"Wie Q-Cells sich in die Pleite beraten ließ

03/04/2012 - 20:52 von HUNTER | Report spam
Bei dem Solarzellenhersteller verdienten Sanierungsexperten, Anwàlte
und Investmentbanker Millionen. Auch der Konzernchef gehört dazu. Je
tiefer der Solarzellenbauer in die Krise rutschte, desto mehr wurde
für Expertise von außen gezahlt - erfolglos. von Kathrin Werner
Hamburg

Am Dienstag ist sie zu Ende gegangen, die Ära von Nedim Cen bei Q-
Cells . Seitdem hat ein anderer die Macht über den einst größten
Solarzellenbauer der Welt: ein Insolvenzanwalt. Cen hat lange
gekàmpft, um die Pleite zu vermeiden. Seit Juni 2009 ist er bei Q-
Cells. Erst als Interimsmanager, dann als Finanzchef, zuletzt als
Konzernchef. Er hat viel versucht. Am Ende ist er gescheitert. Er hat
sich viel Hilfe geholt. Viele sagen: zu viel.
Millionen und Abermillionen hat Q-Cells seit dem Beginn der Krise vor
vier Jahren in Unternehmensberater, Investmentbanker,
Insolvenzberater, Krisen-PR-Spezialisten und Rechtsanwàlte investiert.
Wie viel genau, teilte der Konzern bis Redaktionsschluss am Dienstag
nicht mit. Fest steht: McKinsey, die Sanierungsberatung Alvarez &
Marsal, das Insolvenzbüro Görg, die Investmentbank Houlihan Lokey,
Berater vom Finanzinvestor Blackstone, die Kanzleien Freshfields,
Hengeler Mueller - sie alle haben an der Krise des Solarkonzerns gut
verdient. Und je tiefer die Krise wurde, desto mehr Berater holte Q-
Cells.
"Q-Cells war ein Eldorado für Berater und ein Heer von Anwàlten", sagt
der Glàubigeranwalt Peter Dreier, der mit seinen Klagen die
Restrukturierung von Q-Cells torpediert hat. "Und alle haben gemeinsam
an einem Sanierungskonzept gearbeitet, das am Ende nichtig war." Schon
vor Monaten sei erkennbar gewesen, dass die Sanierungsidee von Q-Cells
vor den Gerichten scheitern würde, so Dreier. Trotzdem hàtte das
Unternehmen weiter an dem Konzept festgehalten, statt nach
Alternativen zu suchen. "Das war eine unglaubliche Fehleinschàtzung
des Vorstands und der Berater, Kanzleien und
Restrukturierungsexperten, auf die er hört."
Q-Cells ist ein Extremfall, aber keine Ausnahmeerscheinung.
Beratungsunternehmen haben die deutsche Erneuerbare-Energien-Branche
für sich entdeckt. Und die junge Industrie nimmt ihre Hilfe gern an.
Viele Unternehmen sind erst rasant gewachsen und dann in eine tiefe
Krise gestürzt. Lange wurden sie noch von Gründern geführt - von
Technikexperten statt von Profimanagern. Und die suchten sich erst den
Rat der Experten und wurden spàter durch sie ersetzt. "Viele in der
Branche sind überberaten", sagt der Chef eines großen deutschen
Greentechkonzerns. Denn auch die Berater scheitern immer wieder,
zuletzt bei der ersten großen deutschen Solarpleite Solon, bei der
auch Alvarez & Marsal aktiv war.
Cen kam ebenfalls als Interimsmanager von Alvarez & Marsal zu Q-Cells.
Seine Aufgabe: Sanierung. Der Betriebswirt mit türkischen Wurzeln
begann seine Karriere 1995 bei der Unternehmensberatung McKinsey. 2005
- damals angestellt bei Credit Suisse - beriet er Linde, als der
Konzern seine Gabelstaplersparte an Finanzinvestoren verkaufte. Im
Oktober 2006 fing er bei der Kion getauften Firma als Finanzchef an,
2008 wechselte er zu Alvarez, als einer der Leiter des
Restrukturierungsgeschàfts in Deutschland.
Bei Q-Cells verdient der 46-Jàhrige Millionen. Allein 2011 bekam er
fast 1,7 Mio. Euro, davon mehr als 650.000 Euro als erfolgsabhàngiger
Bonus. Q-Cells schrieb im gleichen Zeitraum bei rund 1 Mrd. Euro
Umsatz einen Verlust von 850 Mio. Euro, der Aktienkurs fiel um 80
Prozent auf Penny-Stock-Niveau. Wàre die Restrukturierung geglückt,
hàtte er einen weiteren Bonus bekommen. "Das ist nicht
nachvollziehbar", kritisiert Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft
der Kapitalanleger. "Das Unternehmen wieder aus der Krise zu führen
ist seine ganz normale Aufgabe, dafür reicht das Fixgehalt."
Stattdessen entwarfen Hengeler Mueller und Houlihan Lokey für Cen ein
Sanierungskonzept, das fast identisch mit ihren Plànen für den
Holzverarbeiter Pfleiderer ist. Mehr als 60 Mio. Euro habe der an die
Berater gezahlt, sagt Anwalt Dreier, der auch dort klagte. Sogar die
Anwaltskosten der Glàubiger habe der Konzern übernommen. Am Ende
scheiterten Pfleiderer und Q-Cells, weil ein Gesetz für nicht
anwendbar erklàrt wurde. "Das ist eine spektakulàre Blamage vor allem
für Hengeler Mueller", sagt ein Glàubiger. Eine Blamage, die viel Geld
gekostet hat."

