Zwischenliegender Audio-Umschalter sinnvoll?

18/08/2016 - 22:35 von Frank Möller | Report spam
Hallo,

mir ist nach 6,5 Jahren meine Asus Xonar Essence STX gestorben. Beim
Nachdenken darüber kam mir die Frage in den Sinn, ob es das Ableben
vielleicht gefördert haben könnte, daß ich öfters ganz frech per
Schalterbox die Netzspannung des Sound-Systems abschalte.

Beim Einschalten sollte das weniger ein Problem sein, da das Sound-System
verzögert einschaltet.

Aber kann es sein, daß es beim Ausschalten vielleicht rückwirkende
Störungen gibt, die in diesem Moment eine Störspannung in den Ausgang der
Soundkarte ballern?

Würde sich dafür ein zwischengeschalteter Audio-Umschalter empfehlen, der
die Verbindung Soundkarte --> Soundsystem beim Ausschalten des
Sound-Systems zuerst trennt bzw. bei dessen Einschalten erst nach dem
Einschalten des Sound-Systems dann die Verbindung herstellt?

Wenn, dann sollte das natürlich ein Teil sein, welches die Qualitàten der
nun kommenden Asus Xonar Essence STX II nicht runterzieht.

Vielleicht das?
<http://www.dynavox-audio.de/Zubehoe...lter-AUX-S::152.html>

Ideen? Kommentare?

Vielen Dank schon mal!

[XPost de.comp.hardware.misc,de.comp.audio]
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#1 Marcel Mueller
19/08/2016 - 08:04 | Warnen spam
Moin,

ich schrànke mal noch weiter auf de.comp.audio ein. [fup]

On 18.08.16 22.35, Frank Möller wrote:
mir ist nach 6,5 Jahren meine Asus Xonar Essence STX gestorben. Beim
Nachdenken darüber kam mir die Frage in den Sinn, ob es das Ableben
vielleicht gefördert haben könnte, daß ich öfters ganz frech per
Schalterbox die Netzspannung des Sound-Systems abschalte.



Nein.

Beim Einschalten sollte das weniger ein Problem sein, da das Sound-System
verzögert einschaltet.



Verzögert schalten da nur die Lautsprecher ein, sonst nichts.

Aber kann es sein, daß es beim Ausschalten vielleicht rückwirkende
Störungen gibt, die in diesem Moment eine Störspannung in den Ausgang der
Soundkarte ballern?



Auch das ist abwegig und wàre auch ein erheblicher Konstruktionsfehler.
Bei üblichen Audio-Eingàngen sitzt erst mal ein Widerstand mit >= 10kOhm
in Reihe. Da geht im Bereich von Kleinspannung so wenig Strom durch,
dass der Soundkarte das total egal ist.

Würde sich dafür ein zwischengeschalteter Audio-Umschalter empfehlen, der
die Verbindung Soundkarte --> Soundsystem beim Ausschalten des
Sound-Systems zuerst trennt bzw. bei dessen Einschalten erst nach dem
Einschalten des Sound-Systems dann die Verbindung herstellt?



Nein.

Wenn, dann sollte das natürlich ein Teil sein, welches die Qualitàten der
nun kommenden Asus Xonar Essence STX II nicht runterzieht.



Du meinst mit goldenen Steckern, und so? :-)
/Jeder/ mechanische Schalter hat die erforderlichen Eigenschaften.

Der Knackpunkt bei mechanischen Schaltern ist eher "open before close",
wenn mehrere Zuspieler dran hàngen. Aber selbst bei den andernfalls
entstehenden kurzzeitigen Kurzschlüssen, geht das robuste Audio-Zeug
nicht kaputt. BTDTMT

Vielleicht das?
<http://www.dynavox-audio.de/Zubehoe...lter-AUX-S::152.html>



Hat goldene Stecker, muss also gut sein. ;-))

Aber wer soll das bedienen? Willst Du jedes mal vor dem Ausschalten an
dem Rad drehen?
Mal ganz davon abgesehen, dass es für den avisierten Zweck keinen Nutzen
stiftet. So ein Teil setzt man ein, wenn ein Geràt nicht genug externe
Eingànge hat und man zwischen mehreren Zuspielern wàhlen muss.


Ideen? Kommentare?



