Wochenendprojekt: Funkfernsteuerung Filterspulen und Quarzpaare

25/05/2014 - 19:21 von Wolfgang Draxinger | Report spam
Servus,

hier mal ein kleiner Erfahrungsbericht von meinem Wochenendprojekt.
Hier auch niedergeschrieben, damit, sollte mal jemand Tante Gugl nach
den Begriffen fragen, derjenige auch was findet.

Ursprünglich sollte das hier eine Frage an d.s.e werden, die ich dann
aber selber beantworten konnte. Aber den Schrieb hatte ich schon
angefangen und löschen will ich es nicht.

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TL;DR: Sender und Empfànger einer alten Modell-Fernsteueranlage lagen
seit 20 Jahren kaputt herum und wollten mal repariert werden. Neu
kaufen wàre weniger Aufwand und im Verhàltnis (Arbeitszeit) billiger
gewesen, aber bei weitem nicht so spaßig.
-

Beim Ausmisten vom Keller ist mir meine alte, "kaputte"
40MHz Modellbau-Funkfernsteuerung (Graupner JR SSM 40MHz-System) in die
Hànde gefallen. "Kaputt" ging sie zu einem Zeitpunkt, als ich zwar schon
einiges über Elektronik wusste, aber mein Wissen über Funktechnik doch
nur rudimentàr war. Damals habe ich mir vorgenommen "sobald ich weiß,
wie das geht und ich die richtigen Werkzeuge dafür habe, repariere ich
das Ding". Damit verschwand das Teil zusammen mit einem kleinen
Straßenflitzer in einer Kiste und diese Kiste im Keller.

Letztes Wochenende ist das Ding soz. bei Ausgrabungsarbeiten wieder
aufgetaucht. Mittlerweile bin ich ein "alter Sack" und mit reichlich
Elektronik-Erfahrung habe ich mich meines kindlichen Versprechens
erinnert und mir das als Wochenend-Projekt hingestellt.

Erst mal eine Dummy-Load für den Sender besorgen. Hmm, welche Impendanz
hat denn das Teil? Für 40MHz wàre die Antenne bei lambda/2 doch ein
wenig kurz, außerdem endgespeißt. Für lambda/4 aber auch noch zu kurz,
wie ist die denn angeschlossen: Aha, da sitzt noch eine Induktivitàt
dazwischen. Aber wie groß die gewàhlt ist hàngt ja von der Antennenlànge
UND der Ausgangsimpendanz des Senders ab, letztere kenne ich nicht.
Okay, schieße ich mal in's Blaue und Tippe auf 33 Ohm, da habe ich noch
Kohleschichtwiederstànde 1W da. angelötet, Oszilloskop dran, Sender an.

Nanu, HF-Signal ist da aber sehr schwach und aber es mikrofoniert sehr
stark. Erst mal schauen ob man da mehr "Dampf" rausholen kann. An den
Filterspulen gedreht und ja, da làsst sich was rausholen, mehr als
200mV Amplitude am Ausgang wollten aber nicht. Eine "Filterspule"
spielt aber Mimose wenn man dagegen klopft. Transistor und Quarz
daneben, also ist das Ding nicht einfach nur ein Filter sondern Teil
einer induktiven Rückkopplung und tut nicht mehr so wie sie soll.

Der Sender funktioniert wieder, nachdem ich die Rückkopplungs-
Trafospule des Quarz-Oszillators ausgetauscht habe (Ferrit-Mantel war
zerbröselt und der Trimmer-Kern gebrochen), den Ersatz musste ich erst
mal beim Unrad (der 5min mit dem Radl entfernt ist) besorgen;
unglàubiger Blick vom Verkàufer hinter dem Thresen, dass jemand in der
heutigen Zeit derartigen Analogkram im Laden kauft, weil a) basteln
doch heute alle digital b) wer kennt sich denn noch damit aus und c)
Unrad sollte doch sowas gar nicht mehr führen, die verkaufen doch jetzt
nur noch Handys, Computer und Geraffel.

Nach dem Abgleich der ganzen Filter endlich ein schönes, starkes
HF-Signal an der Dummy-Load auf dem Oszi zu sehen und im
Spektrum-Analysator alles sauber. Also an das Ding die richtige
Antenne angeschlossen, Servo an den Empfànger, alles eingeschaltet: Tut
nix, aber die Steuer-PWM wird korrekt auf die HF aufmoduliert und wenn
man den Tastkopf an die Antenne hàlt sieht alles gut aus, nur
will der Empfànger davon nichts mitbekommen, hmmm...

Also den Empfànger aufgeschraubt und die armen Bestücker-/Innen
bedauert die DAS Ding zusammenbauen mussten. Hilfe! Also ein Superhet
ist es, das sieht man an den vorhanden Baugruppen, wobei ich aber den
Mischer und das ZF-Filter in dem Gewirr nicht eindeutig identifizieren
konnte; ist vermutlich in dem Plastik-Verguss der ziemlich genau in der
Mitte sitzt verbaut. Das Empfànger-Quarz selbst bestimmt natürlich die
LO-Frequenz. Nur dass der Empfànger-LO nicht schwingt... Mift,
Empfànger auch kaputt. Also mal testweise das Quarz aus dem Sender
eingesteckt um zu sehen ob das Quarz oder die LO-Schaltung hin ist:
Schwingt => passt.

Also muss ein neues Empfànger-Quarz her. Und jetzt stellt sich die
Frage: Welche Frequenz muss das Ding haben? Graupner hatte natürlich
die geniale Idee, die Quarze so in Plastik-Blöcken zu verkleben, dass
man die Daten nicht sieht. Da steht nur "53 T" und "53 R" drauf. Wenn
das die LO-Frequenz direkt vorgibt (was bei der Schaltung
offensichtlich der Fall ist), dann muss das bei Sender-Frequenz -
ZF-Frequenz liegen. ZF kenne ich nicht, weil siehe oben.

Also die Quarze aus ihrem Plastik-Gefàngnis befreit in der Hoffnung,
dass da was Sinnvolles drauf steht. Erfolg!

TX: 40.695 MHz
- RX: 40.240 MHz
= 455 kHz

Das hàtte ich mir ja denken können.

Jetzt brauche ich nur noch ein passendes Ersatz-Quarz für den Empfànger.

Teil 2 folgt... irgendwann



vG

Wolfgang
 

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#1 Peter Thoms
30/05/2014 - 12:12 | Warnen spam
Am 25.05.2014 19:21, schrieb Wolfgang Draxinger:
[...]

Das hàtte ich mir ja denken können.

Jetzt brauche ich nur noch ein passendes Ersatz-Quarz für den Empfànger.

Teil 2 folgt... irgendwann


Hallo,

und wenns löppt:
- Weg damit, ab zum Flohmarkt :D.


Peter

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