Also Freunde der fröhlichen Wissenschaft
wie man sieht gehts nur um das schnöde Geld.
 

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#1 Blue Bull
03/04/2012 - 21:40 | Warnen spam
On 3 Apr., 20:52, HUNTER wrote:
Bei dem Solarzellenhersteller verdienten Sanierungsexperten, Anwàlte
und Investmentbanker Millionen. Auch der Konzernchef gehört dazu. Je
tiefer der Solarzellenbauer in die Krise rutschte, desto mehr wurde
für Expertise von außen gezahlt - erfolglos. von Kathrin Werner
Hamburg

Am Dienstag ist sie zu Ende gegangen, die Ära von Nedim Cen bei Q-
Cells . Seitdem hat ein anderer die Macht über den einst größten
Solarzellenbauer der Welt: ein Insolvenzanwalt. Cen hat lange
gekàmpft, um die Pleite zu vermeiden. Seit Juni 2009 ist er bei Q-
Cells. Erst als Interimsmanager, dann als Finanzchef, zuletzt als
Konzernchef. Er hat viel versucht. Am Ende ist er gescheitert. Er hat
sich viel Hilfe geholt. Viele sagen: zu viel.
Millionen und Abermillionen hat Q-Cells seit dem Beginn der Krise vor
vier Jahren in Unternehmensberater, Investmentbanker,
Insolvenzberater, Krisen-PR-Spezialisten und Rechtsanwàlte investiert.
Wie viel genau, teilte der Konzern bis Redaktionsschluss am Dienstag
nicht mit. Fest steht: McKinsey, die Sanierungsberatung Alvarez &
Marsal, das Insolvenzbüro Görg, die Investmentbank Houlihan Lokey,
Berater vom Finanzinvestor Blackstone, die Kanzleien Freshfields,
Hengeler Mueller - sie alle haben an der Krise des Solarkonzerns gut
verdient. Und je tiefer die Krise wurde, desto mehr Berater holte Q-
Cells.
"Q-Cells war ein Eldorado für Berater und ein Heer von Anwàlten", sagt
der Glàubigeranwalt Peter Dreier, der mit seinen Klagen die
Restrukturierung von Q-Cells torpediert hat. "Und alle haben gemeinsam
an einem Sanierungskonzept gearbeitet, das am Ende nichtig war." Schon
vor Monaten sei erkennbar gewesen, dass die Sanierungsidee von Q-Cells
vor den Gerichten scheitern würde, so Dreier. Trotzdem hàtte das
Unternehmen weiter an dem Konzept festgehalten, statt nach
Alternativen zu suchen. "Das war eine unglaubliche Fehleinschàtzung
des Vorstands und der Berater, Kanzleien und
Restrukturierungsexperten, auf die er hört."
Q-Cells ist ein Extremfall, aber keine Ausnahmeerscheinung.
Beratungsunternehmen haben die deutsche Erneuerbare-Energien-Branche
für sich entdeckt. Und die junge Industrie nimmt ihre Hilfe gern an.