Wenn überhaupt man eine Soundkarte von "außen" mit normalem Gebrauch
beschàdigen kann, dann durch das anstecken von Geràten mit
Potentialdifferenz. Sowohl die RCA-Stecker (Cinch) als auch die
Klinkenstecker an der Soundkarte haben die unangenehme Eigenschaft, dass
die Tonader lange vor der Masseverbindung Kontakt macht, so dass die
Ausgleichsströme beim Verbinden erst mal direkt in die Ein- und Ausgànge
rein fließen. Dabei ist es im übrigen weitgehend egal, ob das
betreffende Geràt eingeschaltet ist.
Bei dem geschilderten Szenario gibt es zwei Varianten:

1) statische Elektrizitàt.
Das geht in etwa so. Ich habe ein potentialfreies Geràt in der Hand,
z.B. MP3-Player; /ich/ habe mich bei trockener Luft elektrisch
aufgeladen, und sobald ich die Kabelverbindung herstelle, wird diese
statische Aufladung über die Tonader entladen. Es gibt einen winzigen
Funken, der die Chips grillen kann. Dabei kann entweder das Geràt am
bereits angesteckten Ende des Kabels dran glauben (Klinke) oder auch
jedes der beiden (RCA).
Das hört sich schlimm an, ist aber in der Praxis doch sehr selten. So
passiert es z.B. nicht, wenn man beide Geràte bereits an elektrisch
leitenden Teilen (Metallgehàuse) in der Hand hat; dann ist die Ladung
làngst abgeflossen. Es passiert ebenfalls nicht, wenn die Geràte bereits
anderwàrtig per Kabel verbunden sind, und sei es indirekt
(Schuko-Stecker, Antennenkabel, anderes Audio- oder Video-Kabel, was
auch immer).

2) Ausgleichsströme.
Diese Variante kommt zustande, wenn die Beiden zu verbindenden Geràte
zwar irgendwie eine Verbindung haben, aber nicht beide an der Schutzerde
hàngen, sondern vielleicht nur einer von beiden. PCs hàngen eigentlich
immer an Schutzerde - jedenfalls wenn sie groß genug sind, dass eine
Soundkarte rein passt. Das gilt aber oft nicht für das AV-Equipment =>
Schutzklasse II, Eurostecker ohne Erdung. Dieses Zeug ist so
konstruiert, dass durch die Netzteile nur sehr geringe, für Menschen
ungefàhrliche Ströme fließen. Für Menschen ungefàhrlich heißt aber nicht
immer für Chips ungefàhrlich. Vor allem dann nicht, wenn ein halbes
Dutzend solcher Geràte im Verbund zusammen hàngt (TV, AV-Receiver,
Sound-Bar, CD-Player, BD-Player ...) und sich ihre Ströme addieren
können oder wenn die Chinesen es mit der kapazitiven Kopplung bei
Schutzklasse II mal wieder nicht soi genau genommen haben. Das kann 100
mal gut gehen und beim 101. mal zerlegt es dann doch etwas.
Es gibt genau genommen noch eine andere Variante der Ausgleichsströme:
die mit Schutzleiterverbindung, alias Brummschleife. Diese liefern aber
i.A. zu wenig Spannung um den Komponenten schaden zu können. Ausnahmen
kann es bei sehr großen Schliefen mit veralteten Elektroinstallationen
mit klassischer Nullung kommen. Da können bei großen Verbrauchern schon
mal einige Volt Spannungsabfall entstehen.

Allen diesen Szenarien ist allerdings gemein, dass sie nur Schaden
anrichten können, wenn man an den Steckverbindungen herumspielt.
Ein-/Ausschalten über eine Tretsteckdosenleiste reicht da definitiv
nicht. Gleichwohl die meisten elektrischen Geràte beim Einschalten
sterben und nicht mitten im Betrieb, aber unabhàngig von der ganzen
Diskussion hier.

Ich würde das Ableben eher unter Shit Happens verbuchen. Elektronik geht
nun einmal kaputt. Billige Jubelelektronik besonders gerne, aber auch
alles andere kann sterben. Und mehr elektrisch Wertvolles als die
goldenen Stecker hat das ganze Consumerzeug nicht. Das geht einfach
kaputt, wenn es meint - weitgehend unabhàngig von der Preisklasse
übrigens; manchmal gar kontràr, denn wo nicht viel drin ist und nicht
viel heiß wird kann auch weniger verrecken.


Btw. wie hat sich denn das Ableben der Soundkarte manifestiert?
Soundkarten sterben nàmlich mangels vieler hitzeerzeugender Komponenten
recht selten. Ich meine nicht dass nur der Windows Treiber gerade mal
wieder gemeint hat, dass es ihm reicht. Wàre schade, dafür dann die
Karte an die Wand zu nageln.


Marcel

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