Wissenschaftler spüren erneut Gravitationswellen auf

03/07/2016 - 06:17 von Fritz | Report spam
<http://www.heise.de/newsticker/meld...9.html>
Zitat:
»Die Wissenschaftler haben sich viel Zeit mit der Auswertung und der
Prüfung gelassen, aber nun ist es sicher: Zu Weihnachten 2015 konnten
die LIGO-Detektoren ein zweites Mal Gravitationswellen aufspüren.
..
Gewissermaßen als Weihnachtsgeschenk wurde den
Gravitationswellenforschern eine weitere Verschmelzung von zwei
schwarzen Löchern unter den Tannenbaum gelegt. Wie auf der letzten
Tagung der Gravitationsforscher in Hannover schon angedeutet, gab es im
Lauf O1 bis zum Abschluss im Februar 2016 ein weiteres Event. Am 26.
Dezember um 4:38:54 MEZ zeichneten die beiden LIGO-Detektoren in den USA
zwar schwàchere aber làngere Signale auf (GW151226) als beim ersten
Event vom September 2015 (GW150914). Zuerst nahm der Detektor in
Livingston das Signal auf, dann 3002 km entfernt mit nur 1,1 ms
Verzögerung der Detektor in Hanford. Die Welle muss also etwa 300 km von
der Mitte entfernt zwischen den Detektoren eingetroffen sein.
..
Aus dem Rauschen
Auch das neue Event resultiert aus der Umkreisung mit anschließender
Vereinigung von zwei stellaren Schwarzen Löchern vor rund 1,4 Milliarden
Jahren. Diesmal konnte man sogar die letzte Sekunde mit 27 Umrundungen
belauschen. Bei GW150914 waren es nur etwa 200 ms mit 5 Umrundungen.
Dafür waren die Schwarzen Löcher damals größer und der "Bumms" mit der
ausgestrahlten Energie von 3 Sonnenmassen dreimal stàrker. Nun wurde bei
der Vereinigung der beiden Löcher mit 14 und 8 Sonnenmassen "nur" eine
Sonne abgestrahlt. Das Signal mit einer relativen Làngenànderung von
3×10-22 lag daher unter der Triggerschwelle der Detektoren, löste also
anders als GW150914 keinen sofortigen Alarm aus.
..
Diesmal war ein langwàhrendes, aufwendiges Rechenverfahren nötig, um mit
Hilfe möglicher, vorberechneten Szenarien (Templates) das Event mit
genügender Signifikanz von mindestens 5 Sigma aus dem Rauschen
herauszurechnen. Dass so ein Verfahren gàngig ist und gut funktioniert
beweist alltàglich GPS, wo das Signal (hier aus ursprünglich
militàrischen Gründen) nicht sichtbar im Rauschen liegen und man es nur
bei Kenntnis des Schlüssels (des "Templates") per Kreuzkorrelation aus
dem Rauschen sicher herausrechnen kann.«

»Supercomputer
Alle LIGO-Daten auszuwerten und mit den Templates nach Treffern zu
suchen ist ein ungeheurer Rechenaufwand. Gut die Hàlfte aller Daten
werden vom ATLAS-Supercomputer am AEI in Hannover ausgewertet, unter
anderem bestückt mit rund 2000 Nvidia GTX270-Karten. «

»Der nàchste Beobachtungslauf „O2“ von aLIGO wird diesen Herbst beginnen
und soll etwa sechs Monate lang dauern. Bis dahin sollen weitere
Verbesserungen in der Detektorempfindlichkeit es LIGO erlauben ein 1,5-
bis 2-mal so großes Volumen des Universums wie bisher zu erreichen. Der
etwas kleinere Gravitationswellen-Detektor GEO600 in Ruthe bei Hannover
wird ebenfalls an dem Beobachtungslauf teilnehmen. Der Virgo-Detektor in
Italien wird voraussichtlich in der zweiten Hàlfte von O2 dazustoßen.«

Fritz
„Die Welt ist groß genug für die Bedürfnisse aller, aber zu klein für
die Gier Einzelner“ - Mahatma Gandhi
 

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#1 Dexiter
03/07/2016 - 09:26 | Warnen spam
"Fritz" schrieb im Newsbeitrag news:nla3ld$2b8$1
@fritzs.eternal-september.org...
<http://www.heise.de/newsticker/meld...en-erneut-


Gravitationswellen-auf-3238589.html>
Zitat:
»Die Wissenschaftler haben sich viel Zeit mit der Auswertung und der
Prüfung gelassen, aber nun ist es sicher: Zu Weihnachten 2015 konnten
die LIGO-Detektoren ein zweites Mal Gravitationswellen aufspüren.




Mein Gott, wie interessant! Gravitationswellen, und das auch noch zu
Weihnachten. Ist der Weihnachtsstern explodiert?


Dexiter

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