Weniger Upstream trotz besserer Leitung

18/12/2008 - 12:34 von Christian Baer | Report spam
Hallo liebe Leute!

Das Thema DSL und Bandbreite habe ich schon oft angeschnitten und ich
kann mir vorstellen, daß ich dem einen oder anderen damit auch dann und
wann mal auf die Genitalien damit gehe. Bei mir setzt aber derzeit
einfach das Verstàndnis nicht ein. Mir geht es in diesem Thread also in
erster Linie darum, die Sachverhalte zu *verstehen* und nicht primàr zu
àndern. Ich habe nàmlich bei dem Versuch, mehr Upstream zu bekommen (um
den geht es mir auch in erster Linie) etwas rumprobiert und dabei einige
Sachen erlebt, die ich mir nicht erklàren konnte.

Im Anhang sind 12 Links zu Screenshots diverser Kisten. Um meine Leitung
zu Hause geht es in diesem Beitrag. Unter Jena sind die Werte der DSL
einer sehr guten Freundin aus Jena zu sehen und unter Work die Werte
unserer Leitung auf der Arbeit. Die beiden Leitungen aus Jena und auf
der Arbeit habe ich als Vergleiche herangezogen für sehr schlechte
Leitungen und eine ziemlich gute Leitung. Zu Hause habe ich eine
Fritz!Box 7270, auf der Arbeit eine 7141 und meine Freundin in Jena hat
einen Speedport W900V, dessen Modem übrigens an meiner Leitung zu Hause
und an der Leitung von einem Freund (T-DSL 16000, Infineon) merklich
schlechtere Werte im Sync hatte als meine Fritz!Box.

Mein Wechsel zu Telefónica von der Telekom diente in erster Linie einer
rate-adaptive ADSL2+, damit ich mehr Upstream bekomme. Mehr Downstream
war nur ein netter Bonus. :-) Damit hier keiner in anderen Postings
suchen muß, hier nochmal meine Leitungsdaten:

Aderndurchmesser (mm) Leitungslànge (m)
0,500 3
0,400 1958
0,350 170

Das ergibt laut Telekom-Formel eine Dàmpfung von 25,9dB. Die Leitung ist
also nicht doll, aber auch nicht wirklich schlecht. Durch senken des
SNR-Margins konnte ich den Downstream auf bis zu 13MBit/s steigern - und
die Verbindung blieb stabil. Den SNR-Margin für den Upstream kann ich
von meiner Seite nicht beeinflussen. Deshalb habe ich mal beantragt,
zumindest testweise auf ein anderes Profil umgestellt zu werden. Ich war
dann für rund einen Tag auf einem 6dB Profil. Die Folge: mehr Downstream
(so als hàtte ich den Margin selbst veràndert), *weniger* Upstream
(wenngleich nicht viel weniger) und eine sehr wackselige Verbindung (bis
zu 3 Resyncs pro Stunde).

Das konnte ich mir kaum erklàren. Warum sinkt die Bandbreite im Upstream
und steigt im Downstream, wenn man den SNR-Margin reduziert? Und warum
reißt dann die Verbindung laufend ab?

Zu diesem Test motiviert wurde ich durch die Leitung besagter Freundin
aus Jena. Sie hat das, was man wirklich eine extrem schlechte Leitung nennt:

Aderndurchmesser (mm) Leitungslànge (m)
0,500 4618
0,350 88

Weil der Aderndurchmesser für den Großteil der Strecke recht groß ist,
funktioniert da überhaupt noch eine DSL. Wir sprechen hier von einer
Dàmpfung von 40,5dB. Man vergleiche die Syncs auf dieser Leitung mit den
Syncs auf meiner - besonders im Upstream! Ich weiß, daß der SNR-Margin
in Jena niedriger ist, aber das brachte bei mir ja auch nichts. Und bei
meiner Freundin ist die Leitung noch stabil! Es gab bislang (sie hat die
Leitung jetzt seit rund 14 Tagen) noch keinen Resync! Sie ist übrigens
bei Alice an eigener Technik von Hansenet (also nicht von Telefónica zu
Hansenet getragen).

Es gibt ein paar Unterschiede noch in den Einstellungen. Allerdings
dürften die IMHO keine solchen Unterschiede ausmachen.

Kann mir das jemand erklàren? Liegt das wirklich daran, daß eine
Fritz!Box nicht so doll mit einer Broadcom-Linecard arbeiten will? Oder
bin ich nur zu blöde und sehe den Zusammenhang hier nicht? Wie ich schon
schrieb, es geht mir hier in erster Linie um das Verstàndnis!

Vielen Dank schonmal für's Lesen und ich wünsche eine schöne
Vorweihnachtszeit!

Gruß
Christian

[1] Home: http://img111.imageshack.us/img111/...me1hh9.png
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[2] Jena: http://img148.imageshack.us/img148/...na1su0.png
http://img183.imageshack.us/img183/...na2ly6.png
http://img510.imageshack.us/img510/...na3lw5.png
http://img266.imageshack.us/img266/...na4mw5.png
[3] Work: http://img383.imageshack.us/img383/...rk1wc4.png
http://img300.imageshack.us/img300/...rk2vs9.png
http://img68.imageshack.us/img68/66...rk3hc3.png
http://img407.imageshack.us/img407/...rk4gr4.png


Ich kam.
Ich ging.
Und ich war da gewesen.
 

Lesen sie die antworten

#1 Michael Meier
18/12/2008 - 18:46 | Warnen spam
Hallo Christian,

was mich aber noch interessiert hàtte, wie die Diagnoseseiten mit deinem
verànderten DSLAM-Profil ausgesehen haben, um zu verstehen warum die Leitung
instabil wird und warum der Upstream nicht steigt.

Was hier deutlich auffàllt:

An deinem Anschluss gibts im Spektrum ein deutliche Lücke zwischen Upstream
und Downstream in der Tràgerbelegung, die bei den anderen beiden Anschlüssen
nicht vorhanden ist. In meinem Spektrum (Centillium-Port) ist die Lücke
minimal kleiner. Die Fritzboxen sind scheinbar nicht optimal für exotische
DSLAMs.

Es gibt übrigens wieder eine neue DSL-Labor-Firmware, bei der man jetzt auch
die geànderten DSL-Einstellungen übernehmen kann.

Grüße Micha

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