Zahlungs- und Bankwesen und Telekommunikation: Trends und Herausforderungen der nächsten Jahre

11/09/2015 - 11:59 von Business Wire
Zahlungs- und Bankwesen und Telekommunikation: Trends und Herausforderungen der nächsten Jahre

Der digitale Weg ist der Weg der Zukunft, zumindest im Zahlungs- und Telekommunikationswesen und im Einzelhandel. Wir befinden uns mittlerweile in einem Zeitalter, in dem Multi-Channel ebenso zur Norm geworden ist wie die verbreitete Akzeptanz mobiler Zahlungsmethoden. Das ist Unternehmen nicht verborgen geblieben, die sich für die Investition in digitale Strategien entschieden haben, unabhängig davon, ob sie auf das Zahlungswesen spezialisiert sind oder nicht. Unternehmen im Banksektor sind nunmehr in der Lage, digitale Transaktionen und Zahlungen anzubieten, und damit wurde die Landschaft des Zahlungs- und Bankwesens und der Telekommunikation vollständig eingeebnet und einem kompletten Neuaufbau der Weg gebahnt.

Zahlung: Ein Ökosystem in der Revolution

Die jüngsten Entwicklungen im Zahlungswesen sind extrem schnell vonstatten gegangen. Die Anzahl der Zahlungen über mobile Terminals steigt unaufhaltsam an. In der ersten Jahreshälfte 2015 haben entmaterialisierte Zahlungen (einschließlich Kartenzahlungen, die 2014 ein Gesamtvolumen von 47 Billionen US-Dollar verzeichneten,1 – und elektronischer Zahlungen) die Papierzahlungen (Bargeld und Schecks) überholt. Im Jahr 20162 werden Kartenzahlungen, angetrieben von demselben Trend, die Barzahlungen überholen und zur bevorzugten Zahlungsmethode in der ganzen Welt und vor allem auch in China werden. Darüber hinaus hat die Verschiebung zum elektronischen Kommerz auch zur Entmaterialisierung des Geldes selbst geführt, und dieser Trend wird sich in den kommenden Jahren unausweichlich ausbreiten. Elektronische Geldbörsen bilden die einzige Verbindung zwischen Verkäufern und Käufern.

Von Januar 2014 bis Juli 2015 wurden mehr als 1 Milliarde kontaktlose Transaktionen abgeschlossen3. Beispielsweise gaben VISA-Karteninhaber allein im März 20154 1,6 Miliarden Euro aus.

Liisa Kanniainen, VP, Corporate Mobile Solutions - Nordea Bank: „Das Jahr 2014 hat allen Branchenteilnehmern, die noch Zweifel daran hatten, unmissverständlich vor Augen geführt, dass kontaktlose Zahlungen nicht mehr wegzudenken sind. Ihre Vorteile als verlässliche, sichere und benutzerfreundliche Zahlungsmethode veranlassen Karteninhaber zur häufigen Nutzung ihrer Karten. Neue Mitspieler im Bereich kontaktloser Zahlungsmethoden, darunter Apple Pay, Samsung Pay und Android Pay, haben im Markt Einzug gehalten und verdrängen heute in vielen Fällen die bisherigen Zahlungsgiganten (VISA, Mastercard).

Jean-Noël Georges, Global Program Director und Research Manager bei Frost & Sullivan, äußerte sich dazu wie folgt: „Die Interoperabilität von Smartphones und Notebooks - von denen es bis 2019 weltweit 19 Milliarden geben wird - ist jetzt Teil unseres Alltags. Derartige vernetzte Geräte bringen neue Einsatzmöglichkeiten und neue Arten des Informationsaustausches mit sich, beispielsweise mit Technologien wie NFC (Near Field Communication), QR-Codes (zweidimensionale Strichcodes), Bluetooth Low Energy (BLE) und Host Card Emulation (HCE). Wenn diese Technologien sich dann im Markt durchsetzen, führt dies in den nächsten Jahren zu einer Umgestaltung der Zahlungsbranche. Im Jahr 2014 verzeichneten NFC und LTE-Karten (Long Term Evolution) ein Wachstum von mehr als 100 Prozent.“

Im mobilen Zahlungsmarkt konnte Apple sich mit dem Ende 2014 eingeführten Apple Pay innerhalb kürzester Zeit eine etablierte Position erobern. John Devlin, Principal Analyst und Creator von P.A.ID Strategies, vermerkte, dass Android Pay und Samsung Pay ebenso wie Apple im Lauf des Jahres 2015 auf dieser Welle mitreiten und sich als Hersteller positionieren konnten, in der Hoffnung, neue Umsatzquellen zu erschließen und ihrem Geschäft neues Leben einzuhauchen.

Neue Mitspieler der Zahlungsindustrie: Freunde oder Feinde der Banken?