Viele Unternehmen sind erst rasant gewachsen und dann in eine tiefe
Krise gestürzt. Lange wurden sie noch von Gründern geführt - von
Technikexperten statt von Profimanagern. Und die suchten sich erst den
Rat der Experten und wurden spàter durch sie ersetzt. "Viele in der
Branche sind überberaten", sagt der Chef eines großen deutschen
Greentechkonzerns. Denn auch die Berater scheitern immer wieder,
zuletzt bei der ersten großen deutschen Solarpleite Solon, bei der
auch Alvarez & Marsal aktiv war.
Cen kam ebenfalls als Interimsmanager von Alvarez & Marsal zu Q-Cells.
Seine Aufgabe: Sanierung. Der Betriebswirt mit türkischen Wurzeln
begann seine Karriere 1995 bei der Unternehmensberatung McKinsey. 2005
- damals angestellt bei Credit Suisse - beriet er Linde, als der
Konzern seine Gabelstaplersparte an Finanzinvestoren verkaufte. Im
Oktober 2006 fing er bei der Kion getauften Firma als Finanzchef an,
2008 wechselte er zu Alvarez, als einer der Leiter des
Restrukturierungsgeschàfts in Deutschland.
Bei Q-Cells verdient der 46-Jàhrige Millionen. Allein 2011 bekam er
fast 1,7 Mio. Euro, davon mehr als 650.000 Euro als erfolgsabhàngiger
Bonus. Q-Cells schrieb im gleichen Zeitraum bei rund 1 Mrd. Euro
Umsatz einen Verlust von 850 Mio. Euro, der Aktienkurs fiel um 80
Prozent auf Penny-Stock-Niveau. Wàre die Restrukturierung geglückt,
hàtte er einen weiteren Bonus bekommen. "Das ist nicht
nachvollziehbar", kritisiert Daniel Bauer von der Schutzgemeinschaft
der Kapitalanleger. "Das Unternehmen wieder aus der Krise zu führen
ist seine ganz normale Aufgabe, dafür reicht das Fixgehalt."
Stattdessen entwarfen Hengeler Mueller und Houlihan Lokey für Cen ein
Sanierungskonzept, das fast identisch mit ihren Plànen für den
Holzverarbeiter Pfleiderer ist. Mehr als 60 Mio. Euro habe der an die
Berater gezahlt, sagt Anwalt Dreier, der auch dort klagte. Sogar die
Anwaltskosten der Glàubiger habe der Konzern übernommen. Am Ende
scheiterten Pfleiderer und Q-Cells, weil ein Gesetz für nicht
anwendbar erklàrt wurde. "Das ist eine spektakulàre Blamage vor allem
für Hengeler Mueller", sagt ein Glàubiger. Eine Blamage, die viel Geld
gekostet hat."

Also Freunde der fröhlichen Wissenschaft
wie man sieht gehts nur um das schnöde Geld.





Aslo, mein Freund der fröhlichen Wixenschaft, soll

ich mir jetzt ein Apple i-Pad für 800 € kaufen, oder

ein China i-Pad für 400 € ?

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