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Wer lässt da Luft aus dem Proton?

09/07/2010 - 09:49 von Roland Neuhaus | Report spam
Hallo allerseits,

die Protonen werden kleiner. Jedenfalls weichen die heutigen Messwerte
um 4-5% nach unten von den früheren ab. Galten früher 0,88 fm als Maß,
sind es heute 0,84 fm.

"Pohl und seine Mitautoren, darunter der Münchner Physiknobelpreistràger
Theodor Hànsch, haben das Messobjekt gewechselt. Sie nahmen nicht
gewöhnlichen Wasserstoff unter die Lupe, der eben aus einem Proton und
einem darum kreisenden Elektron besteht. Vielmehr untersuchten sie
eigens künstlich hergestellte Wasserstoffatome, deren Elektron jeweils
durch ein Myon ersetzt wurde. Myonen gehören zum Zoo der
Elementarteilchen (ZEIT Nr. 15/10). Sie sind schwere Geschwister der
Elektronen, wiegen rund 200-mal so viel. Das hat Folgen: Myonen müssen
auch entsprechend nàher als Elektronen um das Proton flitzen. »Durch
ihre extreme Nàhe sind sie viel bessere Sonden zur Bestimmung der
Protonengröße«, erklàrt Pohl."

und

"Noch können die Physiker nur darüber spekulieren, ob nun Feynmans
QED-Theorie falsch ist oder die Rydberg-Konstante, die eng verknüpft ist
mit der Rydberg-Energie. Diese entspricht der Energie, die man zum
Spalten eines Wasserstoffatoms in seine beiden Bestandteile Proton und
Elektron (Ionisierung) benötigt."

http://www.zeit.de/2010/28/N-Protonen

Ist das nun so, weil statt eines Elektrons ein Myon dabei ist, passt das
Proton mglw. seine Größe dem Begleiter an und sein Durchmesser ist eine
Variable? Oder waren einfach die früheren Messergebnisse schlechter?

Wir leben wahrlich in interessanten Zeiten!

Liebe Grüße
Roland
Die Erde ist die Heimat aller Menschen
 

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#1 Norbert Dragon
09/07/2010 - 11:57 | Warnen spam
* Roland Neuhaus schreibt:

die Protonen werden kleiner. Jedenfalls weichen die heutigen Messwerte
um 4-5% nach unten von den früheren ab. Galten früher 0,88 fm als Maß,
sind es heute 0,84 fm.



Es geht nicht um früher und neuerdings, sondern darum, ob man die
Größe des Protons in der Bindung mit einem Myon oder durch Streuung
an einem Elektron bestimmt.

Da die Làngenskala des Wasserstoffatoms durch die reduzierte Masse von
Elektron und Proton beziehungsweise von Myon und Proton bestimmt wird,
hat ein myonisches Wasserstoffatom einen zweihundertmal kleineren
Durchmesser und demnach eine 200^3 = 8 000 000 mal größere
Myonladungsdichte im Proton als Elektronladungsdichte.

Dies vermindert die elektrische Abstoßung im Proton, das von den
Gluonen zu einem kleineren Bindungszustand zusammengebunden wird.

Wenn man diese Beschreibung quantitativ auswerten kann, kann man
bewerten, ob dieser Effekt eine um 5 Prozent geringere Größe des
Proton ergeben kann als diejenige Größe, die man aus Streuung von
Elektronen an Protonen bestimmt.

Seite 6, http://pdg.lbl.gov/2009/listings/rp...list-p.pdf

"Durch ihre extreme Nàhe sind sie viel bessere Sonden zur
Bestimmung der Protonengröße", erklàrt Pohl.



Er hàtte erklàren sollen, daß sich die Ladungsdichte des
Elektrons oder des Myouns auf die Größe des Protons auswirkt,
nicht anders als der Luftdruck sich auf die Größe eines
Luftballons auswirkt.

"Noch können die Physiker nur darüber spekulieren, ob nun Feynmans
QED-Theorie falsch ist oder die Rydberg-Konstante, die eng verknüpft
ist mit der Rydberg-Energie.



Die QED hat viele Vàter: Dirac, Bethe, Schwinger, Tomonaga, Feynman,
Dyson, ...

Die Rydberg-Konstante kann nicht falsch sein. Sie ist die
Ionisationsenergie des Wasserstoff-Grundzustandes.

Ist das nun so, weil statt eines Elektrons ein Myon dabei ist, passt das
Proton mglw. seine Größe dem Begleiter an und sein Durchmesser ist eine
Variable? Oder waren einfach die früheren Messergebnisse schlechter?



http://pdg.lbl.gov/2009/listings/rp...list-p.pdf

Wir leben wahrlich in interessanten Zeiten!



Wir leben in Zeiten, in denen Journalisten das Alltagsgeschàft
der Physiker zur Sensation erklàren ... und sie tags drauf vergessen.

Aberglaube bringt Unglück

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