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zul. Temperatur Stromleitungen

01/11/2007 - 20:06 von Frank Drewello | Report spam
Hallo an Alle,

mich interessiert die zulàssige Temperatur von Stromleitungen.

Ich bin Elektro-Laie, aber ich weiß, daß Leitungen nach Lànge,
Verlegungsart, Umgebungstemperatur und erwarteter Belastung ausgelegt
werden, daraus ergibt sich der Querschnitt. Dazu passend wird die
Sicherung bestimmt.

Unter der Annahme, daß alles richtig gemacht wurde, welche Temperatur
haben bzw. dürfen Stromkabel haben?

Ich habe heute erfahren, daß ein Schaltschrank in einer
Industriehalle Leitungstemperaturen von 40° hat (lt.
Wàrmebildkamera). Ist das zuviel?

Über den Schaltschrank làuft ein Teil der Beleuchtung, aber es ist
eine sehr große Halle. Querschnitt,

Gibt es dazu Vorschriften? Kann man eine max. zulàssige Temperatur
bestimmen?
Die Umgebungstemperatur ist "normal" warm, vielleicht 17° bis 20°
geschàtzt.

Danke + Gruß Frank
 

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#1 Ralf Kusmierz
01/11/2007 - 20:57 | Warnen spam
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begin quoting, Frank Drewello schrieb:

mich interessiert die zulàssige Temperatur von Stromleitungen.
Ich bin Elektro-Laie, aber ich weiß, daß Leitungen nach Lànge,
Verlegungsart, Umgebungstemperatur und erwarteter Belastung ausgelegt
werden, daraus ergibt sich der Querschnitt. Dazu passend wird die
Sicherung bestimmt.



ACK

Unter der Annahme, daß alles richtig gemacht wurde, welche Temperatur
haben bzw. dürfen Stromkabel haben?



Das ist die falsche Frage. Die Schutzmaßnahmen sind so auszulegen, daß
*die Isolation* *im Kurzschlußfall* gegen Übertemperatur geschützt ist
- die PVC-Isolierung darf dabei so Pi mal Daumen ca. 95 °C erreichen -
das ist die Temperatur, auf die der Leiter begrenzt werden muß. Es ist
für den Kurzschlußfall also um so mehr "Luft" (d. h.
Wàrmekapazitàtsreserve) vorhanden, je niedriger die Leitertemperatur
vor dem Kurzschlußeintritt ist.

Worauf man normalerweise keinen Einfluß im Kurzschlußfall hat, ist das
Produkt I_k^2*t_a, wobei I_k der Kurzschlußstrom ist, der durch die in
der Anlage vorhandene Schleifenimpedanz begrenzt bzw. vorgegeben wird,
und t_a die Abschaltzeit nach Kurzschlußeintritt. Dieses Produkt
entspricht mit dem Leiterwiderstand R einer Energiemenge, und der
Leiterwiderstand muß klein genug sein, daß der sich durch diese
Energiemenge nicht überhitzt. Dickerer Leiter -> höhere
Wàrmekapazitàt, niedrigerer Widerstand, geringere Energiefreisetzung
(aber ggf. auch kleinere Schleifenimpedanz).

Natürlich stellt in der Praxis niemand diese Rechnungen wirklich an,
sondern man geht nach Tabellen vor.

Ich habe heute erfahren, daß ein Schaltschrank in einer
Industriehalle Leitungstemperaturen von 40° hat (lt.
Wàrmebildkamera). Ist das zuviel?



Ich denke, nicht. Die dauerhaft zulàssigen Temperaturen werden wohl
bei ca. 60-80 °C liegen - im Zweifelsfall den Leitungshersteller
fragen. Achtung: Die Kamera mißt nur die *Oberflàchen*temperatur der
Leitung - direkt am Leiter, also innen, wird die Leitung wàrmer sein.
Der Hersteller wird aber sicher in Abhàngigkeit von den
Verlegebedingungen und den Umgebungstemperaturen max. zulàssige
Dauerströme angeben können. (Die sind aber - s. o. - trotzdem etwas
anderes als die zulàssigen Absicherungen. Die Schutzeinrichtungen
haben zwei Aufgaben: Sie müssen einerseits die Temperatur im
Dauerbetrieb begrenzen und andererseits die im Kurzschlußfall.)

Über den Schaltschrank làuft ein Teil der Beleuchtung, aber es ist
eine sehr große Halle. Querschnitt,
Gibt es dazu Vorschriften?



Klar. Der E-Installateur muß die kennen.

Kann man eine max. zulàssige Temperatur bestimmen?



Die gibt der Hersteller vor.


Gruß aus Bremen
Ralf
R60: Substantive werden groß geschrieben. Grammatische Schreibweisen:
adressiert Appell asynchron Atmosphàre Autor bißchen Ellipse Emission
gesamt hàltst Immission interessiert korreliert korrigiert Laie
nàmlich offiziell parallel reell Satellit Standard Stegreif voraus

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