Da Nicht-Bankorganisationen nun in der Lage sind, digitale Zahlungstransaktionen anzubieten, bleibt Banken keine andere Wahl als sich neu zu erfinden, wenn sie wettbewerbsfähig bleiben wollen. Im Jahr 2014 verfügte rund die Hälfte der erwachsenen Weltbevölkerung nach Schätzungen der Weltbank nicht über ein „echtes“ Bankkonto. Die Neuankömmlinge der Zahlungsbranche, die daraus Kapital schlagen können, insbesondere indem sie die jüngere Kundengeneration ansprechen, spielen bei dieser Verschiebung eine bedeutende Rolle.

Nach Ansicht von John Devlin bietet „die allmähliche Konvergenz herkömmlicher Zahlungsmethoden mit Online-Transaktionen (In-App, Peer-to-Peer) Banken die Chance, sich schneller eine Position als Dienstanbieter zu sichern. Mit einer vereinheitlichenden Rolle könnten sie eine Kombination von mobilen, Online- und persönlichen Dienstleistungen anbieten, die ihnen ihrerseits den Weg zu neuen Sektoren, neuen Dienstleistungen und neuen Einnahmequellen bahnen könnten.“

Allgegenwärtige Konnektivität führt auch zu neuen Verhaltensweisen und erfordert mehr Sicherheit und Verlässlichkeit. Die Nutzer fordern nun mehr Schutz in den Bereichen vertraulicher Behandlung und Sicherung personenbezogener Daten. Betrugsversuche scheinen jedoch einen bedeutenden Stolperstein im System darzustellen. Aus diesem Grund ist starke Authentifizierung insbesondere bei mobilen Zahlungen unverzichtbar. Liisa Kanniainen von der Nordea Bank weist darauf hin, dass „das Problem des Vertrauens und der Sicherheit bei Zahlungen in diesem neuen Ökosystem einfach immer größer wird.“

Biometrik bietet sich als eine der bestgeeigneten Lösungen einer wirklich zuverlässigen Identifizierung an. „In unserer digitalen und vernetzten Welt scheinen Menschen aus den technologischen Entwicklungen ausgeblendet zu werden -- neue Geräte werden den Menschen jedoch wieder in den Mittelpunkt stellen, nicht das Mobilgerät. Unter diesem Gesichtspunkt betrachtet, scheint Biometrik eine geeignete Methode der notwendigen Authentifizierung und Identifizierung darzustellen“, erklärt Jean-Noël Georges.

Telekommunikation: Vom realen zum digitalen Modell

„Im Laufe der letzten 30 Jahre hat die SIM-Karte das Wachstum des GSM ermöglicht. Jetzt stehen wir jedoch vor einer gewaltigen Transformation der Rolle, die diese Karte spielt, denn das Datenmanagement geht vom physischen zum digitalen Modell über. Aber wir brauchen immer noch ein Authentifizierungsmittel für den Zugriff auf die verschiedenen Netzwerke“, erläutert Sergio Cozzolino, Mobile Service Development Department VP bei Telecom Italia.

Auf dem Telekommunikationsmarkt entwickelt sich die SIM-Karte jedoch immer weiter und erreichte 2014 fast 5,3 Millionen Stück. Die Anzahl der M2M-Karten (Maschine zu Maschine) wird voraussichtlich auf 21 Millionen ansteigen“, so Jean-Noël Georges.

Das physische Modell weicht nun dem digitalen Modell, insbesondere aufgrund der Einführung der SIM-E-Karte für M2M und damit für den Verbrauchermarkt. Diese radikale Änderung wird eine tiefgreifende Auswirkung auf das Vertriebsmodell und auf die Beziehung mit dem Endverbraucher mit sich bringen, und damit eröffnen sich neue Wachstumschancen für den M2M-Sektor.

Die Herausforderung für Betreiber besteht darin, ihren Kunden bei der Kommunikation oder beim Datenaustausch eine gleichbleibend hohe Dienstqualität zu garantieren, ohne dass der Kunde meint, er müsse von einem Netzwerk zum anderen wechseln.

Nach Ansicht von John Devlin zeigen „die jüngsten Zahlen, dass das kontaktlose System sich extrem stark ausbreitet. Fast alle POS-Terminals an den Verkaufsorten sind nun mit Lesern ausgestattet, die auch vielfach in anderen Automaten zu finden sind, von Lebensmittelautomaten bis zu Fahrkartenautomaten, Kiosken und Terminals. Sie geben dem Verbraucher ein besseres Nutzererlebnis und die Chance, die gewünschte Zahlungsart selbst zu wählen.“ Der Sektor leidet jedoch auch unter dem Risiko der „Softwarisation“ und die bisher eingesetzte Hardware (SIM-Karte, Chips usw.) könnte bald durch nichts Anderes als Software ersetzt werden. Trotz dieser verschiedenen Bedrohungen bleibt die SIM-Karte die kostengünstigste Methode und der beste Kompromiss zwischen Vorteil und Nutzen.

Jean-Noël Georges betont: „30 Jahre in der Technologie entsprechen 150 Jahren in der Industrie.“

1 Quelle: Euromonitor International
2 Quelle: Euromonitor International
3 Quelle: Visa Europe.
4 Quelle: Visa Europe.

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