehr sich die
Aufnahmen im Rauschen unterscheiden.


Pragmatisches Fazit:
Da Rauschen weniger störend als Verzerrung ist, würde ich lieber den
Eingang etwas weniger stark aussteuern (den Ausgang also weniger laut
einstellen), als umgekehrt.
Wenn man zu knapp kalkuliert, ist hinterher das Durchhören der
Aufnahme obligatorisch. Ist sie verzerrungsfrei, ist es ok, am Limit
zu arbeiten. Aber das verdoppelt halt die Arbeitszeit.
Achtung: Das Ohr ermüdet irgendwann, denn das genaue Hinhören auf
jedes kleine eventuell mögliche Verzerren ist anstrengend.
Also lieber etwas Platz nach oben lassen.

Ist wie im Straßenverkehr - du kannst an der Stoßstange des Vordermann
kleben und bist dann ein paar Sekunden früher am Ziel, als wenn du
Platz làsst. Aber dann muss deine Geschwindigkeit (Ausgangspegel)
wirklich maximal der Geschwindigkeit des Vordermanns (Übersteuerungs-
grenze) entsprechen, damits nicht kracht.


Gruß Christian

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