Windenergie und angeblich nicht regelbare Kernkraftwerke

15/08/2010 - 06:55 von Franz-Josef Ehrentraut | Report spam
Man hört im Fernsehen öfters die Behauptung: Wind- und Kernenergie
können sich nicht ergànzen, da Kernkraftwerke in Schwachlastzeiten
nicht heruntergeregelt werden können. Eine Flugzeugturbine kann
durch Verstellen der Leitschaufeln geregelt werden und es sollte
auch kein Problem sein mit einem Dampferzeuger mehrere Turbinen-
sàtze zu betreiben die dann einzeln abgeschaltet werden können.

Somit hàtten die AKW-Betreiber die Möglichkeit, die Strommenge,
die sie noch erzeugen dürfen zu den Zeiten ins Netz einzuspeisen,
wo der Strompreis hoch ist.

Oder spekulieren die AKW-Betreiber darauf, eines Tages den
Politikern sagen zu können: Wir haben jetzt die erlaubte Menge
Atomstrom erzeugt, entweder wir dürfen weiteren Atomstrom ins
Netz einspeisen, oder in Deutschland gehen die Lichter aus.

Franz-Josef

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#1 Michael Rübig
15/08/2010 - 09:30 | Warnen spam
Am 15.08.2010 06:55, schrieb Franz-Josef Ehrentraut:
Man hört im Fernsehen öfters die Behauptung: Wind- und Kernenergie
können sich nicht ergànzen, da Kernkraftwerke in Schwachlastzeiten
nicht heruntergeregelt werden können. Eine Flugzeugturbine kann
durch Verstellen der Leitschaufeln geregelt werden und es sollte
auch kein Problem sein mit einem Dampferzeuger mehrere Turbinen-
sàtze zu betreiben die dann einzeln abgeschaltet werden können.



Das geht ganz sicher. Das Problem sind ja auch nicht die Turbinen
sondern die Reaktorleistung. Man kann diese offenbar nicht sonderlich
schnell regeln bzw. hat das dann andere Nachteile. Klar könnte man die
Energie aus dem erzeugten Dampf einfach wegkühlen, statt sie per Turbine
in Strom umzuwandeln. Aber dann könnte man die Windkraft gleich ganz
weglassen, denn der Uranverbrauch im Reaktor würde nicht reduziert
werden, wenn weniger Turbinensàtze laufen, der Reaktor aber mit voller
Leistung weiterheizt.

Die Aussage, dass die Kraftwerke nicht zusammenpassen stimmt schon
irgendwie. Man müsste so viel Kernkraftwerke (und andere Kraftwerke)
vorhalten, um bei europaweiter Flaute den kompletten Strom konventionell
erzeugen zu können. Blàst es dann im Herbst überall richtig stark,
müssten alle KKWs auf 20% (Beispiel) runterregeln, was offenbar nicht
vernünftig machbar ist.

Das Problem der Energieriesen wird auch sein, dass die
Wirtschaftlichkeit ihrer Großkraftwerke bei wenig Ausgangsleistung
hundsmiserabel ist. Ich bin sicher, dass die KKWs und Kohlekraftwerke
bei viel Windenergie alle schön runterregeln könnten. Aber das wollen
die bestimmt aus wirtschaftlichen Gründen nicht. Technisch könnte man
den Dampf sicher einfach abblasen, bzw. weniger Kohle in die Kessel
schaufeln (in Grenzen)

Michael

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