Widerspruchsfreie Wissenschaft

19/10/2016 - 22:18 von WM | Report spam
Kürzlich konnte man im Internet von einem Ingenieur lesen, der auch
axiomatische Mengenlehre studiert hat. Über seine Motive teilte Herr
Aleph (Name von der Redaktion geàndert) nichts mit. Was kann einen
Ingenieursaspiranten reizen, axiomatische Mengenlehre zu hören? Wollte
er sich überzeugen lassen, dass ES unzàhlbar viele Zàhlzahlen gibt und
ES sie auch zàhlen kann? Oder hatte er schon von Cantors
Unveröffentlichter ver- und deren Inhalt für bare Münze genommen? Daran glaubt heute niemand mehr.

Wàre es nicht nützlicher gewesen zu lernen, wie man Horoskope
interpretiert oder sogar konstruiert? Dafür gibt es mindestens drei
gute Gründe.

1) Mehr Menschen den je glauben an Horoskope. Zeitungen ohne Horoskope
haben mit sinkenden Auflagen zu kàmpfen.
2) Das Wissen um die Zukunft ist Grundlage einer vorausschauenden
Lebensplanung. Die Astrologie ist die Grundlage dieser Wissenschaft
(sagen 99,3 % aller Astrologen).
3) Die Astrologie ist eine konsistente Wissenschaft. Interne
Widersprüche in der Astrologie sind bisher nicht bekannt geworden.
Eigentlich glaubt kein Astrologe ernsthaft daran, dass es solche gibt.
Zwar sind immer wieder Widerleger am Werk, aber die kennen nicht
einmal elementarste Grundlagen wie die Definitionen eines Hauses.
Feinheiten wie der Unterschied zwischen siderischer und tropischer
Basis sind ihnen ein Buch mit sieben Sigillen. Allenfalls mit
àußerster Unheholfenheit wissen sie die demotische Sprache zu
gebrauchen, sind also durchweg Cranks.

Historisch betrachtet sind Astronomie und Astrologie nicht zu trennen.
Es ist nicht mehr genau feststellbar, von welchem großen Astrolomen
der Satz stammt: Astrologie ist Astronomie. Möglicherweise geht er auf
Dr. Kepler zurück oder auf Dr. Faustus oder auf Dr. Ahmosis. Heute
dagegen, das sei nicht verhehlt, sprechen Verleumder von einer
Pseudowissenschaft. Doch erstens ist das ein Angriff, wie er in der
einen oder anderen Form keiner Wissenschaft erspart bleibt (wir nennen
nur ein Stichwort: Relativitàtstheorie), und zweitens ist
Pseudowissenschaft immer noch nützlicher als gar keine Wissenschaft.
(Beweis: Niemand würde ein Pseudonym benutzen, wenn es keinen Vorteil
gegenüber gar keinem Nym bràchte.)

Hauptsàchliche Ursache für eine skeptische Einstellung von ernsthaften
Gelehrten mag die Frage nach der richtigen Astrologie sein (ein
Argument, das, wie Bertrand Russell vorbrachte, auch gegenüber den
Weltreligionen gilt.) Doch eine möglichst breite Diversifikation ist
gerade von Vorteil, erlaubt sie doch den Rückgriff auf Reserven, falls
ein Ansatz versagt. Die bedeutenden Unterschiede zwischen
altàgyptischer Astrologie (AÄA), Astrologie der Babylonier und Sumerer
(ABS), Astrologie der Chinesen (AC) und vedisch-indischer Astrologie
(VIA) öffnen dem Kundigen immer einen Weg, um zur gewünschten
Prognosen zu gelangen.

Selbstverstàndlich gab und gibt es ernstzunehmende Gegner der
Astrologie. Das ist eine legitime Einstellung. Einer von ihnen war
D. Martin Luther, der seiner persönlich-subjektiven Aversion unumwunden
Ausdruck verliehen hat mit den Worten: "Es ist ein Dreck um ihre
Kunst." Doch hat er damit natürlich nicht behauptet (wie Cranks immer
wieder missverstehen möchten), einen internen Widerspruch aufgedeckt
zu haben. Selbstverstàndlich konnte noch niemand einen internen
Widerspruch der Astrologie zeigen.

Gruß, WM
 

Lesen sie die antworten

#1 pirx42
19/10/2016 - 22:31 | Warnen spam
Am 19.10.2016 um 14:18 schrieb WM:

Kürzlich konnte man im Internet von einem Ingenieur lesen, der auch
axiomatische Mengenlehre studiert hat. Über seine Motive teilte Herr
Aleph (Name von der Redaktion geàndert) nichts mit. Was kann einen
Ingenieursaspiranten reizen, axiomatische Mengenlehre zu hören? Wollte
er sich überzeugen lassen, dass ES unzàhlbar viele Zàhlzahlen gibt und
ES sie auch zàhlen kann? Oder hatte er schon von Cantors
Unveröffentlichter ver- und deren Inhalt für bare Münze genommen? Daran glaubt heute niemand mehr.



Was irgendwelche Ingenieure studieren, ist kein Thema hier.

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